Steve Jobs und Steve Wozniak

Die Geschichte von Apple begann 1976 in einer Autogarage. Steve Wozniak hatte endlich das Geld zusammengekratzt, um seinen Traum zu verwirklichen: die Entwicklung eines eigenen Computers. Zusammen mit Steve Jobs gr├╝ndete er die Firma Apple und schusterte den in einem in einem Holzgeh├Ąuse untergebrachten Apple I auf Basis einer MOS 6502 CPU zusammen. Wozniak entwickelte noch ein Basic dazu, dann pr├Ąsentierten sie das Ger├Ąt zum ersten Mal im legend├Ąren Homebrew Computer Club der Stanford University. Dort war man war begeistert, die ersten Bestellungen f├╝r den Computer gingen bei Apple ein. Reich wurden die beiden mit diesem ersten Apple Modell jedoch noch nicht.
Doch Wozniak und Jobs waren dadurch nicht entmutigt, sogar eine ├ťbernahmeangebot von Commodore hatten sie ausgeschlagen. Wozniak wollte erfolgreiche Computer bauen und Jobs hatte gro├čangelegte Werbekampagnen im Kopf. Nur ein potenter Geldgeber wurde ben├Âtigt, und der wurde mit Mike Markkula gefunden, einem ehemaligen Intel-Mitarbeiter.
Mike Markkula wurde als Gesch├Ąftsf├╝hrer mit ins Apple-Boot genommen. 1977 begann die Entwicklung des Apple II. Erstmalig f├╝r einen PC war der Apple II nicht in einem Holz- oder Stahlgeh├Ąuse, sondern inclusive der Tastatur in ein spezielles Plastikgeh├Ąuse eingebaut. Der Apple II wurde – zusammem mit dem Commodore PET und dem Tandy TRS-80 – zum Synonym f├╝r den Begriff “Personal Computer” und sollte eine lange Fertigungszeit vor sich haben. Nat├╝rlich mit technischen Aufwertungen, aber schon in diesem ersten Modell waren Farbgrafik, ein dementsprechendes ROM-Basic sowie gen├╝gend Erweiterungspl├Ątze f├╝r Zusatzkarten vorhanden. Und weil Apple jetzt richtig Umsatz machte, konnte 1978 der Firmensitz nach nach Cupertino (Kalifornien) verlegt werden. Im gleichen Jahr erfolgte mit dem Apple II europlus bereits der Schritt auf den europ├Ąischen Markt, mit 48K RAM, einer auf europ├Ąische Normen umschaltbaren Tastatur und PAL-Ausgang.

