Das Drucken von Dokumenten, dessen Inhalt ein Computer erzeugt hat, war zu allen Zeiten der EDV ein wichtiger Bestandteil eines Computersystems. Bevor der Monitor zur Grundausstattung einer Computeranlage gehörte, mußten Drucker – neben den eigentlichen Daten- oder Dokumentenausdrucken – dessen Funktion ebenfalls ĂŒbernehmen. Druckerterminals wie die Teletype ASR-33 ersetzten in den 1960iger bis Mitte 1970iger Jahre Tastatur und Monitor. Alles was der Mensch dem Computer zu sagen hatte, sendete er ĂŒber solche Terminals an den Rechner. Seine Antworten sendete der Rechner an das Terminal, welche diese ausdruckte und so fĂŒr den Menschen sichtbar machte.

Teletype ASR-33

Druckertypen – Übersicht

Funktionsweise eines Typenraddruckers

Diese Druckertypen wurden in den 1980iger Jahren aufgrund des schreibmaschinenĂ€hnlichen Schriftbildes oft fĂŒr die Korrespodenz eingesetzt. Auf einem drehbaren Typenrad sind die erforderlichen Schriftzeichen enthalten. Da in normalem Text manche Buchstaben wie e,s und t wesentlich hĂ€ufiger vorkommen als andere, sind die Schriftzeichen nicht einfach z.B. in ASCII-Reihenfolge(a,b,c,d usw.) auf dem Typenrad aufgereiht, sondern so, daß bei statistischem Text die durchschnittlich benötigte Drehzeit des Rades zum Anschlag des nĂ€chsten Zeichens möglichst gering ist. Wenn man so auf das Typenrad sieht, daß die Zeichen spiegelverkehrt erscheinen, lautet eine typische Reihenfolge im Uhrzeigersinn:

Da diese ZeichenhĂ€ufgigkeit in Standardtexten in Amerika ermittelt wurde (Shannon-Text) kann die Schnelligkeit der Druckausgabe bei deutschen (oder nicht englischen) Texten natĂŒrlich erheblich differieren. Preiswerte Typenraddrucker erreichen bei durchschnittlichem Text etwa 14 bis 20 Zeichen/s, typische ProfiausfĂŒhrungen etwa 30 bis 40 Zeichen/s und die allerschnellsten GerĂ€te bis zu 80 Zeichen/s, also nur etwa ein Viertel von Nadeldruckern. Außerdem ist der Wechsel der Schriftart nicht per Steuerbefehl, sondern nur durch Austausch des Typenrades machbar. Dem steht als Hauptvorteil eine sehr gute SchriftqualitĂ€t gegenĂŒber, die ein Nadeldrucker auch im Schönschrift-Modus kaum erreichen kann. Der Grund, warum moderne 24-Nadeldrucker dem Typenraddrucker trotzdem dem Rang abgelaufen haben, liegt wohl darin, das Typenraddrucker prinzipbedingt keine Grafiken drucken können.

