Die Vorgeschichte

Um 1980 gab es nur ein verbreitetes Betriebssystem f├╝r Mikrocomputer. CP/M, das Gary Kildall (Computervision├Ąr und sp├Ąterer Gr├╝nder von Digital Research) bereits seit 1974 entwickelt und ab 1976 kommerziell vermarktete. CP/M lief auf 8-Bit Mikroprozessoren wie dem Intel 8080 (z.B. ALTAIR, IMSAI) und sp├Ąter auf den Z80 CPU’s der Fa. Zilog (z.B. Osborne, Kaypro). Auch f├╝r so verbreitete Homecomputer wie dem CPC von Amstrad oder dem C128 von Commodore, die Mitte der 80iger Jahre auf den Markt kamen und ├╝ber einen Z80-Prozessor verf├╝gten, gab es Anpassungen von CP/M. Microsoft, 1980 eine kleine Firma mit ca. 40 Angestellten, hatte bereits 1975 die Programmiersprache Basic f├╝r den Minicomputerbausatz Altair der Firma MITS entworfen und sp├Ąter auch Compiler f├╝r Fortran und Cobol entwickelt. Die Firma vertrieb zwar seit 1979 eine von AT&T lizensierte UNIX-Variante namens XENIX (angepasst an 16 Bit Mikrocomputer), hatte aber ansonsten kein eigenentwickeltes Betriebssystem im Programm. Mit der Einf├╝hrung des 8086 von Intel stand seit 1978 ein 16-Bit-Prozessor zur Verf├╝gung (die erste CPU einer langen x86 Linie). Doch dieser (wie andere 16-Bit CPU’s, z.B. von Motorola oder TI) fristete ein “Mauerbl├╝mchendasein”. In den ersten Homecomputern, die in der Zeit zwischen 1975 und 1980 auf den Markt kamen, wurden praktisch nur 8-Bit CPU’s wie der Intel 8080, der MOS 6502 oder der Zilog Z80 verbaut.

Tim Paterson

Tim Paterson, ein Allround-Genie bei der US-Firma Seattle Computer Products (SCP), entwickelte bereits 1979 ein 8086-CPU-Board f├╝r den S-100 Bus (Altair, IMSAI, Northstar…) und auch einen 8086-Assembler. Das Paket kostete damals 600 US-Dollar. Auch Microsoft’s Basic wurde auf diese Hardware umgesetzt – mit Patersons Hilfe. Doch Paterson’s Board verkaufte sich nicht besonders gut. Im gleichen Jahr fing Digital Research an, mit CP/M 86 sein 8-Bit-Betriebsystem f├╝r dieses Board bzw. den Intel 8086 anzupassen. Weil sich die Fertigstellung dieser 16-Bit CP/M Version st├Ąndig verz├Âgerte, entwickelte Paterson bei SCP auch noch ein eigenes 16-Bit-Betriebssystem mit dem Namen QDOS, das sp├Ąter in 86-DOS umgetauft wurde. Vorgenannte Umst├Ąnde bilden die Grundlage f├╝r die nachfolgende Geschichte, die in mehreren Varianten erz├Ąhlt wird. Unsere Buch- und Internet-Recherchen haben folgenden Ablauf ergeben:

IBM plant den PC

IBM plante 1980 auch in das Gesch├Ąft mit PC’s bzw. mit Homecomputern einzusteigen. Mehrere Quellen behaupten, das ein IBM Manager zu dieser Zeit privaten Kontakt mit Bill Gates Mutter Mary hatte. Das k├Ânnte die Erkl├Ąrung daf├╝r sein, das man im IBM Management zum Entschlu├č kam, mit Bill Gates einen der vielen “jungen Wilden” ├╝ber die Ausstattungsmerkmale eines modernen IBM PC’s zu befragen. Bill Gates schlug IBM vor, mit dem Intel 8086 eine leistungsf├Ąhige 16Bit CPU zu verwenden und sich damit einen technologischen Vorsprung gegen├╝ber den vielen 8-Bit-Mitbewerbern auf dem hei├čumk├Ąmpften PC-Markt zu verschaffen. Microsoft k├Ânnte bereits ein angepasstes ROM Basic daf├╝r liefern, zudem Compiler f├╝r andere Sprachen wie Fortran, Pascal und Cobol. Aber IBM wollte ein echtes Betriebssystem f├╝r ihren PC, und das gab es zu diesem Zeitpunkt f├╝r 16-Bit CPU’s noch nicht. Zum Betrieb unter Unix (Xenix) war der Intel 8086 aufgrund mangelnder Power und der fehlenden Trennung von User- und Kernel-Mode nicht geeignet. Zeit zu einer v├Âlligen Neuentwicklung hatte IBM nicht, die selbst gesetzten zeitlichen Fristen waren zu knapp daf├╝r. Microsoft mit der Entwicklung zu beauftragen war IBM zu riskant, denn der jungen Firma fehlte jegliche Erfahrung mit der Konzeption eines modernen PC-Betriebsystems. Auch Bill Gates selbst empfahl IBM, doch mit Digital Research Kontakt aufzunehmen, dem damaligen Marktf├╝hrer f├╝r Mikrocomputer-Betriebssysteme. DR h├Ątte mit dem in der Entwicklung befindlichen CP/M 86 kurzfristig ein brauchbares 16-Bit Diskettenbetriebssystem anbieten k├Ânnen. ├ťber die Gr├╝nde, warum keine ├ťbereinkunft zwischen IBM und DR zustande kam, gibt es viele Ger├╝chte. Die am ├Âftesten erz├Ąhlte Version (Legende?) besagt, das Gary Kildall (CEO von Digital Research) sich mit seinem Privatflugzeug vergn├╝gte und seiner (durchaus kompetenten) Frau Dorothy McEwen die Verhandlungen ├╝berlie├č. Gesch├Ąftliche Verhandlungen mit einer Frau d├╝rften zur damaligen Zeit eine ziemliche Zumutung f├╝r die extra angereisten IBM Manager gewesen sein. Mit Sicherheit war auch das von IBM geforderte ‘Non Disclosure Agreement’ (Stillschweigeabkommen) ein Problem bei den Verhandlungen. Wie auch immer es gelaufen sein mag, man kam jedenfalls zu keiner Einigung. IBM wendete sich daher wieder an Microsoft. Unter ‘www.archive.org’ findet sich ein Film ├╝ber das Leben von Gary Kildall. Suchen Sie einfach nach dem Begriff ‘Gary Kildall’. Darin werden Mitarbeiter Gary Kildall’s u.a. auch zu den Verhandlungen mit IBM befragt.

