Andreas von Bechtolsheim, Bill Joy, Scott McNealy und Vinod Khosla


Sun 1/100 (Quelle: http://sunstuff.org)

Sun (Stanford University Network) wurde 1982 von vier Personen im Alter von Mitte zwanzig gegr├╝ndet: Andreas von Bechtolsheim, Bill Joy, Scott McNealy und Vinod Khosla. Alle vier studierten an der Stanford University und verfolgten urspr├╝nglich die Idee, einen leicht vernetzbaren Computer f├╝r ihre Uni zu bauen. Heraus kam ein leistungsf├Ąhiger, grafikf├Ąhiger Desktop Computer (Sun1/100) mit integrierter Ethernet-Hardware. Die Maschine erf├╝llte die gestellten Anforderungen zu einem Bruchteil der Kosten erf├╝llte, die bisher f├╝r derart leistungsf├Ąhige Computer aufgewendet werden musste. Die Entwickler glaubten daran, dass das Netz offene Standards verlangt und so mit den Produkten verschiedener Hersteller interagieren kann. Dies wurde mit der ersten Sun Workstation unter Unix (sp├Ąter Solaris) dann auch realisiert. Ebenfalls ein Bestandteil dieser neuen Technik war TCP/IP, das bis heute als Internet-Protokollsuite etabliert ist.

Bereits 1983 expandierte Sun nach Europa. Die folgenden Jahre waren so erfolgreich, das Sun 1986 bereis an die B├Ârse gehen und Gesch├Ąftsstellen in Asien und Australien er├Âffnete konnte. 1987 beschlossen Sun und AT&T eine Allianz, entwickelten gemeinsam UNIX System V Release 4 und legten so den Grundstein f├╝r das Business Computing des kommenden Jahrzehnts. Im gleichen Jahr wird Sun Workstation-Marktf├╝hrer.

Sun SPARCstation 1+

1988 setzte Sun bereits 1 Milliarde US $ um. 1989 wurde die SPARCstation 1 eingef├╝hrt. Ihre Komponenten waren so hoch integriert, dass sie in ein Geh├Ąuse mit den Ma├čen 3 x 16 x 16 Zoll passten – die erste “Pizzabox”. Ebenfalls 1989 ging Sun Allianzen mit den Datenbankherstellern Informix, Ingres, Oracle und Sybase ein und positionierte sich so als Datenbankplattform Nummer eins.

1990 erg├Ąnzt Sun die begehrte SPARCstation 1 um vier neue Workstation-Modelle, darunter die erste Workstation unter 5.000 US-$. Im gleichen Jahr wurde auch der Produktionsstandort in Schottland er├Âffnet. Das Jahr 1991 brachte Einf├╝hrung des Betriebssystems Solaris 2, welches f├╝r das symmetrische Multiprocessing optimiert war.

1992: f├╝hrte Sun die SPARCstation 10 ein, das erste Desktop-System mit Multiprocessing und lieferte zudem in einem einzigen Jahr mehr UNIX Mehrprozessorserver aus als jeder andere Hersteller seit seinem Bestehen.

Java hei├čt die von Sun entwickelte objektorientierte, plattform├╝bergreifende Programmiersprache, die nach der ersten Ver├Âffentlichung 1995 das Internet im Sturm eroberte. Der Nachfolger Java1.1 kam im Fr├╝hjahr 1997, verdoppelte nahezu die Geschwindigkeit des Java-Interpreters und wartete mit einigen neuen Funktionen auf. Mit zus├Ątzlichen APIs f├╝r den Datenbankzugriff, Remote-Objekten und dem Objekt-Komponenten-Modell, der Internationalisierung, Verschl├╝sselung, digitalen Signaturen und vielen anderen Technologien gelang Sun der Durchbruch. Das fehlen wichtiger Funktionen zum Erstellen von komplexen grafischen Benutzerschnittstellen war eine Schw├Ąche von Java. Das Java Abstract Toolkit (AWT) unterst├╝tze zwar alle grafischen Objekte, die man auch in HTML-Forumlaren erzeugen konnte, bot aber keine M├Âglichkeit zum erstellen von Eigenst├Ąndigen Fenstern mit Men├╝s und anderen Objekten. Komplexe Benutzeroberfl├Ąchen zu implementieren war unm├Âglich. Im April 1997 ver├Âffentlichte Sun deshalb die Java Foundation Class (JFC) die das AWT komplett ersetzte. Ein wichtiger Bestandteil der JFC sind grafische Benutzerobjekte, die wesentlich flexibler und portabler sind. JFC enth├Ąlt auch leichtverst├Ąndliche Funktionen f├╝r 2D-Grafik, Drucken und Drag and Drop. Mit der in der JFC enthaltenen Komponente Swing lassen sich Tabellen, Dialogfenster und vieles mehr erstellen. Auch 1997 wurde eine weitere API f├╝r die Server-Unterst├╝tzung ver├Âffentlicht. Die Klassenbibliothek JSDK (Java Servlet Development Kit) fasst alle Netzwerk-relevanten Funktionen in einem einfachen standardisierten Mechanismus zusammen. Die Entwicklung von modularen serverseitigen Java-Code wird so ├╝berschaubar.

├ťber 100 Sun Systeme unterst├╝tzen 1995 das Rendern der Bilder f├╝r Disneys “Toy Story”, den ersten vollst├Ąndig auf Computern entstandenen Spielfilm.

Star Division, StarOffice 5.1

1999 kaufte Sun das Unternehmen die Hamburger Star Division des deutschen Software-Shooting-Stars Marco B├Ârries. Das wichtigste Produkt der Star Division war das Office-Paket StarOffice. Ein Jahr sp├Ąter ver├Âffentlichte Sun das Produkt als OpenOffice unter einer freien Lizenz (LGPL).

Sun ist seit 1986 Nummer 1 im UNIX-Workstationmarkt und war Marktf├╝hrer bei UNIX-Servern und Speichersystemen, die Unternehmensnetze und Websites unterst├╝tzen. Die Betriebssystemumgebung Solaris, das iPlanet Webportal und die Messaging Server waren ebenfalls marktf├╝hrend.

Mit 39.000 Mitarbeitern in mehr als 170 L├Ąndern der Welt und 18,25 Milliarden US-Dollar Umsatz im Gesch├Ąftsjahr 2001 beinflusste Sun mehr denn je die Entwicklungen im IT-Bereich. Aber nach vielen verlustreichen Jahren wurde Sun im Jahr 2009 von Oracle f├╝r 7,4 Milliarden US-Dollar ├╝bernommen.