Funktionsweise eines Nadeldruckers

Ein Nadeldrucker verfĂŒgt ĂŒber einen Druckkopf, der eine bestimmte Anzahl an Nadeln enthĂ€lt (7, 9, 18, 24, 36 u.a.). Die einzelnen Nadeln sind senkrecht (einreihig oder zweireihig) untereinander im Druckkopf angeordnet. Jede Nadel kann einzeln elektromagnetisch angesteuert werden und bewegt sich im Aktivierungsfall mit rasend hoher Geschwindigkeit aus dem Druckkopf heraus und wieder zurĂŒck. Die aktivierten Nadeln treffen auf ein Farbband, das sich zwischen dem Druckkopf und der Druckwalze befindet (Ă€hnlich einer Schreibmaschine) und verursachen so einzelne Punkte auf dem Papier. Der Drucker weiß aufgrund der in ihm gespeicherten ZeichensĂ€tze, welche Nadeln er fĂŒr welches Zeichen benutzen muß (Matrix). Der Druckkopf selbst wiederum sitzt auf einem Schlitten, der ĂŒber Zahnriemen o.Ă€. an die gewĂŒnschte horizontale Postion (Spaltenvorschub) bewegt wird. Die Druckwalze (oder ein Traktor) ĂŒbernimmt durch Drehung den Transport des Papiers in vertikaler Richtung (Zeilenvorschub). Die QualitĂ€t des Druckbildes kann mit einer höheren Anzahl und dichter im Druckkopf angeordneten Nadeln erhöht werden. Auch die Technik des Mehrfachanschlags bzw. versetzten Anschlags (NLQ, LQ) verbessert die DruckqualitĂ€t erheblich. Die Matrixdrucker erleben derzeit eine Wiedergeburt, denn Nadeldrucker sind billig herzustellen und nur sie beherrschen DurchschlĂ€ge. Moderne Nadeldrucker sind leiser und schneller (bis zu 350 Zeichen pro Sekunde) als ihre lĂ€rmenden Urahnen aus den 80iger Jahren.

Funktionsweise eines Laserdruckers

Laserdrucker werden im Unterschied zu den oben beschriebenen Nadel- und Typenraddruckern zu den “Non-impact”-Druckern gezĂ€hlt. Hier wird, im Gegensatz zu den Matrikdruckern in einem Zug eine volle Seite Text oder Grafik aufgebaut.
Die Laserdrucker sind ursprĂŒnglich aus Fotokopierern weiterentwickelt worden. ZusĂ€tzlich sind hier eigene Kontroller eingebaut, die die vom PC ĂŒbergebenen Daten aufbereiten und einen Laserstrahl steuern.
Ein Bild setzt sich ĂŒblicherweise aus 300×300 Punkten pro Zoll(dots per inch=dpi) zusammen, es können aber auch höhere Auflösungen (600×600) erreicht werden. Diese erfordern dann aber spezielle Microtoner.

WĂ€hrend bei Matrixdruckern oft nur ein kleiner Druckerpuffer(1-32 KByte) ĂŒblich ist, liegt der interne Speicher bei einem Laserdrucker meist zwischen 512 KByte und einigen MByte. Eine einfache Rechnung verdeutlicht den Grund. Eine schwarzweiße Grafikseite im DIN-A4-Format besteht bei einer Auflösung von 300 dpi aus ca. 8,7 Millionen Bildpunkten, was 8,7 Millionen Bit oder ca. 1,1 MByte entspricht. Bei 600 dpi sind es schon 35 Millionen Bildpunkte, es sind also 4,4 MByte Speicher nötig. Um also auf einem Standardlaserdrucker mit 300 dpi eine volle DIN-A4-Grafik ausgeben zu können, ist ein Mindestspeicherausbau auf etwas mehr als 1 MByte RAM im Drucker erforderlich.
FĂŒr reine Textausgaben gelten durchaus 512 KByte an SpeicherkapazitĂ€t als ausreichend. Die Erfahrung hat gezeigt, daß 1,5 MByte ein guter Wert sind um noch etwas KapazitĂ€t als Eingangspuffer und zum Laden von Schriftarten ĂŒbrigzuhaben.
Ein großer Puffer hat den Vorteil, daß nach dem Abschicken einer Grafik oder von mehreren Textseiten der PC gleich wieder fĂŒr weitere Arbeiten zur VerfĂŒgung steht, wĂ€hrend der Drucker, durch seinen eigenen Prozessor in der Lage ist, unabhĂ€ngig weiter zu arbeiten.
Ein Nachteil dieses großen Speichers bei der Textverarbeitung ist, daß bei Abbruch eines Druckauftrages fast immer noch etliche Seiten gedruckt werden.