IBM nimmt Microsoft ins Boot

86-DOS 1.0, Kommandozeile

86-DOS 1.0, Kommandozeile

Nachdem der Ball nun wieder bei Microsoft lag, erinnerte sich Bill Gates wieder daran, das Tim Paterson f├╝r die Hardwarefirma SCP (siehe oben) ein 8086 Board f├╝r den S-100 Bus und ein eigenes Betriebssystem namens QDOS (Quick and Dirty Operating System) entwickelt hatte. Unter dem Druck, den Auftrag von IBM zu erhalten, setzte Gates sich mit SCP in Verbindung und bot ihnen die Vermarktung von QDOS an. Mit diesem Vertrag (er kostete MS ca. 10.000 US$) und dem f├╝r den 8086 entwickelten Betriebssystem im Koffer ging Gates zu IBM und bekam am 6. November 1980 tats├Ąchlich den Auftrag von IBM. Ende des Jahres erhielt Microsoft den ersten IBM-Prototypen – allerdings jetzt mit dem billigeren 8088-Prozessor (16-Bit-Datenbus intern, extern jedoch nur 8 Bit) – und begann unter Zeitdruck und strengsten Sicherheitsauflagen von IBM, Patersons 86-DOS (so hiess QDOS jetzt) an die IBM-Hardware anzupassen. Dies war offensichtlich nicht ganz einfach, denn 1981 wechselte Paterson von SCP zu Microsoft, um dem MS-Entwicklern bei der Portierung zu helfen. Erst kurz vor der Auslieferung des IBM PC’s, also ca. Juli 1981, kaufte Microsoft SCP die kompletten Rechte an 86-DOS f├╝r 50.000 US-Dollar ab. SCP und auch Paterson wussten zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht, f├╝r welchen potenten Kunden MS das neue Betriebsystem brauchte. Und auch nicht, welch vorteilhaften Vertrag Microsoft mit IBM geschlossen hatte. Dieser beinhaltete u.a., das Microsoft an jeder Kopie des Betriebssystems mitverdienen sollte, das mit einem IBM-PC ausgeliefert werden w├╝rde. Ausserdem behielt Microsoft sich das Recht vor, sein DOS auch an andere Firmen zu linzensieren. Das IBM diese Bedingungen akzeptiert hat, kann nur damit erkl├Ąrt werden, das man dem eigenen Produkt keine gro├čen Marktchancen einr├Ąumte. Im Nachhinein betrachtet jedenfalls ist dieser Vertrag ein intelligenter, durchdachter und cleverer Schachzug von Bill Gates gewesen und begr├╝ndet ma├čgeblich den heutigen Erfolg des Unternehmens. Bei aller Kritik, die aufgrund der umstrittenen Gesch├Ąftspraktiken in den folgenden Jahrzehnten ├╝ber Microsoft und Bill Gates hereinprasselte: das unternehmerische Risiko, das der junge Microsoft-Boss damals auf sich genommen hat, ist enorm. Bill Gates mu├č damals klar gewesen sein: wenn er bei der Erstellung von DOS scheitert, k├Ânnte die ├╝berm├Ąchtige IBM die kleine, aber florierende Firma Microsoft mit Gerichtsprozessen ├╝berziehen. Vermutlich h├Ątte Microsoft danach nie wieder einen Fu├č auf den Boden gebracht. Paterson hat in einigen Interviews klargestellt (u.a. Forbes), das sein 86-DOS nur durch Microsoft zu dem wurde, was es heute ist. Seattle Computer Products sei eine Hardware-Firma gewesen und kein Softwarehersteller. Von daher h├Ątte es Sinn gemacht und w├Ąre zum damaligen Zeitpunkt auch kein schlechtes Gesch├Ąft gewesen, 86-DOS f├╝r nur 50.000 US-Dollar an Microsoft zu verkaufen. Mit dem 86er-Board sowie dem zugeh├Ârigen QDOS war die Jahre zuvor kein Geld zu verdienen gewesen. Auch wehrt sich Paterson gegen die Vorw├╝rfe, bei der Erstellung von 86-DOS CP/M 2.2 als Vorlage benutzt zu haben. In seiner Publikation “The Origins of DOS” behauptet er, das 86-DOS nur auf Befehlsebene CP/M ├Ąhnelt, nicht aber im Code. Vor allem die Dateisysteme seien sehr unterschiedlich.

Zu dieser Thematik existierte im Internet auf der Unternehmensseite von Tim Paterson (patersontech.com, nicht mehr aufrufbar) eine Beschreibung der Vorg├Ąnge. Jeder Softwareentwickler, der schon mal fremden Bin├Ąrcode disassembliert hat, wei├č, das es sehr schwierig ist, in komplexem und noch dazu undokumentiertem Assembler-Quellcode die Zusammenh├Ąnge zu verstehen. Auch, weil man sich dazu in die “Denke” eines anderen Programmierers versetzen mu├č. Was noch viel mehr dagegen spricht, das Paterson irgendwas kopiert hat, ist seine mehrfach bewiesene Programmierbegabung. Selbst wenn man ihm unterstellen k├Ânnte, das er einige Grundstrukturen von CP/M ├╝bernommen hat, ein primitives “Kopieren” von ganzen Codeteilen h├Ątte der Mann doch gar nicht n├Âtig gehabt. Immerhin hat Paterson mit FAT12 ein neues Dateisystem f├╝r QDOS entwickelt. Die damaligen Anschuldigungen waren vielleicht auch nur ein (verzweifelter) Versuch von Digital Research, am Erfolg von DOS doch noch zu partizipieren. Sp├Ątestens in den Jahren 1983/1984, als der Verkaufserfolg des IBM PC (in Kombination mit IBM/Microsoft DOS) feststand, muss dem genialen Softwareentwickler Gary Kildall sein gigantischer kaufm├Ąnnischer Fehler ja klargeworden sein. Die Grafik unten stammt von der Webseite der “University of Cambridge” und soll den DOS-Stammbaum darstellen. Die Grafik soll nicht weiter kommentiert, dem interessierten Leser aber auch nicht vorenthalten werden.

PC-DOS 1.0

Diese erste Version kam im August 1981 zusammen mit dem IBM PC auf den Markt (s.a. Die Geschichte des IBM-PC). Es war weitgehend kompatibel zu CP/M und identisch zu 86-DOS 1.14 von Seattle Computer Products. Lediglich das DOS-Dateisystem FAT12 war grundlegend neu und wird unter Windows, Linux und Apple auch heute noch f├╝r Disketten verwendet. DOS 1.0 bestand aus 4000 Zeilen reinem Assembler-Code und lief daher in einer Umgebung von nur 12 Kbyte (!). Einige fundamentale Programme, wie diskcopy, debug, edlin und format gibt es heute noch. Disketten im 5 1/4″-Format konnten bei DOS 1.0 nur einseitig mit 160 KBytes beschrieben werden. Es verstand 22 Befehle. Um die Kompatibilit├Ąt zum 8-Bit-Standard-CP/M zu gew├Ąhrleisten wurden (u.a.) Dateinamen auf 8+3 Zeichen beschr├Ąnkt und Laufwerke wurden mit Buchstaben bezeichnet (z.B. “A:”). Das Geniale daran war f├╝r Microsoft und IBM: bereits kurz nach der Einf├╝hrung von DOS wurden jede Menge “Killer-Applications” (z.B. die CP/M Programme VisiCalc, Wordstar, dBase) daf├╝r umgesetzt. Warum war die Umsetzungen in so kurzer Zeit m├Âglich? Ganz einfach: der Portierungsaufwand f├╝r die Hersteller von CP/M Software auf PC-DOS war aufgrund weitgehender Kompatibilit├Ąt des Quellcodes gering. Zudem entwickelte Microsoft parallel auch f├╝r CP/M 86 einen Assembler und mehrere Compiler f├╝r die wichtigsten Programmiersprachen, da war eine fundierte (und vermutlich kostenlose) Beratung der umsetzungswilligen Softwareproduzenten leicht. Umgekehrt galt das ├╝brigens nicht: spezielle f├╝r DOS entwickelte Programme (z.B. das sp├Ątere Lotus 1-2-3) konnten nicht so leicht auf CP/M 86 portiert werden.Von Microsoft war in dieser Hinsicht nat├╝rlich keine Unterst├╝tzung zu erwarten!

