Vorwort:

  • Windows ist nicht bereits als das auf die Welt gekommen, was es heute ist. Dieses weltweite “Fast-Monopol” auf dem kommerziellen OS-Markt ist erst im Laufe der Zeit und durch ├╝beraus geschicktes Marketing entstanden. Computerbenutzer, die z.B. 1980 geboren wurden, d├╝rften Windows ├╝berhaupt erst mit Windows 95 kennengelernt haben.
  • Die ersten Jahre seiner Existenz hat Windows nicht als vollwertiges Betriebssystem, sondern als grafische Benutzeroberfl├Ąche (GUI) auf der Grundlage von MS-DOS verbracht. Erst 8 Jahre nach der ersten Version, also im Jahre 1993, erblickte ein neues Familienmitglied mit der Bezeichnung Windows NT das Licht der Welt. Noch weitgehend kompatibel mit dem Betriebssystem OS/2 1.3 – einer gemeinsamen Entwicklung von Microsoft und IBM – basiert es grundlegend auf 32-Bit und auf einer durchg├Ąngigen grafischen Benutzerf├╝hrung. Die Installation von NT ist auch ohne ein bereits vorhandenes DOS m├Âglich. Aus diesen Gr├╝nden kann erst NT als erstes (Windows-) Betriebssystem bezeichnet werden. Windows NT (oder OS/2, wie man’s lieber sieht) ist der wahre Urvater des heutigen Windows 11, nicht Windows 1.x bis 3.x, 95, 98 oder ME (s.a. Grafik ganz unten).
  • Nat├╝rlich ist uns klar, das so mancher Anwender noch Windows-Versionen vor 10 auf seinem Rechner benutzt und von daher diese Software noch nicht direkt historisch ist. An dieser Stelle sollen jedoch alle bereits ausgelaufenen Windows-Versionen aufgelistet werden, und irgendwann werden auch Windows Vista bzw. Windows 7 hier auftauchen. Es werden auch Pakete dargestellt, die speziell von Microsoft als Erg├Ąnzung f├╝r Windows entwickelt oder zusammen mit Windows verkauft wurden.
  • Die Grundlage f├╝r die nachfolgenden Abbildungen sind die eingescannten Originalkartons der Software. Diese k├Ânnen noch in Folie eingeschwei├čt sein oder sich auch in abgenutzten Zustand befinden, beides wirkt sich negativ auf die Qualit├Ąt der Abbildungen aus. Was Microsoft bereits mit DOS┬á1.x einf├╝hrte waren die so genannten OEM-Versionen (Original Equipment Manufacturer). Wie bei DOS gab es das auch bei Windows, da├č OEM-Versionen zusammen mit der jeweiligen Hardware des Herstellers ausgeliefert wurden. Software-seitig waren sie oft nur mit einem speziellen Startscreen versehen, manchmal (z.B. bei Siemens, Compaq..) waren die ├änderungen auch weitreichender und an die spezifische Hardware angepasst, indem z.B. Ger├Ątetreiber vorinstalliert wurden. F├╝r die Hardware-Hersteller bestand der gr├Â├čte Vorteil der OEM-Versionen darin, das sie billiger von Microsoft zu beziehen waren als die Vollversionen (Retail), die der Computerh├Ąndler anbot. Bis ca. Windows 3.0 wurden von den Hardware-Herstellern oft noch der Aufwand betrieben, die OEM Versionen mit herstellereigenen Handb├╝chern auszuliefern, oft mit teuren Schubern in Ringordnern. Sp├Ąter – mit zunehmendem Preiskampf – verbilligte man das Ganze, in dem Microsoft in Plastikfolie verschwei├čte Standart-Pakete schn├╝rte, die ein universelles Handbuch enthielten, sowie die Datenr├Ąger und ein Lizenzabkommen. Fast immer enthielten die Packungen den Hinweis ‘Darf nur mit einem neuen PC vertrieben werden’ oder einen ├Ąhnlichen Satz. Diese Pakete wurden den Rechnern beigelegt. Sp├Ąter reduzierte man auch die beigelegten Handb├╝cher auf eine Installationsanleitung, das Handbuch war nur noch auf der Installations-CD in elektronischer Form enthalten. Leider sind nur noch wenige dieser OEM-Versionen im Originalzustand┬á erhalten, da die Plastikfolie empfindlich ist und die Pakete daher oftmals aufreissen.

Die Vorgeschichte

Bereits Ende 1982 nahm Microsoft das Projekt Interface Manager f├╝r den IBM PC in Angriff, mit dem Ziel, eine Grundlage f├╝r grafische Anwendungen zu schaffen. Ob letztendlich Xerox PARC (mit der ├╝berhaupt ersten GUI des Xerox Star),┬áApple mit seiner Lisa oder das auf der Comdex 1982 vorgestellte VisiOn der Fa. VisiCorp (bei deren Produktpr├Ąsentation sa├č Bill Gates nachweislich im Zuschauerraum) f├╝r Microsoft der Grund war, die Entwicklung eines eigenen GUI einzuleiten, kann letztendlich nur Bill Gates selbst aufkl├Ąren. Jedenfalls, der Interface Manager wurde im November 1983 offiziell angek├╝ndigt. Damit sollte endlich ein einheitliches Erscheinungsbild der Programme gew├Ąhrleistet werden und der Anwender davon befreit werden, f├╝r jedes einzelne Programm Drucker und Bildschirmaufl├Âsung einrichten zu m├╝ssen. Ein Team von 20 Programmierern fing mit der Entwicklung an und arbeitete praktisch Tag und Nacht, das Projekt hatte bei MS oberste Priorit├Ąt. Auch andere Firmen wie Quarterdeck (DESQview), Digital Research (GEM) und IBM (TopView) bastelten an ├Ąhnlichen Projekten. Apple konnte sein GUI (Lisa OS) seit Ende 1983 zusammen mit der legend├Ąren Lisa bereits ausliefern. Als im Oktober 1983 auch VisiCorp die Fertigstellung der finalen Version von VisiOn bekannt gab beeilte man sich bei MS, einen weiteren verbindlichen (oder eher strategischen?) Auslieferungstermin f├╝r das inzwischen umgetaufte Microsoft Windows zu publizieren. Etwas voreilig, wie sich bald herausstellte. Im Oktober 1984 mu├čte Microsoft – jetzt unter gro├čem Imageverlust – die Freigabe endg├╝ltig auf Mitte 1985 verschieben. Doch Bill Gates hatte vorgesorgt und fr├╝hzeitig eine stattliche Anzahl von namhaften Firmen um sich gesammelt, die sein zuk├╝nftiges “Windows” unterst├╝tzten: u.a. Compaq, TI, HP, Tandy, Zenith und DEC. Anfang 1985 stellte auch Digital Research sein GEM fertig und begann mit der Auslieferung. IBM konnte die Fertigstellung von TopView, einer text-basierten Oberfl├Ąche (TUI), aber mit Multitasking-F├Ąhigkeit Mitte 1985 vermelden. Doch wie vorher der VisiCorp gelang es weder IBM noch Digital Research, eine gr├Â├čere Zahl namhafter Software-Hersteller davon zu ├╝berzeugen, Anwendungen auf Basis ihrer UI’s zu entwickeln. Nur wenige der gro├čen Hardware-Hersteller (u.a. Commodore, Atari, Amstrad und TI) waren des Wartens auf Windows m├╝de und liefen zu GEM ├╝ber.