Der Ausdruck einer Seite erfolgt in drei Schritten:
a) Empfangen und Aufbereiten der Daten
b) Schreiben des(elektrischen) Spiegelbildes auf die Trommel
c) Übertragen des Bildes von der Trommel auf das Papier

Der Kontroller im Drucker empfĂ€ngt die Daten vom PC ĂŒber die Schnittstelle und bringt sie in einen Zwischenpuffer. Die Daten werden interpretiert und als Bitmap-Grafik im Bildspeicher abgelegt.
WĂ€hrend sich die Bildtrommel dreht, wird sie durch Entladung eines Drahtes(Ladekoroton) gleichmĂ€ĂŸig elektrisch(negativ) geladen.
Wird die Trommel nun von einem Laserstrahl an einer bestimmten Stelle getroffen, wird die Ladung an dieser Stelle der OberflĂ€che abgeleitet. Der Prozessor im Drucker steuert nun einen Polygonspiegel, der den Laserstrahl reflektiert. Dieser Laserstrahl ĂŒberstreicht die Breite der Trommel und durch ihre Weiterbewegung kann die gesamte OberflĂ€che angesprochen werden. Nach dem Abtasten enthĂ€lt die OberflĂ€che ein unsichtbares, elektrisches Abbild.
Zum entwickeln dieses virtuellen Bildes wird mit einer Magnettrommel Toner auf die Trommel ĂŒbertragen. Dieser haftet nur an den elektrisch neutralen Stellen. Das eingezogene Papier wird durch das sogenannte Übertragungskoroton positiv aufgeladen und zieht so die Tonerpartikel von der Trommel an. Beim nun folgenden Fixiervorgang wird das Papier zwischen einer Andrucksrolle und einer Heiztrommel durchgefĂŒhrt. Durch die WĂ€rme haftet der Toner dauerhaft auf dem Papier.

Funktionsweise eines Thermodruckers

Den Thermodruck muss man in zwei verschiedene Verfahren unterscheiden:

a) Thermodruck mit wĂ€rmeempfindlichem Papier: fĂŒr diesen Thermodrucker wird Spezialpapier benötigt, das wĂ€rmeempfindlich sein muss. Dieses wird durch winzige Heizelemente auf dem Druckkopf aufgeheizt, wodurch gewĂŒnschte Schrift­ oder Grafikzeichen erzeugt werden. Fast alle FaxgerĂ€te arbeiten nach diesem Verfahren. Diese Drucker sind fĂŒr den Heimbedarf nicht zu empfehlen, da das Spezialpapier teuer und der Kontrast der abgebildeten Zeichen nicht gerade optimal ist.

b) Thermotransferdruck: dieses Verfahren ist nicht an eine spezielle Papiersorte gebunden, denn die wĂ€rmeempfindliche Schicht befindet sich hier auf dem Farbband. Die Funktionsweise ist die Gleiche wie beim Thermodruck mit Spezialpapier. Die beiden Verfahren unterscheiden sich nur in der Art des Druckauftrages. Die Farbe auf dem Farbband wird durch die Heizelemente des Druckkopfes auf das Papier geschmolzen, deshalb kann man das Farbband nur einmal benutzen. Bei diesem Verfahren lassen sich durch den Einsatz von mehrfarbigen FarbbĂ€ndern (R­G­B­Farben; Rot­/GrĂŒn­/Blau), bunte Grafiken in relativ guter QualitĂ€t erzeugen. Durch die nur einmalige Benutzung der FarbbĂ€nder sind diese Drucker im Gebrauch sehr teuer und nicht unbedingt fĂŒr den alltĂ€glichen Einsatz zu empfehlen.