├ťbersicht

Entwicklung: Seattle Computer Products, Microsoft, IBM (COMP, DISKCOMP, DISKCOPY, MODE)
Auslieferungsmedium: 1 x 160 KiB, einseitig
Gr├Â├če COMMAND.COM: 4.959 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 160 KiB, einseitig
Batch-Dateien (.BAT) und AUTOEXEC.BAT
Interne Kommandos: COPY, DIR, ERASE, PAUSE, REM, RENAME, TYPE
Externe Kommandos: CHKDSK, COMP, DATE, DEBUG, DISKCOMP, DISKCOPY, EDLIN, FORMAT, LINK, MODE, SYS, TIME, nur PC-DOS: BASIC and BASICA
Ger├Ątebezeichnungen: AUX, COM1, CON, LPT1, NUL, PRN
Programmausf├╝hrung: COMMAND.COM

Es gibt nur eine Diskette, auf der – neben dem Betriebssystem – auch viele Basic-Beispiele enthalten sind. Der Aufdruck auf der Diskette (zweites Foto von links) ist kontrastschwach, die unterste kleingedruckte Zeile des Labels ist nicht zu erkennen. Dort steht: “Version 1.00 ┬ę Copyright IBM Corp. 1981. Licensed Material Program Property of IBM”.

Da bei “dir” noch kein “/w” Parameter zur mehrspaltigen Verzeichnisanzeige verf├╝gbar ist, wurde die Darstellung des Disketteninhalts auf zwei Bildschirme verteilt. Auf der Diskette befinden sich 40 Dateien (inclusive der beiden unsichtbaren Systemdateien “ibmbio.com” und “ibmdos.com”). Von den 38 mit “dir” angezeigten Dateien sind nur 13 ausf├╝hrbare Befehlsdateien in Form von (“com” und “exe”). Dazu kommt die Programmiersprache Basic (zwei Dateien, “basic.com” und “basica.com”). Dieses Basic l├Ąuft ├╝brigens nur auf einem originalen IBM PC, denn es ben├Âtigt zus├Ątzlich das im ROM des PC gespeicherte Basic. Auf vielen Clones st├╝rzt es daher sang- und klanglos ab. Zudem sind 23 “bas”-Dateien auf der Diskette, alles Programmierbeispiele f├╝r das Basic. Zumindest auf der uns vorliegenden US-Version von DOS 1.0 existiert keine “autoexec.bat”, denn der US-Tastaturtreiber ist automatisch aktiv. Internationale Tastaturtreiber sind noch nicht enthalten.

Nur ein primitives Speichermanagement wurde implementiert, genauer gesagt von CP/M ├╝bernommen: die Betriebssystem-Funktion “exec” ermittelt vor dem Laden einer “com”-Datei die erste verf├╝gbare Speicheradresse, also die n├Ąchste freie Speicheradresse ├╝ber dem resistenten Teil des “command.com”. Danach werden die folgenden 256 Bytes f├╝r den sogenannten PSP (Program Segment Prefix) reserviert. Das PSP wird nur vom Betriebssystem genutzt und beinhaltet Informationen zum laufenden Programm. Nachfolgend l├Ądt “exec” die eigentliche Programmdatei an die erste Speicheradresse direkt nach dem PSP-Bereich, legt eine R├╝cksprungadresse auf den Stack, initialisiert die CPU-Register und f├╝hrt das Programm aus. Einen “Header” wie sp├Ąter bei den “exe”-Programmen gibt es bei den “com”-Programmen nicht, das erste Byte der “com” -Datei ist bereits Programmcode. Da Speicherallokierung noch nicht m├Âglich ist, kann/muss ein “com”-Programm logischerweise s├Ąmtlichen im System verf├╝gbaren Speicher benutzen, der aber durch den 8-Bit Datenbus auf nur 64K begrenzt ist. Bei ‘com’-Programmen m├╝ssen also Programmcode und Datenspeicher innerhalb eines 64KB-Segments Platz finden. Diese Einschr├Ąnkung haben die sp├Ąter von Microsoft eingef├╝hrten “exe” Programme nicht, sie k├Ânnen auch mehrere 64KB Speicherbl├Âcke nutzen.

Von DOS 1.0 gab es noch eine interne Version 1.05. Diese wurde notwendig aufgrund eines mathematischen Fehlers, aber niemals offiziell von IBM herausgegeben.

PC-DOS 1.1

Die Nachfolgeversion PC-DOS 1.1 (identisch zu 86-DOS 1.24) erschien im Mai 1982 und war haupts├Ąchlich fehlerbereinigt. Es gab aber auch neue Funktionen wie die Unterst├╝tzung doppelseitiger Disketten mit 320KBytes und einige Befehlserweiterungen. Die OEM-Version 1.25 (weitgehend identisch mit PC-DOS 1.1) wurde von Microsoft u.a. f├╝r die Firmen Zenith Data Systems (wurde bei Zenith auch als Z-DOS bezeichnet) und Sirius hergestellt. Abweichend von PC-DOS lieferte Microsoft bei den OEM-Versionen i.d.R. sein GW-BASIC dazu. MS-DOS 1.25 war die erste Version, die nicht als PC-DOS, sondern als MS-DOS vermarktet wurde und auf anderer Hardware als der von IBM lief. 1982 konnte Microsoft sein DOS bereits an ├╝ber 50 Firmen lizensieren.

├ťbersicht

Entwicklung: Seattle Computer Products, Microsoft
Auslieferungsmedium: 1 x 160 KiB, einseitig
Gr├Â├če COMMAND.COM: 4.959 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 320 KiB, doppelseitig
Batch-Dateien (.BAT) und AUTOEXEC.BAT
Neue interne Kommandos: DATE, DEL, REN, TIME
Neue externe Kommandos: EXE2BIN

Hinweise zur Installation von DOS 1.1

PC/MS-DOS war zu diesem Zeitpunkt – wie auch CP/M – im Grunde nur als Betriebssystem f├╝r Disketten-basierte Systeme zu gebrauchen, denn die – heute selbstverst├Ąndliche – Unterst├╝tzung von Verzeichnissen fehlte noch. Die Organisation einer Harddisk mit mehreren darauf installierten Programme war schon aufgrund dieser fehlenden Ordnungsm├Âglichkeit nicht unproblematisch.