Apple II – 1977

Apple war immer bereit, hohes Risiko zu gehen (ist die Firma heute noch). So erschien 1980 mit dem Apple III ein vollkommen neues Modell. Seine Auslegung sollte mehr als die Apple II-Linie auf Gesch├Ąftskunden ausgerichtet sein. Doch der Absatz des Ger├Ąts war schlecht, nicht zuletzt wegen vieler Fehler im Hardwarebereich und im neuen (zweifellos genialen) Betriebssystem SOS. Zum Gl├╝ck lief der Verkauf der Apple II so gut (Apple machte 1980 bereits ├╝ber 100 Millionen $ Umsatz), das man diesen ersten Flop verkraften konnte.
Als 1981 IBM mit seinem PC auf den Markt kam, wurde f├╝r Apple die Situation schwieriger. Der Absatz ging zur├╝ck, was aber die Apple-Denkfabrik nur animierte, einen neuen revolution├Ąren Computer zu planen.
1983 konnte das Ergebnis dieser Planungen einer staunenden Welt├Âffentlichkeit pr├Ąsentiert werden: das erste Modell der Lisa (Mac XL). Basierend auf dem brandneuen Motorola 68000 war die Lisa der erste kommerziell verf├╝gbare Computer mit einer grafischen, mausgesteuerten Benutzeroberfl├Ąche (GUI, Grafical User Interface). Doch der hohe Preis von ├╝ber 10000$ (aufgrund der aufwendigen Hardware durchaus zu rechtfertigen) schreckte viele potentielle K├Ąufer ab. Die Zeit war vielleicht auch noch nicht reif f├╝r einen Computer wie die Lisa. Im gleichen Jahr begann jedoch der Verkauf des Apple IIe, einer Weiterentwicklung des Apple II+, u.a. mit 64KB RAM ab Werk. Der IIe sollte zur am l├Ąngsten gebauten Maschine der bisherigen Computergeschichte werden, seine Produktion wird erst 1993 eingestellt. Wieder hatte Apple das Gl├╝ck, einen erfolgreichen Computer am Markt zu haben, um die Lisa-Verluste auszugleichen.
Mit einem riesigen Werbeaufwand wurde 1984 ein weiterer Versuch gestartet, einen Computer mit GUI auf dem Markt zu etablieren. Die Hardwarepreise f├╝r 16-Bit Bauteile waren in der Zwischenzeit gesunken, wodurch der Macintosh 128K im Vergleich zur Lisa nur noch einen Bruchteil des Geldes kostete. In nur 3 Monaten konnte Apple ├╝ber 50000 St├╝ck dieses Modells absetzen. Ein Riesenerfolg, der auch eine neue ├ära in begr├╝ndet. Aufgrund ihres Designs wurden diese ausgesprochen kompakten Modelle auch liebevoll als “W├╝rfel” bezeichnet. Im gleichen Jahr verl├Ą├čt Steve Wozniak auf eigenen Wunsch die Firma, da er sich mehr seinen Hobbys widmen will.
Auch Steve Jobs wollte 1985 nochmal was Neues machen und verlie├č Apple. Nicht ganz freiwillig, denn in diesem Jahr steckt die gesamte Branche (und nat├╝rlich auch Apple) aufgrund der Markts├Ąttigung in echten Absatzschwierigkeiten. Aufgrund dieser allgemeinen Probleme, aber auch wegen einiger pers├Ânlicher Fehler h├Ątte Steve Jobs sowieso mit einer K├╝ndigung rechnen m├╝ssen. Sein Verm├Âgen w├Ąre ausreichend gewesen, um sich zur Ruhe zu setzen, aber das tun geniale Workaholics f├╝r gew├Âhnlich nicht. Anfang 1986 gr├╝ndet er die Fa. NeXT und entwickelt – anfangs nur mit seinem eigenen Kapital – den revolution├Ąren NeXT-Computer (NeXTstation, NeXT Cube). Zudem l├Ą├čt er f├╝r seine NeXT-Modelle ein spezielles, auf UNIX basierendes Betriebssystem mit ausgefeilter GUI entwickeln, das als NeXTStep bezeichnet wird. Sp├Ąter investiert auch Ross Perot 20 Millionen Dollar in das NeXT Projekt.
Mit Jobs’ R├╝ckzug st├╝rzte Apple in eine tiefe Krise, wobei nach Expertenmeinungen die daf├╝r notwendigen Fehlentscheidungen noch unter Job’s F├╝hrerschaft gef├Ąllt wurden. Der neue Gesch├Ąftsf├╝hrer Sculley beschlo├č tiefgreifende Ver├Ąnderungen. So lie├č er einige Produktionsst├Ątten schlie├čen und rund 3000 Mitarbeiter entlassen Als weitere Ma├čnahme verringerte er die Ausgaben drastisch. Zudem hatte sich Apple in diesem Jahr eine kostspielige Klage gegen Microsoft geleistet, weil deren Windows der Apple Benutzeroberfl├Ąche zu sehr ├Ąhnelte. Doch diesen Proze├č verliert Apple und damit das Recht, als einziger Hersteller PC’s mit einem GUI anbieten zu k├Ânnen. Erst als sich 1987 der Mac II (der este 32 Bit Mac) wieder gut verkauft (vor allem im DTP Bereich im Zusammenhang mit dem Apple Laserdrucker), erholt sich Apple finanziell wieder.
1989 kommen weitere 32Bit Mac’s (mit Motorola 68030 und 68040) auf den Markt.
1990 bringt den ersten Apple Notebook mit der Bezeichnung Powerbook. 1993 hat Apple eine neue Idee, die der Zeit weit voraus ist. Der Newton wird auf den Markt gebracht, ein sogenannter Pen Computer ohne Tastatur, bedienbar mit einem Kugelschreiber-├Ąhnlichem Stift und basierend auf dem ARM, einem energiesparendem RISC Prozessor (siehe auch: Acorn). Der Newton l├Âst bei vielen anderen Herstellern (Palm, Compaq, Casio) eine Entwicklungswelle aus, ihm selbst bleibt der gro├če Erfolg jedoch versagt.
1994 gehen die sogenannten Power Mac’s an den Start. Damit wird das Ende der Motorola 680xx-Maschinen eingel├Ąutet. 1996 macht Apple wieder 25 Millionen $ Gewinn. 1996 kehrt Steve Jobs zu Apple zur├╝ck, seine Firma NeXT wird durch Apple f├╝r 400 Millionen $ aufgekauft. 1997 gibt es eine wichtige Finanzspritze von Microsoft, die sich f├╝r 150 Millionen $ bei Apple einkaufen. Gleichzeitig wird ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden Firmen geschlossen.
Heute ist Apple nur noch mit einem Marktanteil von rund 5% in Europa vertreten, obwohl eigentlich der gesamte Bedarf ├╝ber die aktuelle Modellpalette abgedeckt wird ((Low-End-PC’s (iMac), Notebooks bis zur High-End Workstation (G3, G4)) und mit dem Mac OS X ein neues, attraktives Betriebssystem f├╝r die Rechner existiert.