Funktionsweise eines Tintenstrahldruckers

Quelle: Förstmann/Radtke

Tintenstrahldrucker gibt es seit 1977. Vom Prinzip her sind sie eine Weiterentwicklung der Nadeldrucker. Statt mit Metallnadeln auf das Papier zu hĂ€mmern spritzen sie jedoch mit winzigen DĂŒsen Tintentröpfchen auf das Papier. Dieser Vorgang ist natĂŒrlich wesentlich leiser zu bewerkstelligen als bei einem Matrixdrucker. Die gedruckten Zeichen bestehen – wie bei einem Nadeldrucker – immer noch aus einzelnen Punkten. Diese Punkte sind jedoch so winzig, dass man Einzelne nicht mehr sehen kann. Es gibt jedoch unterschiedlichen Arten, wie ein Tintenstrahl-Drucker die Tinte auf das Papier bringt.
Canon-Druckern benutzen die “Bubble-Jet Technik”. Dabei wird Hitze erzeugt, die Tinte verdampft und dabei eine Blase erzeugt. Durch die Ausdehnung dieser Blase bildet sich ein Tropfen, der aus dem Druckkopf ausgestoßen wird. Ein typischer Bubble-Jet-Druckkopf hat 64 oder 128 winzige DĂŒsen, und alle können gleichzeitig ein Tröpfchen ausgeben.
Epson-Drucker arbeiten etwas anders. Sie nutzen einen Effekt, der als PiezoelektrizitĂ€t bezeichnet wird. Winzige elektrische Ströme, die von elektronischen Schaltkreisen im Drucker gesteuert werden, lassen Miniaturkristalle hin und her wackeln und spritzen dabei Tinte in die DĂŒsen.

Funktionsweise eines Plotters

Hewlett-Packard Designjet T770

FĂŒr Architekten und Ingenieure sind Plotter nach wie vor das wichtigste Ausgabemedium, um farbige Darstellungen bis zur GrĂ¶ĂŸe DIN A0 detalliert wiederzugeben. Kleinere und farbfĂ€hige Tischplotter (DIN A4 bis DIN A3) wurden ebenfalls produziert, allerdings schnell von Farb-Tintenstrahldruckern verdrĂ€ngt.
Dies liegt an der unterschiedlichen Technik. Bei den bisher vorgestellten Druckern wird das Bild am Schluß gerastert, als Ansammlung von einzelnen Punkten, ausgegeben, wohingegen Plotter kontinuierliche Linien zeichnen können. Es werden also keine “Treppenstufen”-Effekte erzeugt. Plotter sind prĂ€destiniert fĂŒr Ausgaben von Grafiken im technischen Bereich. FĂŒr reine Schriftdarstellungen eignen sie sich weniger, da jedes Zeichen gemalt werden muß und die Ausgabegeschwindigkeit dabei sehr leidet.
Zum Zeichnen dienen Faserschreiber, teilweise auch Stifte mit speziellen Stahlkugelspitzen oder Gasdruckminen. Prinzipell gibt es zwei Möglichkeiten die Zeichnung auf das Papier zu ĂŒbertragen. Beim Flachbettplotter wird das Papier am Rande festgeklemmt. In X-Richtung(also von links nach rechts) wird durch einen Schrittmotor ein Schlitten gefahren, auf dem sich in Y-Richtung der Schreibstift hin- und herbewegen lĂ€ĂŸt. Ein eigener Elektromagnet senkt den Stift erst dann auf die PapieroberflĂ€che, wenn gezeichnet werden soll. Eine Mechanik erlaubt sogar das Anfertigen mehrfarbiger Grafiken, indem sich der Schlitten aus einer Trommel verschiedenfarbige Stifte holen kann.
Bei Trommelplottern wird eine Achse durch den Zeichenstift, die andere durch Vor- bzw. RĂŒckschub des Papiers gesteuert. Da bei der PapierfĂŒhrung mittels Stachelwalze bei gelochtem Endlospapier eine hohe Geschwindigkeit auftritt, muß das verwendete Papier sehr reißfest sein. Trommelplotter sind geeignet fĂŒr große Ausdrucksformate.
Reibungsplotter funktionieren Ă€hnlich wie Trommelplotter, nur daß hier das Papier zwischen einer Gummi-Andruck- und einer Quarzsandrolle(als Antriebsrolle) gehalten wird. Oft ist noch eine zusĂ€tzliche Einrichtung auf Vakuum- oder elektromagnetischer Basis zum Festhalten des Papiers vorhanden.

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