PC-DOS 2.0

(M├Ąrz 1983) Die zweite Version von MS/PC-DOS wurde vollkommen neu geschrieben, nur wenige Bestandteile aus 86-DOS ├╝bernahmen die Entwickler auch in die neue Version. Da IBM im neuen PC-Modell 5160 (XT) eine 10 MB Festplatte einsetzen wollte, bot sich Microsoft die Gelegenheit, sich endg├╝ltig vom Konkurrenten CP/M abzusetzen. Zur besseren Organisation dieser Festplatte entwickelte man ein UNIX-├Ąhnliches hierarchisches Dateisystem in DOS 2.0. Das Pfadtrennzeichen Backslash (“\”) war geboren, Befehle wie “mkdir”, “rmdir” und “chdir” (oder kurz “cd”) wurden implementiert. Den MS Programmierern blieb eigentlich nur das bis “\” Zeichen. Das per Tastatur leichter erreichbare “/” Zeichen (Slash), das in Unix/Xenix als Verzeichnistrenner verwendet wird, ist bei CP/M und in der Folge auch bei DOS 1.x zur Argument├╝bergabe an Programme reserviert. Der einfache Punkt (wie bei den DEC Betriebssystemen) wird f├╝r die Trennung von Dateiname und Dateierweiterungen ben├Âtigt. Microsoft erkannte das nachhaltige Problem mit diesem problematischen Zeichen, aber IBM wollte die Abw├Ąrts-Kompatibilit├Ąt zu DOS 1.x nicht aufgeben. So wurde der auf der Tastatur nur ├╝ber 2 Tasten erreichbare (ALT GR + ?) und daher bis heute ungeliebte Backslash eingef├╝hrt. Obwohl sich z.B. Windows XP gar nicht mehr soviel aus dieser Regel macht: gehen Sie auf START->Ausf├╝hren und geben Sie mal “notepad c:/config.sys” ein. Der gleiche Test h├Ątte unter den DOS basierten Systemen nicht funktioniert. Diese Betriebssysteme h├Ątten alle nach einer Datei “/config.sys” gesucht. Trotzdem kann auch bei XP der Backslash nicht als Teil eines Verzeichnis- oder Dateinamens verwendet werden, eindeutig eine DOS-Altlast. Auch auf die Laufwerksbuchstaben (A:, B:, C: u.s.w.) h├Ątte man bei der Entwicklung von DOS 2.0 zugunsten von “Volume:”- Bezeichnungen (wie bei Unix oder VMS) gerne verzichtet, aber das war aus Kompatibilt├Ątsgr├╝nden zu DOS 1.x ebenfalls nicht mehr m├Âglich.

Erlaubte Sonderzeichen in DOS f├╝r Datei- und Verzeichnisnamen: ~ ! @ # $ % ^ & ( ) _ – { }
Nicht erlaubte Sonderzeichen in DOS f├╝r Datei- und Verzeichnisnamen: */ + | \ = ? [ ] ; : ” . < > ,

Neu waren auch die installierbaren Ger├Ątetreiber, die in einer Startdatei namens “config.sys” installiert werden konnten. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich der Code zum Ansprechen von Hardware ausschlie├člich im BIOS. Zudem baute Microsoft auf Wunsch von IBM das Drucken im Hintergrund ein. Auch werden jetzt einseitige Disketten mit 180 KiB und doppelseitige im 360 KBytes Format unterst├╝tzt. F├╝r PC-DOS 2.0 gab es bereits erste speicherresidente Programme, das bekannteste war wohl Sidekick von Borland. Durch die Einf├╝hrung des hierarchischen Dateiensystems und den damit verbundenen M├Âglichkeiten zur Festplattenorganisation besass PC/MS-DOS 2.0 erstmals ein Feature, das der Konkurrent Digital Research mit seinem CP/M in der Form nicht bieten konnte.

├ťbersicht

Entwicklung: Microsoft, IBM (BACKUP, FDISK, GRAPHICS, RESTORE, TREE)
Auslieferungsmedium: 2 x 180 KiB, einseitig
Gr├Â├če COMMAND.COM: 17.792 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 160/180 KiB einseitig, 320/360 KiB, doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 16 MiB / Partition (FAT12)
Umgebungsvariablen: COMSPEC, PATH, PROMPT
Konfiguration: CONFIG.SYS (AVAILDEV, BREAK, BUFFERS, DEVICE, FILES, SHELL, SWITCHAR)
Ger├Ątetreiber: ANSI.SYS
Neue interne Kommandos: BREAK, CD, CHDIR, CLS, CTTY, ECHO, EXIT, FOR, GOTO, IF, MD, MKDIR, PATH, PROMPT, RD, RMDIR, SET, SHIFT, VER, VERIFY, VOL
Neue externe Kommandos: ASSIGN, BACKUP, FDISK, FIND, GRAPHICS, MORE, PRINT, RECOVER, RESTORE, SORT, TREE
Neue Ger├Ątebezeichnungen: CLOCK$, COM2, LPT2, LPT3

Zudem kam 1983 Lotus mit seiner Tabellenkalkulation 1-2-3 auf dem Markt. Diese extrem leistungsf├Ąhige Tabellenkalkulation mit seinem modernen Bedienkonzept in Form einer einfachen Men├╝struktur sowie Makros, Datenbank-Funktionen und Online-Hilfe erschien nur in einer Version f├╝r DOS, nicht f├╝r CP/M. F├╝r viele Anwender ein k.o.-Kriterium f├╝r CP/M und eine erleichterte Kaufentscheidung f├╝r MS/PC-DOS. Spezielle OEM-Version von 1-2-3 gab es f├╝r die DOS-basierten, aber hardwarem├Ą├čig abweichenden Wang Computer und DEC Rainbow 100.

PC-DOS 2.1

Ein ganz spezielles Release in Form von PC-DOS 2.1 wurde f├╝r den IBM PC jr. notwendig. Bei dem von Microsoft an OEM’s gelieferten MS-DOS 2.11 wurde die Internationalisierung des Betriebssystems (landesspezifische Zeichens├Ątze) eingef├╝hrt, der IBM nicht zugestimmt hatte. Aber MS verkaufte MS-DOS 2.11 – auch ohne IBM’s Zustimmung – als speziell angefertigte Versionen an Firmen wie z.B. Compaq, Tandon, NEC, Olivetti und Zenith, welche landesspezifische Anpassungen forderten. Das war der genau der Clou im Vertrag zwischen Microsoft und IBM, das IBM Lieferungen an Clone-Hersteller nicht verhindern konnte.

Mit der Version 2.1x gelang Microsoft ├╝brigens erstmals ein stabiles und wenig absturzgef├Ąhrdetes Release. So wurde DOS 2.1x f├╝r lange Zeit die Standard-Version f├╝r viele OEM’s. Erst mit der Version 3.1 wurden die OEM-Lieferungen ├╝brigens wieder zu 100 Prozent kompatibel zur IBM-Version. F├╝r welche Hersteller die relativ unbekannte OEM-Version 2.25 hergestellt wurde konnte wir bisher nicht feststellen (evtl. f├╝r Sirius ?).