Windows 1.0

Nach 110 000 Programmierstunden war es Juni 1985 dann endlich da. Die Pressemitteilung lautete: “Microsoft liefert Windows”. Es wurden zuerst aber lediglich Testversionen an Computerhersteller und die Fachpresse ausgeliefert. Und weil auf der Welt nicht nur Vision├Ąre herumlaufen, sondern auch ein paar verfluchte Praktiker, wurde in so mancher Fachzeitschrift die Gretchenfrage gestellt: f├╝r was soll Windows eigentlich gut sein?

Diese Frage war nicht ganz unberechtigt. Grafische Programme f├╝r Windows 1.0x waren zun├Ąchst nicht verf├╝gbar, au├čer den im Lieferumfang enthaltenen “Write” und “Paint”. Der einzige echte Vorteil war die M├Âglichkeit, mehrere MS-DOS-Anwendungen starten zu k├Ânnen und zwischen ihnen hin- und herzuschalten (Task-Switching). Windows war in dieser ersten Version noch nicht in der Lage, mehrere solcher Tasks gleichzeitig auszuf├╝hren. Nur die aktive Anwendung lief wirklich, die Anwendungen im Hintergrund wurden angehalten. Und Windows war langsam, ein Rechner der AT-Klasse mu├čte es schon sein. Ein Farbmonitor mit EGA-Karte war empfehlenswert. Wegen dieser f├╝r damalige Verh├Ąltnisse hohen Hardwareanspr├╝che und den fehlenden speziellen Windows-Programmen lief der Absatz sehr stockend an.
Hier Steve Ballmer in einem Werbefilm und in seiner unnachahmlichen, leicht verr├╝ckten Art, Software zu pr├Ąsentieren (Quelle www.youtube.com)

Die Neuentwicklung f├╝r bzw. die Umsetzung bestehender zeichenorientierter Programme auf die mausgesteuerte, grafische Windows-GUI mit den neuen GUI-Elementen (Pull-Down Men├╝s, Dialogboxen…) war aufw├Ąndig. Zur Unterst├╝tzung der Entwickler gab es ein sogenanntes Windows-SDK (Software Development Kit):

 

Windows 1.00 (Premiere Edition) hat es nicht in die Verkaufsl├Ąden geschafft und wurde ab Mitte 1985 lediglich als Alpha-, Beta- und Release-Candidates-Versionen – wie oben bereits erw├Ąhnt – an Entwickler und die Fachpresse ausgeliefert. Man kann man davon ausgehen, da├č die Version 1.01 im November 1985 die Erste war, die in den regul├Ąren Verkauf ging. Mit der Version 1.02 wurde Windows dann internationalisiert, unterst├╝tzte mehr Hardware und Adobe’s Postscript. Es ist m├Âglich, das diese Version nur in Europa erschienen ist. Wir besitzen diese Version nur als OEM-Ausgaben (Tandon, Tulip). F├╝r die Version 1.03 (erschien Ende 1986) wurde lediglich noch Unterst├╝tzung f├╝r die damals bei gro├čen US-Firmen sehr verbreiteten AT&T-PC’s sowie ein paar zus├Ątzliche Schriftarten und Ger├Ątetreiber eingebaut. Noch im Fr├╝hjahr 1987 – also nur ein halbes Jahr vor Erscheinen von Windows 2.0 – wurde eine an die neue IBM PS/2 PC-Familie angepasste Version 1.04 herausgegeben.

Hinweis

bei den ├ťbersichten werden u.a. die minimalen Systemvorraussetzungen f├╝r die jeweilige Windows-Version angegeben. Das bedeutet, das dieses Windows damit grunds├Ątzlich l├Ąuft. Es bedeutet nicht, das es wirklich Spa├č macht, damit zu arbeiten. Alle Angaben f├╝r CPU-Leistung, RAM und Bildschirmaufl├Âsung sind Anforderungen an die Installationsf├Ąhigkeit und den Start der jeweiligen Windows-Version.