├ťbersicht

Entwicklung: Microsoft
Auslieferungsmedium: 2 x 180KiB, einseitig
Gr├Â├če COMMAND.COM: 17.792 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: einseitig 160/180 KiB, 320/360 KiB, doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 16 MiB / Partition (FAT12)
Konfiguration: CONFIG.SYS (COUNTRY, nur MS-DOS)
Neue externe Kommandos: FC

Um die Akzeptanz von DOS weiter zu steigern, produzierte IBM Software, die unter DOS und dem PC bzw. lief bzw. liess sie produzieren (z.B. die Assistant-Reihe). Microsoft entwickelte Programmiersprachen und auch Standard-Programme. Viele erfolgreiche Programme f├╝r CP/M konnten die Hersteller relativ leicht auf DOS umsetzen (dBase, Wordstar, Multiplan). Neben vielen B├╝chern kamen auch Lernprogramme f├╝r DOS auf den Markt, u.a. auch von IBM selbst:

Nachfolgend ein paar Bildschirmfotos vom legend├Ąren Lernprogramm “Professor DOS” der Firma NCR, ebenfalls ein DOS-Lizenznehmer:

Jetzt reagierte auch Digital Research. Man erkannte den Verlust der Marktf├╝hrerschaft bei PC-Betriebssystemen und prozessierte bis Mitte der 80er Jahre gegen IBM/Microsoft wegen Copyright-Verletzung. DR konnte identische Codeteile in CP/M sowie den ersten Versionen von MS/PC-DOS nachweisen. Angeblich hat IBM, nachdem sich im Verhandlungsverlauf der Verdacht erh├Ąrtete, das MS ihnen evtl. einen “Clone” verkauft hatte, immerhin 800000 US$ an DR ├╝berwiesen. Trotz einiger Beweise hatte DR vor Gericht keinen Erfolg. MS/PC-DOS unterschied sich nach Meinung der Richter doch zu weit von CP/M, um illegal zu sein.

PC/MS-DOS 3.0

Die Version 3.0 kam im August 1984 zusammen mit dem IBM AT 5170. Es erfolgte die letzte wirklich gro├če Neugestaltung des Kernels, der so weitgehend auch in den nachfolgenden DOS-Versionen erhalten bleiben sollte. DOS 3.0 verf├╝gte bereits ├╝ber rudiment├Ąre Netzwerkf├Ąhigkeiten (File Sharing/Locking), die jedoch zun├Ąchst nur vom IBM-Netzwerk-Adapter unterst├╝tzt wurden. Das BIOS enthielt nun Funktionen f├╝r eine batteriegepufferte Echtzeituhr (RTC). Man beachte: bereits seit MS-DOS 1.0 gab es den TimeStamp mit Jahrtausend-Byte. Die unterst├╝tzte Diskettenkapazit├Ąt stieg auf 1.2 MByte. Die Einf├╝hrung von FAT16┬áf├╝r Festplatten wurde notwendig, um mehr Zuordnungseinheiten (statt┬á4087 bei FAT12 nun max. 65526) zu erm├Âglichen. Bei einer Sektorgr├Â├če von 512 Bytes steigt somit die Gr├Â├če der Festplattenpartitionen auf┬á32 MiB und die Sektoren k├Ânnen gleichzeitig klein gehalten werden, um nicht unn├Âtig Speicherplatz zu verschwenden.

Der Programmcode zum Laden und Ausf├╝hren eines Programm befindet sich nun im DOS-Kernel. Die Summe dieser Modifikationen bewirkte eine Vergr├Â├čerung des Kernels von 24 KiB auf jetzt stattliche 36 KiB. Trotzdem konnte DOS 3.0 die F├Ąhigkeiten der 80286 CPU nicht vollst├Ąndig nutzen, denn eine Unterst├╝tzung des mit dieser 16-Bit CPU eingef├╝hrten “Protected Mode” war nicht implementiert. Somit konnte auch der in diesem Betriebsmodus maximal adressierbare Speicher von 16 MiB weiterhin nicht genutzt werden.

Das Erscheinen von DOS 3.0 bedeutete nicht das sofortige Ende von DOS 2.1x. Die Version 2.1x wurde weiterhin verkauft, da sich auf einem PC/XT die Vorteile der Version 3.0 nicht positiv bemerkbar machten. Eher das Gegenteil war der Fall, da der Befehlsinterpreter┬ácommand.com der Version 3.0 mehr konventionelles RAM verbrauchte, das Programmen somit nicht mehr zur Verf├╝gung stand. Eine R├╝ckkehr zu DOS 2.x war ├╝brigens problematisch, wenn die Festplatte eines XT’s mal mit DOS 3.x formatiert war. DOS 2.x kennt nur das Dateisystem FAT12 und kann mit den FAT16 Dateieintr├Ągen von DOS 3.x nichts anfangen.

├ťbersicht

Entwicklung: Microsoft, IBM (GRAFTABL, KEYBFR, KEYBGR, KEYBIT, KEYBSP, KEYBUK, LABEL, SELECT, VDISK.SYS)
Auslieferungsmedium: 2 x 360 KiB, doppelseitig
Gr├Â├če COMMAND.COM: 22.042 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 32 MiB / Partition (FAT16)
Konfiguration: CONFIG.SYS (Neu: FCBS, LASTDRIVE, STRING, Wegfall: AVAILDEV, SWITCHAR)
Ger├Ątetreiber: VDISK.SYS
Neue externe Kommandos: ATTRIB, GRAFTABL, KEYBFR, KEYBGR, KEYBIT, KEYBSP, KEYBUK, LABEL, SELECT, SHARE

PC/MS-DOS 3.1

Diese Version erscheint im November 1984 und enth├Ąlt eine erweiterte Unterst├╝tzung von Netzwerken und Netzwerkkarten. Ein Update von der Version 3.0 konnte f├╝r einen begrenzten Zeitraum f├╝r 30US$ von IBM bezogen werden. Die DOS-Version 3.1 war die erste ausgereifte DOS-Version mit einer stabilen und vollst├Ąndigen API (implementiert ├╝ber INT 21h usw.).

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Entwicklung: Microsoft
Auslieferungsmedium: 2 x 360 KiB, doppelseitig
Gr├Â├če COMMAND.COM: 23.210 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 32 MiB / Partition (FAT16)
Konfiguration: CONFIG.SYS (Wegfall: STRING)
Neue externe Kommandos: JOIN, SUBST

PC/MS-DOS 3.2

Diese Version erscheint im April 1986 und unterst├╝tzte 3,5″ Laufwerke mit 720 KBytes Kapazit├Ąt. Mit dieser Version gab es erstmals ein OEM-Paket (Handb├╝cher, Datentr├Ąger, Lizenz) in Form von MS-DOS 3.21 von Microsoft selbst, das Clone-Hersteller wie Commodore und Atari mit ihren neuen PC’s ausliefern konnten. Daf├╝r musste MS einige Befehle (mode, fdisk) neu programmieren, da sie von IBM stammten.