Hinweis

  • Task-Switching: es k├Ânnen mehrere Programme gleichzeitig gestartet und zwischen ihnen hin- und hergeschaltet werden. Nur die gerade im Vordergrund befindliche Anwendung l├Ąuft wirklich, die anderen werden angehalten.
  • Kooperatives Multitasking: die laufende Anwendung, die derzeit die CPU steuert, mu├č nach einer selbst festgelegten Zeit diese Steuerung an die CPU zur├╝ckgeben. Wenn es das tut, wird es als kooperativ bezeichnet. Alle Programme m├╝ssen daher fair zusammenarbeiten, damit diese Art des Multitasking funktioniert.
  • Pr├Ąemptives Multitasking: allen laufenden Anwendungen, die die CPU gemeinsam zu nutzen, wird eine gewisse CPU-Zeit zur Verf├╝gung gestellt. Das OS regelt diese Zuteilung ├╝ber einen sogenannten Scheduler selbstst├Ąndig, die Anwendungen k├Ânnen keinen Einflu├č darauf nehmen.
├ťbersicht Windows 1.x

Architektur: 16-Bit
Codename: Interface Manager
Auslieferungsmedium: Disketten, 5 x 360KiB
Systemvoraussetzungen min.: 256 KiB RAM, 8088/8086, DOS 2.x
Multitasking: nein, Task-switching
Dateisystem: FAT12, FAT16
Netzwerkunterst├╝tzung:
Zusatzprogramme im Lieferumfang: Notizblock, Kartei, Kalender, Zwischenablage, Uhr, Terminal, Write, Paint
Neue Eigenschaften: GUI, Maus, Clipboard, Version 1.03 (internationale Version, erweiterte Tastaturunterst├╝tzung, AT&T 6300 Unterst├╝tzung, weitere Fonts, PostScript), Version 1.04 (min. 320KiB RAM, IBM System /2 Unterst├╝tzung)

Wenn man die deutschsprachigen Computerzeitschriften der Jahre 1986 und 1987 (Chip, Computer pers├Ânlich, mc) durchforstet, dann f├Ąllt auf, das man wenig Werbung f├╝r Windows 1.x darin findet. Zudem gab es anfangs sehr wenig spezielle Windows-Software. Nat├╝rlich findet man fast in jeder Zeitschrift wenigstens einen Testbericht von Windows 1.x. Eines der ersten speziellen Programme f├╝r Windows 1 ist In-a-Vision von Micrografx (ein Zeichenprogramm, sp├Ąter “Designer”). Erst ab Mitte 1986 tauchen dann weitere spezielle Windows-Entwicklungen auf. Was hat Microsoft’s grafische Benutzeroberfl├Ąche damals gekostet? Auch das war schwierig festzustellen, denn es gab nicht viele Softwareh├Ąndler, die in Zeitschriften inserierten und noch weniger solche, die Windows 1.x anboten. Nachfolgend zwei Anzeigen aus der Zeitschrift Chip:

F├╝r die ganz jungen Leser: die Preise sind in DM. Im zweiten Angebot rechts von 1987 wird Windows schon um 60 DM billiger angeboten. Die erste Firma, die in Deutschland einen PC neben dem obligatorischen DOS auch mit Windows auslieferte, war der holl├Ąndische PC-Hersteller Tulip (Modell “PC compact”).

Windows 2.0

Da der gro├če Verkaufserfolg von Windows ausblieb und viele Programmierkapazit├Ąten durch die OS/2 Entwicklung (die MS damals zusammen mit IBM betrieb) gebunden waren, verlor Windows bei Microsoft seine anfangs hohe Priorit├Ąt. Nur noch wenige Entwickler besch├Ąftigten sich mit dessen Weiterentwicklung. Das erkl├Ąrt, warum Windows 2.0 erst im Herbst 1987 auf den Markt kam. Die Neuerungen beschr├Ąnkten sich zwar weitgehend auf die Benutzeroberfl├Ąche (identisch zum “Presentation Manager” des in der Entwicklung befindlichen OS/2), trotzdem waren sie umfassend: ├╝berlappende und in der Gr├Â├če ver├Ąnderbare Fenstern, VGA-Grafik Unterst├╝tzung, Pif-Dateien und Icons f├╝r Programme und Dateien. Das DOS-Fenster zum Starten und Verwalten von Programmen blieb praktisch unver├Ąndert. Damit Programme untereinander Daten austauschen konnten, wurde DDE (Dynamic Data Exchange) eingef├╝hrt.

Windows 2.0x ist die letzte Version, mit der eine Disketteninstallation m├Âglich ist. Alle Nachfolger setzen eine Festplatte voraus.

├ťbersicht Windows 2.0

Architektur: 16-Bit
Codename:
Auslieferungsmedium: Disketten, 10 x 360KiB (mit Paint und Write), 4 x 1.2 MiB
Systemvoraussetzungen min.: 512 KiB RAM, 8088/8086, DOS 3.x
Multitasking: nein, Task-switching
Dateisystem: FAT12, FAT16
Netzwerkunterst├╝tzung:
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang:
Neue Eigenschaften: Pr├Ąsentation Manager mit in der Gr├Â├če ver├Ąnderbaren und ├╝berlappenden Fenstern, VGA- und EMS/XMS-Unterst├╝tzung, Dynamic Data Exchange (DDE)

Schon 1985 verklagte Apple Digital Research wegen der Verwendung von einigen visuellen Elementen (z.B. Laufwerks- und Papierkorb-Symbole) und ├ähnlichkeiten des GEM-Dateiverwalters zum Apple-Finder. Apple ging von einer Copyright-Verletzung aus und Digital Research mu├čte diese Bestandteile letztendlich aus GEM entfernen bzw. ├Ąndern. Windows 1.x besa├č keine derartigen Symbole, darum blieb Microsoft verschont – vorerst. Man mu├č wissen, da├č das Macintosh-OS bis zu diesem Zeitpunkt den GUI-Standard definierte. Obwohl ein Vertrag zwischen Apple und MS bzgl. der Nutzung von ├╝berlappenden Fenster und der Pull-Down Men├╝s in Windows bestand, war Apple der Meinung, Microsoft h├Ątte in Windows 2.x mehr ├╝bernommen als vertraglich vereinbart. Die damalige Reaktion von Apple wird verst├Ąndlicher in Anbetracht der Tatsache, das die Akzeptanz f├╝r Windows mit der langsam zunehmenden Anzahl von Applikationen wuchs, was f├╝r Apple nat├╝rlich eine direkte Konkurrenz bedeutete. Konkurrenz zum einen, weil jetzt mit Windows ausgestattete Rechner von der Bedienerfreundlichkeit her den Mac’s recht nahe kamen. Zum anderen, weil viele Softwarehersteller, die bis dato ausschlie├člich grafische Produkte f├╝r den Mac herstellten, diese nun auf Windows portieren konnten und dadurch die Anzahl der f├╝r Windows verf├╝gbaren Software noch weiter steigen w├╝rde. Es kam zu einem langwierigen Rechtsstreit, der bis 1992 dauern sollte.

Spezielle Windows-Anwendungen, die 1989 zur Verf├╝gung standen:

Micrografx In-a-Vision (1985, Vektorgrafikprogramm)
PC Paintbrush (1988, Malprogramm)
Omnis Quartz (1989, Datenbank, Entwicklungssystem)
Gupta SQL Windows (1988, Datenbank, Entwicklungssystem)
Microsoft Excel (1987, Tabellenkalulation)
Microsoft Word f├╝r Windows (1989, Textverarbeitung)
Aldus Pagemaker (1987, DTP)
Actor (1988, Objektorientierte Entwicklungsumgebung)
Samna Ami Pro (1989, Textverarbeitung)
Siemens Comfotext (1987, Textverarbeitung)
Windows Draw (1987, Zeichenprogramm)
Windows Designer (1987, Zeichenprogramm, Nachfolger von In-a-Vision)

sowie nat├╝rlich das Windows SDK von Microsoft zur Erstellung von Windows Programmen. Dennoch liefen die weitaus meisten Programme noch zeichenorientiert unter DOS. Man muss bedenken, das zu dieser Zeit die Masse der PC’s noch auf einer 8088 und 80286 CPU basierten. Farbmonitore wurden nur mit teuren High-End PC’s standardm├Ą├čig ausgeliefert. Viele DOS Programme waren 1989 auch ohne GUI bereits “mausbedienbar”, der Verbreitungsgrad dieses Eingabemediums stieg daher stark an. Leistungsf├Ąhige Grafikkarten waren ebenfalls noch enorm teuer. Die weitaus meiste Software mit grafischer Benutzeroberfl├Ąche wurde immer noch f├╝r den Apple MacIntosh entwickelt, denn da gab es seit 1984 keine Alternative mehr.

Windows 2.1

Windows 2.1 bzw /286 und /386 verdient deshalb eine Erw├Ąhnung in einem separaten Abschnitt, weil es seine Existenz einem computer-historisch relevanten Ereignis verdankt. Compaq gelang Ende 1986 das damals sensationelle Kunstst├╝ck, mit dem Modell Deskpro /386 den ersten PC mit dem brandneuen Intel 80386 32-Bit-Prozessor auf den Markt zu bringen (Urversion mit 16MHz). Bis dahin war es IBM vorbehalten gewesen, neu erschienene CPU’s als erster in einen PC zu implementieren. Mitte 1987 lieferte Microsoft mit Windows /386 auch ein auf diesen Prozessor zugeschnittenes Windows 2.1. Compaq erhielt diese Windows-Version schon vorab in Form einer speziellen OEM-Version als Windows 2.01. Es wird sogar dar├╝ber diskutiert, ob dieses spezielle Windows /386 vor der offiziellen Markteinf├╝hrung von Windows 2.0 an Compaq geliefert wurde. Ein wichtiges Feature dieser speziellen Windows Variante: die Emulation mehrerer virtueller 8086-Maschinen (VM), deren Speicherbereiche voreinander abgeschottet sind (Protected mode). Jedem gestartetem Programm k├Ânnen in so einer VM bis zu 640 KiB Speicher zugewiesen werden. Dies wurde erst durch die besonderen Eigenschaften des Intel 80386 m├Âglich. Die neue CPU erm├Âglichte die Einf├╝hrung des sogenannten pr├Ąemptiven Multitasking, wodurch Windows /386 jetzt in der Lage war, bei mehreren gleichzeitig gestarteten Tasks (Programmen) auch die im Hintergrund befindlichen weiter laufen zu lassen. Zudem kann der 80386 bis zu 4 GiB Speicher linear adressieren. Das erm├Âglichte dem 16-bit Windows/386 jetzt immerhin bis zu 16 MiB Speicher zu adressieren.

Das normale Windows gab’s nat├╝rlich weiterhin. Um wieder zu einer einheitlichen Namensgebung zu kommen, wurde die Nachfolgeversion 2.11, die ein halbes Jahr nach Erscheinen von Windows/386 auf den Markt kam, mit Windows /286 bezeichnet. Zum Verst├Ąndnis: es gab also jetzt zwei Windows 2.1 Varianten am Markt: Windows /386 (f├╝r Rechner ab Intel 80386) sowie Windows /286 (f├╝r XT’s und AT’s).

├ťbersicht – Windows /286

Architektur: 16-Bit
Auslieferungsmedium: Disketten, 7 x 720 KiB, 4 x 1.2 MiB
Systemvoraussetzungen min.: 8088/8086, 512 KiB RAM, DOS 3.x, Festplatte
Multitasking: nein, Task-switching
Dateisystem: FAT12, FAT16
Netzwerkunterst├╝tzung:
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang:
Neue Eigenschaften: Unterst├╝tzung von mehr Grafikkarten und Druckern (>100). HMA Unterst├╝tzung (64 KiB mehr Speicher)

├ťbersicht – Windows /386

Architektur: 16-Bit
Auslieferungsmedium: Disketten, 7 x 720 KiB, 4 x 1.2 MiB
Systemvoraussetzungen min.: 80386, 1 MiB RAM, 2 MiB Extendet, DOS 3.x, Festplatte
Multitasking: ja (pr├Ąemptiv, eigeschr├Ąnkt)
Dateisystem: FAT12, FAT16
Netzwerkunterst├╝tzung:
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang:
Neue Eigenschaften: Verbesserung der EMS/XMS-Unterst├╝tzung, Unterst├╝tzung von mehr Grafikkarten und Druckern (>100), 8514/a Bildschirmtreiber