├ťbersicht

Entwicklung: Microsoft, IBM (REPLACE, XCOPY)
Auslieferungsmedium: 2 x 360 KiB, doppelseitig
Gr├Â├če COMMAND.COM: 23.612 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 5.25″ 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig – 3.5″ 720 KiB doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 32 MiB / Partition (FAT16)
Konfiguration: CONFIG.SYS (DRIVPARM, STACK)
Ger├Ątetreiber: DRIVER.SYS, RAMDRIVE.SYS
Neue externe Kommandos: APPEND, REPLACE, XCOPY
Kommando(s) Änderungen/Erweiterungen: FORMAT unterstützt /T (Spuren) und /S (Sektoren)

PC/MS-DOS 3.3

Diese Version erscheint im April 1987 und enth├Ąlt Erweiterungen, die f├╝r die IBM PS/2 Linie notwendig wurden. Folglich unterst├╝tzte diese Version jetzt auch 1.44MB Disketten im 3.5″ Formfaktor. Die Extendet Partitions werden eingef├╝hrt, um die bisher vorhandene Begrenzung auf vier prim├Ąre Partitionen einer Festplatte aufzuheben. Compaq lieferte die mit eigenen Utilities (z.B. zur Verwaltung gr├Â├čerer Festplatten bis 512 MiB) aufgepeppte Version 3.31 aus. ├ťbrigens, ein vollst├Ąndiges MS/PC-DOS – nat├╝rlich ohne irgendwelche OEM-Erweiterungen – fand bis zur Version 3.3 auf einer einzigen Installationsdiskette mit 360K Platz.

Hinweise zur Installation von Compaq DOS 3.31

├ťbersicht

Entwicklung: IBM
Auslieferungsmedium: 2 x 360 KiB oder 1 x 3.5″ 720 KiB
Gr├Â├če COMMAND.COM: 25.276 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 5.25″ 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig – 3.5″ 720/1440 KiB doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 32 MiB / Partition (FAT16)
Konfiguration: CONFIG.SYS (DRIVPARM, STACK)
Ger├Ątetreiber: DISPLAY.SYS, PRINTER.SYS, KEYBOARD.SYS, COUNTRY.SYS, EGA.CPI
Neue interne Kommandos: CALL, CHCP
Neue externe Kommandos: FASTOPEN, KEYB, NLSFUNC
Wegfall externe Kommandos: KEYBFR, KEYBGR, KEYBIT, KEYBSP, KEYBUK
Kommando(s) Änderungen/Erweiterungen: ATTRIB /S (rekursiv)
Neue Ger├Ątebezeichnungen: COM3, COM4

Zu IBM PC-DOS 3.3 gab es ein separates Technisches Referenz Handbuch. Eine ├Ąhnliche separate Beschreibung der Programmierschnittstellen gab es direkt vom Hersteller f├╝r DOS 1.x und 2.x noch nicht. Daf├╝r waren die Handb├╝cher dieser Versionen umfassender, z.T. waren darin ├Ąhnliche Informationen wie in dieser “spezialisierten” Technischen Referenz enthalten. Programmierer jedenfalls finden darin hilfreiche Kapitel ├╝ber Ger├Ątetreiber, Bildschirm- und Tastaturkontrolle, DOS Interrupts sowie ├╝ber Disketten- und Datei-Management.

Bemerkung: ab ungef├Ąhr 1988 kann man von einer Dominanz von MS/PC-DOS im PC-Betriebssystem-Markt sprechen. Viele Hard- und Softwarehersteller richteten Ihre Produkte ausschliesslich auf Lauff├Ąhigkeit unter IBM Hardware bzw. MS/PC-DOS bzw. aus.

PC/MS-DOS 4.0

PC-DOS 4.0 (Juli 1988) brachte die neue DOS-Shell (eine mausbedienbare, grafische Anwenderschnittstelle), EGA- und VGA-Unterst├╝tzung und Partitionen mit mehr als 32 MByte. Zudem wurde DOS mit dem Programm SELECT erstmals mit einer Installtionsroutine ausgestattet. Aufgrund einiger Fehler musste bald die Version 4.01 nachgeschoben werden.

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Entwicklung: Microsoft, IBM
Gr├Â├če COMMAND.COM: 37.254 KiB
Auslieferungsmedium: 6 x 360 KiB oder 2 x 3.5″ 720 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 5.25″ 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig – 3.5″ 720/1440 KiB doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 2 GiB / Partition (FAT16B)
Konfiguration: CONFIG.SYS (COMMENT, CPSW, IFS, INSTALL, MULTITRACK, REM, SWITCHES)
Ger├Ątetreiber: SMARTDRV.SYS (MS-DOS), XMA2EMS.SYS, XMAEM.SYS (PC-DOS)
Neue interne Kommandos: TRUENAME
Neue externe Kommandos: FILESYS, IFSFUNC, MEM
Kommando(s) ├änderungen/Erweiterungen: FORMAT (/F Diskettenkapazit├Ąt)

Hinweise zur Installation von DOS 4.0

Bereits 1988 entwickelte Digital Research einen ersten DOS-Clone. DR-DOS 3.31 war noch nicht sehr erfolgreich. Ab 1989 jedoch kam mit der Version DR-DOS 3.41 ein echter Konkurrent f├╝r Microsoft’s DOS 4.0 auf den Markt. DR-DOS enthielt einige Features, die es von Funktionalit├Ąt her MS/PC-DOS sogar ├╝berlegen machte. DR-DOS 3.41 konnte zwar keine DOS-Shell anbieten, war aber praktisch 100%ig kompatibel, unterst├╝tzte Festplattenpartitionen >32 MB und kannte bereits erweiterte Steueranweisung f├╝r die “Config.sys”. Zudem gab es verzeichnis├╝bergreifende Befehle wie “xdir” und “xdel” und – nicht ganz unwichtig – es war billiger. Viele OEM Hersteller (auch viele europ├Ąische wie Vobis und Escom) boten nun mit ihren Computern alternativ auch DR-DOS an. Der Zeitpunkt der Einf├╝hrung von DR-DOS markiert den Beginn eines mehrere Jahre dauernden und teilweise schmutzig gef├╝hrten Konkurrenzkampfes zwischen den jeweiligen DR- und MS/PC-DOS Versionen. Besonders die Fachzeitschriften liebten die Vergleiche zwischen den beiden Betriebssystemen. Etwa mit Erscheinen von Windows 95 sollte der Wettbewerb langsam zugunsten von Microsoft enden, den das darunterliegende DOS spielte bei dieser Windows-Version nicht mehr die gro├če Rolle wie bei den Windows 2.x und 3.x Versionen.

Hinweise zur Installation von DR DOS 3.41

Digital Research kam MS beim Versionssprung auf 5 zuvor, denn DR-DOS 5.0 erschien bereits 1990, vor PC/MS-DOS 5.0. Die Version 4 lie├č DR einfach aus. Wie schon bei der Vorg├Ąngerversion achtete man bei DR auch dieses Mal darauf, neben 100%iger Kompatibilit├Ąt ein paar Features einzubauen die Microsoft nicht hatte. Um zur DOS-Shell eine ├Ąquivalentes Softwareteil anbieten zu k├Ânnen, wurde der Dateimanager “ViewMax” mit einer stark an GEM erinnernden grafischem GUI entwickelt.