Nachfolgend passende Prospekte von Microsoft (pdf, 1,50MB, 1,29MB):

 

Ein ungew├Âhnlicher Werbefilm f├╝r Windows/386 (Quelle www.youtube.com)

Auch f├╝r Windows 2.x bzw. 286/386 wurde von Microsoft – zumindest in den damaligen deutschen Fachzeitschriften, die uns zur Verf├╝gung stehen – keine Werbung geschaltet. Doch aufgrund des inzwischen reichhalterigeren Softwareangebotes und der insgesamt gestiegenen Rechnerleistung wurde es f├╝r Softwareh├Ąndler lukrativer, Windows-basierte Software und Windows selbst anzubieten. Viele der zu dieser Zeit aus dem Boden sprie├čenden Software-Discounter inserierten inzwischen in Zeitschriften, ein Preis f├╝r Windows 2.0/286/386 ist daher leichter zu finden als noch f├╝r Windows 1.x. Nachfolgend eine Anzeige aus der Zeitschrift Computer pers├Ânlich (1989):

F├╝r die ganz jungen Leser: die Preise sind in DM. Beachten Sie bitte auch die viel umfangreicheren Programmangebote f├╝r die Benutzeroberfl├Ąche GEM (Digital Research), die damals in vielen Vergleichstest mit Windows konkurrierte.

Windows 3.0

Windows 3.0 erschien im im Mai 1990 und vereinte die beiden Versionen 286/386 wieder zu einer einzigen Windows Version. Der bisherige Mangel an speziellen Programmen schien schlagartig kein Problem mehr zu sein, denn die Einf├╝hrung war von Microsoft bestens vorbereitet worden. Neue B├╝roanwendungen schossen pl├Âtzlich wie Pilze aus dem Boden, denn das neue Windows war schneller, farbiger, plastischer (dank 3D-Look) und stabiler. Die Unterst├╝tzung des “Protected Mode” (ab 80286) war enthalten, wodurch nun 16 MiB adressiert werden konnten. Drag&Drop – das Verschieben von Programmen/Dateien per Maus – wird eingef├╝hrt. Microsoft ma├č seiner GUI nun wieder mehr Bedeutung zu und stellte 3 Millionen Dollar f├╝r die Er├Âffnungsgala von Windows 3.0 zur Verf├╝gung. Die Fachpresse urteilte ├╝berwiegend positiv. Das war er, der von MS lange erhoffte Durchbruch, finanziell und technologisch. Sonstige Erweiterungen gegen├╝ber der Version 2.x: Farbunterst├╝tzung von mehr als 16 Farben, Netzwerkf├Ąhigkeiten, Auftrennung der Hauptfenster in einen Programm Manager (zum einfachen Ausf├╝hren der Programme ├╝ber Symbole) und den Datei Manager (Kopieren, L├Âschen von Dateien etc.). Zudem wird ein verbessertes Speichermanagement eingef├╝hrt. Beg├╝nstigt wurde das neue Windows auch dadurch, das sich erschwingliche Hardware auf dem Markt durchgesetzt hatte, schnelle 286er und 386er Systeme, meist mit VGA-Grafikkarte und passendem Farbmonitor ausgestattet, waren 1990 zum Standard geworden.

├ťbersicht Windows 3.0

Architektur: 16-Bit, Real Mode (8086), Standard Mode (80286), Enhanced Mode (80386)
Auslieferungsmedium: Disketten, 7 x 720 KiB, 4 x 1.2 MiB
Systemvoraussetzungen min.: 8086, 640 KiB RAM, 256 KiB Extended, DOS 3.1, Festplatte
Multitasking: ja, kooperativ, nur bei 80386 CPU
Dateisystem: FAT12, FAT16
Netzwerkunterst├╝tzung: Novell NetWare, Banyan Vines, LAN Manager, 3Com 3+Share
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Paintbrush, Recorder, Solitaire
Neue Eigenschaften: Unterst├╝tzt bis zu 16 MiB Arbeitsspeicher, Virtual Memory (386 Enhanced Mode), Programm-Manager mit Programmgruppen und Programmverkn├╝pfungen, separater Datei-Manager, farbige Symbole, MS-DOS im Fenster, Kontrollelemente im 3D Look, bessere Zusammenarbeit mit bestehenden Netzwerken, Hypertext-Hilfesystem

Im Windschatten des neuen und erfolgreichen Windows k├Ânnen sich zudem die MS-eigenen Programme Word und Excel zu Marktf├╝hrern emporschwingen, gegen etablierte Konkurrenz wie Lotus, Wordperfect und MicroPro. Der Grund daf├╝r war, das sie (notgedrungen) von MS fr├╝hzeitig auf Windows 3.0 umgesetzt wurden, damit professionelle Standardsoftware zeitgleich mit dessen Erscheinen verf├╝gbar war. MS versprach sich dadurch mehr Akzeptanz f├╝r die neue Version. Bei Microsoft hatte man aber auch erkannt, das die Zeit f├╝r grafische Benutzeroberfl├Ąchen jetzt reif war. Leistungsf├Ąhige Hardware, VGA Grafikkarten und entsprechende farbf├Ąhige Monitore entwickelten sich zum Standard. Festplatten und RAM verbilligten sich, die 486’er CPU etablierte sich gerade. Die PC-Anwender erkannten diesen den jetzt vorhandenen Leistungs├╝berschu├č der Hardware und forderten grafische, mausbasierte Programme, WYSIWYG (“what you see” (am Bildschirm) “is what you get” (auf dem Drucker)) wurde zum gefl├╝gelten Wort in den Fachzeitschriften. Dieser Forderung kam Microsoft nach. Viele andere Hersteller, die bis dahin marktf├╝hrende Produkte f├╝r das zeichenorientierte DOS im Angebot hatten – wie z.B. Ashton-Tate mit dBase, Wordstar und WordPerfect mit den gleichnamigen Textverarbeitungen sowie Lotus mit der Tabellenkalkulation 1-2-3 – verschliefen diesen beginnenden Trend hin zur GUI und gerieten in den nachfolgenden Jahren ins Hintertreffen, vor allem gegen├╝ber Microsoft.

Das Prospekt von Microsoft (pdf, 1,84MB):

Damit schnell Programme f├╝r das sch├Âne, neue Windows auf den Markt kamen, mu├čte den Anwendungsentwicklern ein passendes Werkzeug zur Verf├╝gung gestellt werden. Dies wurde ├╝ber das aufw├Ąndige, aber nicht gerade billige Windows “Software Development Kit”, kurz SDK, abgedeckt. Das SDK wurde zum Standard-Tool f├╝r die Windows 3.x Entwickler-Gemeinde. Optimal dazu passend nat├╝rlich die C Compiler 5.x oder 6.x oder ab 1991 das brandneue Visual Basic von Microsoft. Kommerziell vertriebene SDK gab’s nat├╝rlich auch bereits f├╝r Windows 1.x und 2.x, aber bei Weitem nicht so ausgefeilt. Dies war ├╝brigens das letzte als eigenst├Ąndiges Produkt vermarktete Windows SDK. Sp├Ąter in den 32-Bit Umgebungen (ab Windows NT 3.1 bzw. Windows 95) war das SDK integraler Bestandteil der jeweiligen Entwicklungsumgebungen. Ein erstes 32-Bit SDK (f├╝r das Win32s-Subsystem) existierte ├╝brigens bereits f├╝r Windows 3.1x und war kostenlos von MS erh├Ąltlich. Um 32 Bit Programme unter diesen 16-Bit Windows Umgebungen zu betreiben, musste das Win32s Subsystem nachtr├Ąglich installiert werden.

Relativ schnell bemerkte man auch bei Microsoft, das Windows 3.0 Raum f├╝r viele Zusatzprodukte bot. Neben den Standard-B├╝ranwendungen (Excel, Word) wollte auch man am Markt der vielen kleinen Erweiterungen und Spielen mitverdienen. So kam das erste Entertainment Pack auf den Markt, das u.a. weitere Spiele (u.a. Golf, Taipei, Minesweeper) enthielt. Ebenso gab’s das Productivity Pack. Dieses Zusatzpaket enthielt haupts├Ąchlich Lernprogramme, die einen produktiveren Umgang mit Windows 3.0 em├Âglichen sollten.

Die Microsoft Maus gab’s ja schon seit 1983, also bevor Windows oder eine andere GUI f├╝r den PC mit gr├Â├čerem Verbreitungsgrad auf dem Markt war (VisiOn von VisiCorp. gab’s seit 1982). 1990 versuchte MS, das erfolgreiche Windows mit der eigenen Maus zu “bundeln” und dadurch auch deren Absatz anzukurbeln. Und es funktionierte!

Eine weitere, relativ unbekannte Zwischenversion von Windows 3.0 ist das sogenannte Windows 3.0a with Multimedia Extensions. Diese Version wurde jedoch nie offiziell als eigenst├Ąndiges Produkt verkauft. Lediglich OEM’s lieferten diese Version zusammen mit Ihren Rechnern aus. Es waren Erweiterungen f├╝r CD-ROM Laufwerke und Soundkarten enthalten, die erst in Windows 3.1 zum Standardumfang von Windows geh├Âren sollten.

Windows 3.1

Nach diesem Erfolg (ca. 25 Millionen Windows 3.0 wurden angeblich verkauft) schob MS 1992 die noch schnellere Version 3.1 nach. Zudem war dieses Windows auch noch etwas stabiler als der Vorg├Ąnger Windows 3.0. Mit der Version 3.1 beendete Microsoft die Frage, ob IBM mit OS/2 vielleicht doch noch die Oberhand gewinnen k├Ânnte. Erweiterungen gegen├╝ber der Version 3.0: Object Linking and Embedding (OLE), Multimedia Erweiterungen, TrueType Schriften, verbesserte Fehlerbehandlung und ein neu konzipierter Datei-Manager. Die Anzahl der Windows-Installationen sollte dadurch um weitere 11 Millionen steigen.

├ťbersicht Windows 3.1x

Architektur: 16-Bit, Standard Mode (80286), Enhanced Mode (80386)
Codename: Janus
Auslieferungsmedium: Disketten, 8 x 1.44 MiB, 8 x 1.2 MiB
Systemvoraussetzungen min.: 640 KiB RAM, 80286 (1 MiB RAM Extended), 80386 (2 MiB RAM Extended), DOS 3.1, Festplatte 10MiB, VGA
Multitasking: ja, kooperativ, ab 80386 CPU
Dateisystem: FAT12, FAT16
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBios, Novell NetWare, Banyan Vines, LAN Manager, 3Com 3+Share
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Klangrecorder, Medienwiedergabe, Minesweeper
Neue Eigenschaften: Neuer Dateimanager, unterst├╝tzt bis zu 64 MiB Arbeitsspeicher, 32-Bit Dateizugriff, True Type Schriften, Object Linking & Embedding (OLE), Drag & Drop, neue Systemsteuerung, MS-DOS Fenster unterst├╝tzt Grafik, erweiterter Datei-Manager

Die neue Version 3.1 unterst├╝tzte keine Programme mehr, die f├╝r die Windows-Versionen 1.x und 2.x geschrieben wurden. Umsteigewilligen Windows-Anwender offerierte man erstmals ein Update auf die Version 3.1. Vorausetzung war ein installiertes Windows 2.x oder 3.x. Ein fehlerkorrigiertes Zwischenupdate in Form von Windows 3.11 (Codename: Janus, nicht zu verwechseln mit Windows f├╝r Workgroups 3.11) war kostenlos verf├╝gbar und konnte auch von Microsoft FTP-Seite heruntergeladen werden. Still und leise ersetzte diese Version Windows 3.1 bei den OEM-Lieferungen. ├äusserlich war die Version nicht erkennbar, denn die Verpackung entsprach der Version 3.1. Microsoft machte sich f├╝r dieses kleine Update auch nicht nicht nicht die M├╝he, die ├╝blichen weissen Aufkleber auf den Packungen zu ├Ąndern. Lediglich auf den Diskettenetiketten und – nach der Installation – in der Info-Anzeige der Programm-Managers war die Version f├╝r den normalen Anwender identifizierbar.