PC/MS-DOS 5.0

Im Juli 1991 wurde dann auch DOS 5.0 ausgeliefert, nach einer der l├Ąngsten Beta-Test Phasen, die es bisher bei DOS gegeben hatte. Von Beginn der Entwicklung bis zur Auslieferung fast 3 Jahre ! Ein Grund f├╝r diese lange Zeitspanne war, das MS mit 7000 Beta-Testern den in der Branche bislang gr├Â├čten Praxistest einer Software durchf├╝hrte. DOS konnte nun erweiterten Speicher oberhalb 1MB in Form von XMS– (Extended), EMS– (Expanded) ansprechen und auch sogenannten HMA-Speicher. Viele der neueren Computer – vor allem ab der AT-Klasse – wurden bereits mit mehr als 640KB Speicher ausgeliefert. DOS 5.0 konnte jetzt auch in den bisher ungenutzten Bereich zwischen 640KB und 1024KB Ger├Ątetreiber und speicherresistente Programme auslagern, um den wichtigen Speicher unter 640KB f├╝r Programme freizuhalten. Das alte GW-Basic wurde durch ein moderneres QBasic ersetzt, eine um den Compiler abgespeckte Version des erfolgreichen MS Quick Basic. Viele neue Befehle (z.B. setver, undelete, doskey, himem, help) werden eingef├╝hrt. 2.88MB Diskettenlaufwerke werden ├╝nterst├╝tzt. Die MS-DOS Shell wurde verbessert. MS-DOS 5.0 wurde erstmalig nicht nur ├╝ber OEM’s vertrieben, sondern auch ├╝ber den Fachhandel und direkt von Microsoft selbst. Es war auch das erste DOS, das MS selbst├Ąndig und nicht mehr in Zusammenarbeit mit IBM entwickelte (s.a. Die Installation von MS/PC-DOS).

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Entwicklung: Microsoft
Auslieferungsmedium: 5 x 360 KiB oder 3 x 3.5″ 720 KiB oder 2 x 1.2 MiB
Gr├Â├če COMMAND.COM: 47.987 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 5.25″ 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig – 3.5″ 720/1440/2880 KiB doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 2 GiB / Partition (FAT16B)
Konfiguration: CONFIG.SYS (EMM386.EXE, HIMEM.SYS, SETVER.EXE, DEVICEHIGH, DOS)
Ger├Ątetreiber: SMARTDRV.SYS (MS-DOS), XMA2EMS.SYS, XMAEM.SYS (PC-DOS)
Umgebungsvariablen: TEMP
Neue interne Kommandos: TRUENAME
Neue externe Kommandos: EDIT, DOSKEY, EDIT, EMM386, HELP, LOADFIX, MIRROR, QBASIC, SETVER, UNDELETE, UNFORMAT
Wegfall externe Kommandos: FILESYS, GWBASIC, IFSFUNC, LINK, SELECT
Kommando(s) ├änderungen/Erweiterungen: FORMAT (Quickformat auch bei unformatierten Disketten), FIND (unterscheidet Gro├č-/Kleinschreibung)

Hinweise zur Installation von PC/MS-DOS 5.0

DOS 5.0 war auch die erste DOS-Version, f├╝r die – zumindest von Microsoft – eine separate Update-Version erh├Ąltlich war. Eine installierte Vorg├Ąngerversion war notwendig, um das Update einspielen zu k├Ânnen. Bis zu diesem Zeitpunkt ein Novum in der Geschichte der PC-Betriebssysteme.

Wir werden manchmal auf den Unterschied zwischen PC-DOS und MS-DOS angesprochen. Eigentlich gibt es keinen, jedenfalls bis zur Version 5. Programme, die f├╝r bzw. auf dem einen DOS entwickelt wurden, liefen auch auf dem anderen uneingeschr├Ąnkt. Diese Aussage gilt allerdings nur f├╝r Microsoft und IBM, denn einige Computerhersteller gaben sich mit dem jeweiligen Technologiestand von DOS nicht zufrieden. Das am anspruchvollsten modifizierte und erweiterte DOS in dieser Zeitspanne war Compaq DOS 3.31. Auch Tandon modifizierte DOS massiv, als es die selbstentwickelten DataPac’s (Wechselplatten) einf├╝hrte. Nach der Version 5 drifteten MS- und PC-DOS langsam auseinander. IBM begann ab diesem Zeitpunkt ├╝brigens auch, sein mittlerweile selbst weiterentwickeltes PC-DOS – in Konkurrenz zu Microsoft – direkt an andere Computerhersteller zu vermarkten.

Novell DOS 7.x

Digital Research wird 1991 vom zu dieser Zeit sehr erfolgreichen Netzwerkspezialisten Novell ├╝bernommen. Diese entwickelten DR-DOS rasch weiter. 1992 erschien Novell DR-DOS 6.0 (Netware Lite-Support, DOS-Task-Switcher), ein Jahr sp├Ąter das netzwerkf├Ąhige Novell DOS 7. Es besa├č die grundlegende F├Ąhigkeit, mehrere Programme zu starten und zwischen ihnen hin- und herzuschalten (Task-Switching). Beide Versionen wiesen einen hohen Technologievorsprung gegen├╝ber der aktuellen DOS Version auf. Trotzdem konnten sich DR-DOS keine h├Âheren Marktanteile mehr erk├Ąmpfen, denn zum Einen hatte das Windows-Zeitalter endg├╝ltig begonnen, zum Anderen war speziell die Version 7 sehr fehlerbehaftet. Novell brachte sp├Ąter auch Versionen auf den Markt, die mit der “Lite”- Version ihrer Netzwerksoftware gekoppelt war und somit als Betriebssystem f├╝r kleinere P2P-Netzwerke verwendet werden konnte. 1993 verkaufte Novell alle Rechte an DR-DOS an die Firma Caldera, welches die Version 7.01 bereits als ‘OpenDOS’ weiter vermarktete. F├╝r Privatanwender war es sogar kostenlos.

Hinweise zur Installation von Novell DOS 7

MS-DOS 6.0

Die n├Ąchste Version erschien im M├Ąrz 1993 und brachte Datenkomprimierung (DoubleSpace). Zudem die M├Âglichkeit von Men├╝s in config.sys und Batchdateien, um verschiedene Konfigurationen zu erm├Âglichen. Zudem ist ein Virensuchprogramm (MS-AntiVirus) , eine Backup-Software (MS-Backup) sowie memmaker f├╝r die automatische Speicheroptimierung enthalten. Man munkelt, das Microsoft den Versionssprung auf 6 nur wegen der Konkurrenz (DR DOS war bereits auf 6) gemacht hat. Die Versionsnummern 5.1 oder 5.5 w├Ąre aufgrund der geringen ├änderungen angebrachter gewesen. Trotzdem, innerhalb der ersten 40 Tage nach dem Erscheinen werden 1 Million St├╝ck der Version 6 in Form von Updates und Neuverk├Ąufen abgesetzt. Immerhin liegen dieser Version nun Treiber (MSCDEX) bei, um CD-ROM Laufwerke zu unterst├╝tzen, ein von Central Point Software lizensierter Virenscanner (MSAV) sowie ein ebenfalls zugekauftes Programm zur Defragmentierung der Festplatte (DEFRAG).