Promotion-Video f├╝r Windows 3.1 (Quelle www.youtube.com)

F├╝r zus├Ątzliche True-Type Font’s gab es bald eine gro├če Nachfrage, die oft von Drittherstellern befriedigt werden musste. Auch Microsoft erkannte dies und brachte im gleichen Jahr ein Schriftenpaket f├╝r Windows 3.1 heraus:

Ein seltenes Windows-Hardware-Bundle d├╝rfte das nachfolgende sein: Windows 3.1 mit der Microsoft BallPoint Maus! Die Maus wird seitlich an der Tastatur oder am Laptop befestigt und wie ein Trackball gesteuert.

Auch f├╝r Windows 3.1 (und WfW 3.11) wurde wieder das erfolgreiche Entertainment Pack herausgegeben. Diesmal sogar zweifach: Entertainment Pack II und Entertainment Pack III. Auf beiden war wieder die erprobte Spielemischung enthalten. Die letzten Versionen ├╝brigens, die Produktreihe wurde ab Windows 95 von den sogenannten “Plus”- Paketen abgel├Âst.

Dann gab’s da noch ein Paket, das die multimedialen F├Ąhigkeiten von Windows 3.1 unterstreichen sollte: das Microsoft Windows Sound System. Auch hier wurde die Hardware beigelegt in Form einer 16-Bit Soundkarte, eines kleinen Mikrofons sowie eines Kopfh├Ârers. Dieses Paket war ├╝brigens kein Bundle, sondern eine Erweiterung. An Software war nur das Soundsystem dabei, Windows 3.1 mu├čte man bereits besitzen.

Windows for Workgroups 3.1x

Schon ein halbes Jahr sp├Ąter, im Oktober 1992,┬á erschien Windows for Workgroups, erstmals mit Netzwerkf├Ąhigkeiten, allerdings noch recht d├╝rftigen. TCP/IP, das wichtigste Netzwerkprotokoll (neben Novell’s IPX/SPX), wurde erst sp├Ąter als Erweiterung nachgereicht. Trotzdem l├Âste Windows for Workgroups 3.1 (auch auf Einzelplatz-PC’s) Windows 3.1 recht schnell ab. Unten ein sogenanntes Add-On f├╝r Windows 3.1. Es setzte installiertes Windows 3.1 voraus und erweiterte es um die Netzwerkf├Ąhigkeiten von Windows for Workgroups.

Im August 1993 erfolgte ein Update auf Windows for Workgroups 3.11, welches zwingend eine 80386 CPU voraussetzte. Als wichtigste Neuerungen dieser Version k├Ânnen die vollst├Ąndige 32-Bit-Netzwerkumleitung und der zwischen ihnen gemeinsam genutzte VCACHE.386-Dateicache angef├╝hrt werden. Diese letzte reine 16-Bit Version von Windows hatte ein langes Leben vor sich, denn bis zum Jahr 2008 konnte man bei MS Lizenzen daf├╝r erwerben.

├ťbersicht Windows for Workgroups 3.1x

Architektur: 16-Bit, Standard Mode (80286), Enhanced Mode (80386)
Codename: Kato (3.1), Snowball (3.11)
Auslieferungsmedium: Disketten, 9 x 1.44 MiB (OEM: auch CD-ROM)
Systemvoraussetzungen min.: 80286, 3 MiB RAM (ohne Netzwerk 2 MiB), DOS 3.1, Festplatte, VGA
Multitasking: ja, kooperativ, nur bei 80386 CPU
Dateisystem: FAT12, FAT16
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBios, SPX/IPX, TCP/IP (Add-On)
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Fax, Schedule, Mail, Hearts
Neue Eigenschaften: Remote Access Service (RAS), 32-Bit-Netzwerkumleitung (nur 3.11)

Hier zwei OEM Versionen von Windows for Workgroups 3.11 (einmal gebundelt mit MS-DOS 6.2), Vor- und R├╝ckseite. Es handelt sich jeweils um Disketten-Versionen. Beachten Sie den Hinweis ‘Darf nur mit einem neuen PC vertrieben werden’.

Ein Spezialangebot von Microsoft bestand 1992 in einem Komplettangebot (Starter Kit) zur Vernetzung von 2 PC’s mit WfW 3.1. Dieses Angebot enthielt neben der Software auch 2 Netzwerkkarten sowie ein Netzwerkkabel, 2 T-Verbindungsst├╝cke, Anschlu├čwiderst├Ąnde und sogar einen Schraubendreher.

Ende 1993 erschien die Nachfolgeversion Windows for Workgroups 3.11, u.a. jetzt mit dem integrierten Netzwerkprotokoll TCP/IP.

Statt eines normalen Updates gab es eine WfW-Spezialversion, das sogenannte “Workgroup Add-On f├╝r Windows”. Nach dessen Installation wurde aus einem Windows 3.1 ein vollwertiges WfW 3.11. Voraussetzung war jedoch eine bereits bestehende Windows 3.1- oder WfW 3.1-Installation.