Hinweise zur Installation von PC/MS-DOS 6.0

├ťbersicht

Entwicklung: Microsoft
Auslieferungsmedium: 3 x 3.5″ 1.44MiB
Gr├Â├če COMMAND.COM: 52.925 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 5.25″ 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig – 3.5″ 720/1440/2880 KiB doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 2 GiB / Partition (FAT16B)
Konfiguration: CONFIG.SYS (INCLUDE, INSTALLHIGH, MENUCOLOR, MENUDEFAULT, MENUITEM, NUMLOCK, SET, SUBMENU)
Neue externe Kommandos: CHOICE, DEFRAG, DELTREE, MOVE, MSCDEX, MSD, SMARTDRV
Wegfall externe Kommandos: RECOVER

PC-DOS 6.1

IBM brachte im Juni 1993 eine eigenst├Ąndige Version von DOS auf den Markt. Allerdings ohne DoubleSpace und die Microsoft Programme MS-AntiVirus und MS-Backup. Daf├╝r linzensierte man Programme von Central Point Software (Backup, Scheduler) und gab ein IBM eigenes AntiVirus-Programm dazu. Zudem wurde PCMCIA unterst├╝tzt. Da IBM eigene Tablet-Computer (ThinkPad 710T) anbot, war in Form von PenDOS eine entsprechende Unterst├╝tzung vorhanden.

├ťbersicht

Entwicklung: IBM
Auslieferungsmedium: 4 x 3.5″ 1.44MiB
Diskettenunterst├╝tzung: 5.25″ 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig – 3.5″ 720/1440/2880 KiB doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 2 GiB / Partition (FAT16B)
Neue externe Kommandos: DATAMON, E, QCONFIG
Wegfall externe Kommandos: BASIC, BASICA, MIRROR, MSD ersetzt durch QCONFIG, EDIT ersetzt durch E

Bemerkung: keine DOS Version mit einer Null hinter dem Versionspunkt war 100%ig stabil. Auf 1.0 folgte schnell 1.1, auch das – f├╝r den IBM XT v├Âllig neu geschriebene – DOS 2.0 hatte nur eine kurze Lebensdauer und wurde durch 2.1x ersetzt, das dann aber eine gro├če Verbreitung finden sollte. Auf die Version 3.0 – die zusammen mit dem IBM AT erschien – folgten 3.1, 3.2 und dann die sehr beliebte und ausgesprochen stabile Version 3.3. DOS 4.0 wurde durch die fehlerbereinigte Version 4.01 ersetzt, bei 5.0 reichte eine kleine Fehlerbereinigung in Form eines 5.0a. Die letzte offizielle Microsoft Version 6.0 musste wegen des fehlerhaften DoubleSpace durch 6.2 ersetzt werden.

MS-DOS 6.2

Die Versionsnummer 6.1 lie├č Microsoft wohl aus, um zumindest numerisch die Konkurrenz (DR, IBM) zu ├╝berholen. MS-DOS 6.2 enthielt immer noch (DoubleSpace) zur Datenkomprimierung, welches aber nach einem Rechtsstreit mit Stacker Electronics bei der Version 6.21 entfernt werden mu├čte. Das veraltete Kommandozeilen-Tool CHKDSK┬ázum ├ťberpr├╝fen von Datentr├Ągern ist zwar noch vorhanden, wird aber durch SCANDISK ersetzt. Die letzte MS-DOS Version 6.22 wurde im Juni 1994 herausgegeben, jetzt mit eigener Datenkomprimierung. Damit die Benutzer der Versionen 6.0 bis 6.21 ebenfalls zu einer (legalen) Datenkomprimierung kamen, gab Microsoft ein sogenanntes 6.22 Step-Up heraus.

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Entwicklung: Microsoft
Auslieferungsmedium: 3 x 3.5″ 1.44MiB
Gr├Â├če COMMAND.COM: 52.925 KiB
Diskettenunterst├╝tzung: 5.25″ 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig – 3.5″ 720/1440/2880 KiB doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 2 GiB / Partition (FAT16B)
Neue externe Kommandos: SCANDISK
Wegfall externe Kommandos: RECOVER

PC-DOS 7.0

IBM entwickelte von nun an DOS selbst weiter und brachte sp├Ąter noch die Versionen 6.3 (April 1994) und 7.0 (April 1995) auf den Markt.

├ťbersicht

Entwicklung: IBM
Auslieferungsmedium: 5 x 3.5″ 1.44MiB
Diskettenunterst├╝tzung: 5.25″ 160/180 KiB einseitig, 320/360/1200 KiB, doppelseitig – 3.5″ 720/1440/2880 KiB doppelseitig
Festplatten Partitionen: max. 2 GiB / Partition (FAT16B)
Konfiguration: CONFIG.SYS (DOSDATA)
Neue externe Kommandos: ACALC, DYNALOAD, REXX, REXXDUMP
Kommando(s) Änderungen/Erweiterungen: DISKCOPY (benutzt XMS), FIND (Wildcards)
Wegfall externe Kommandos: COMP, EDLIN, EXE2BIN, FASTOPEN, GRAFTABL, GRAPHICS
Wegfall Ger├Ątetreiber: PRINTER.SYS

Nach der ├ťbernahme von Digital Research durch Novell wurde das DR-DOS zur Version 7.0 weiterentwickelt (Novell DOS 7, Multitasking-f├Ąhig) und bis 1997 unter diesem Label vertrieben.

1994 erschien von der russischen Firma PhysTechSoft mit PTS-DOS 6.42 eine interessante DOS Variante. Komplett in Assembler geschrieben war es voll kompatibel, sehr schnell, sehr stabil und erreichte in etwa den Leistungsumfang von DOS 6.22. PTS-DOS ist bis heute als PTS-DOS 2000 erh├Ąltlich, sogar als 32-Bit Version. MS-DOS stirbt einen langsamen Tod, denn auch in den Windows Versionen 95 (DOS 7.x), 98, 98SE und ME (alle DOS 8.x) ist es in vielen Bereichen von Windows-Systemen immer noch vorhanden. Selbst die Recovery Console von Windows 2000, einem reinen 32-Bit System, basiert noch auf MS-DOS. MS-DOS 7.1 ist Bestandteil von Windows 95 und die letzte Version von Microsoft, die sich mit ein paar Tricks aus Windows 95 zu einem vollst├Ąndigen Betriebssystem extrahieren l├Ąsst. Wegen der Unterst├╝tzung von FAT32 Partitionen findet sie vereinzelt noch Anwendung. Es gibt sie als (halblegale) CD-Installation mit vielen Tools, u.a. mit sehr gutem MP3-Player, einem Picture Viewer und grafischen Dateimanager. IBM (PC DOS 2000) und viele kleine Softwarehersteller wie z.B. Caldera haben noch weiterentwickelte Y2K- und eurofeste Versionen dieses Betriebssystems im Programm.

Copyright @ 2004-2023 Wolfgang Kainz-Huber
Der Autor hat zwar im Rahmen seiner M├Âglichkeiten sorgf├Ąltig recherchiert,
kann aber keine Verantwortung f├╝r die Richtigkeit der Angaben ├╝bernehmen.
Quellen:
Die Microsoft Story, Daniel Ichbiah, ISBN 3-593-34806-3
Die Microsoft Akte, Wendy Goldmann Rohm, ISBN 3-612-26672-1