Relativ unbeachtet blieb, das Windows f├╝r Workgroups 3.11 bereits in der Lage war, 32-Bit Programme abzuarbeiten (nachinstallierbares “Win32s”-Subsystem). Trotzdem kann man festhalten, das die 16-Bit Reihe der Microsoft Windows GUI, die 1985 mit Windows 1.0 begann, mit WfW 3.11 endet.

Microsoft Bob

1995 erschien mit Microsoft Bob ein weiteres, bis heute relativ unbekanntes Produkt, das als Erweiterung von Windows 3.1 (oder neuer) konzipiert war. Die neuartige Benutzeroberfl├Ąche von “Bob” wurde als “Utopia” bezeichnet und sollte Anf├Ąngern den Umgang mit Windows erleichtern. Das Ganze war gut gemeint, der durchg├Ąngig verwendete “Comic”-Stil der Grafiken wirkt auf den ersten Blick fast schon ein bisschen kindisch. Ausgestattet u.a. mit Adressbuch, Kalender und Haushaltsmanagern brachte es auch einige spezielle Applikationen mit, die ├╝ber OLE-Technik gut miteinander kommunizieren konnten. Doch “Bob” floppte, denn gerade die starke OLE-Integration stellte f├╝r die damalige Zeit hohe Anspr├╝che an die Hardware (mindestens 80486 CPU, 8MB RAM, 30 MB freier Festplattenspeicher). Die Software selbst war mit 100$ auch nicht gerade billig. Als Windows 95 mit seiner moderneren Benutzeroberfl├Ąche immer mehr Marktanteil erreichte, wurde “Bob” eingestellt. Da wir in 7 Jahren Suche keine deutsche Version von Bob finden konnte, ist davon auszugehen, das es in Deutschland zwar angeboten wurde, aber schon aufgrund der fehlenden Sprachanpassung praktisch ├╝berhaupt keinen Absatz fand.

Windows NT 3.1

Microsoft hatte bereits 1988 den genialen David Cutler mit der Entwicklung eines v├Âllig neuen, plattformunabh├Ąngigen 32-Bit Betriebssystems beauftragt. Cutler war vorher bei DEC und ma├čgeblich an der Entwicklung des Betriebssystems VMS beteiligt. Fachleute spekulieren noch heute, wie weit das VMS-Konzept auf NT ├╝bertragen wurde. Offiziell arbeitete Cutler jedoch an einer neuen Version von OS/2 (OS/2 NT (New Technology)), um die Kooperation mit IBM nicht zu gef├Ąhrden. 1989 liefen bereits erste Teile von Windows NT, die zum gr├Â├čten Teil in der Programmiersprache “C” programmiert wurden. Irgendwann konnte MS vor IBM nicht mehr verbergen, das heimlich an einem eigenen 32-Bit OS gearbeitet wurde und nicht an OS/2. So kam es Anfang 1991 zum Bruch zwischen MS und IBM. Auf der Comdex 1991 kann bereits eine erste lauff├Ąhige Version des neuen OS der ├ľffentlichkeit pr├Ąsentiert werden. Ebenfalls in diesem Jahr werden erste Beta-Versionen an Entwickler ausgeliefert. Es sollte jedoch noch fast ein ganzes Jahr ins Land gehen, bevor das schon so lange angek├╝ndigte Windows NT im Juli 1993 auf den Markt kommen sollte. Irritierenderweise erschien NT nicht mit der Versionsnummer 1.0, sondern mit der Versionsnummer 3.1. Vielleicht hat Microsoft die Versionsnummer so gew├Ąhlt, weil NT ├╝ber die gleiche Benutzeroberfl├Ąche wie Windows 3.1 verf├╝gte. Aber damit enden auch schon alle Gemeinsamkeiten, denn NT wurde von Grund auf als 32-Bit Betriebssystem konzipiert (6.1 Millionen Codezeilen) und ben├Âtigte im Gegensatz zu den 16-Bit-Windows Versionen kein vorinstalliertes DOS als Systemvoraussetzung. DOS ist in NT nur noch als Software-Emulation vorhanden. Diese erste Version war ├╝brigens noch weitgehend kompatibel zu OS/2 1.3.

├ťbersicht Windows NT 3.1

Architektur: 32-Bit (NTVDM, 16-Bit Subsystem)
Plattform(en): IA-32, DEC Alpha, MIPS
Codename: AXP/93
Auslieferungsmedium: 22 x 1.44 MiB, CD-ROM
Systemvoraussetzungen min.: 80386, 12 MiB RAM, Festplatte, VGA
Multitasking: ja
Multiuser: ja
Service Packs: 3
Dateisystem(e): FAT12, FAT16, NTFS, HPFS
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBEUI, TCP/IP, DLC, SPX/IPX
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Command (Kommandozeilenprozessor), Benutzer-Manager, Systemmonitor, Festplatten-Manager, Druck-Manager, Ereignisanzeige, Bandsicherung
Neue Eigenschaften: HAL (Hardware Abstraction Layer), Multi/Uniprocessor-Support, Arbeitsgruppen- und Dom├Ąnen-Netzwerkmodelle, lange Dateinamen (nur NTFS und HPFS), Registry Systemdatenbank

Im Gegensatz zu den 16-Bit Windows Versionen arbeitet NT mit pr├Ąemptivem Multitasking. Die Stabilit├Ąt im Vergleich zu Windows 3.1 nahm dadurch enorm zu, allerdings auch die Hardwareanforderungen, ein 386er mit 12 MiB RAM (besser 16MiB RAM) war die Minimalanforderung. NT 3.1 kann theoretisch bis zu 4GB RAM adressieren. Sein Kernel ist auf portierbar auf andere Prozessorarchitekturen (MIPS, Alpha-AXP). Netzwerkunterst├╝tzung (NetBEUI, TCP/IP, IPX/SPX) geh├Ârt bei NT zur Grundausstattung. Es werden aber auch g├Ąngige Netzwerke von Novell, Pathworks, Banyan u.s.w. unterst├╝tzt. Das neue Dateisystem NTFS wird eingef├╝hrt, NT unterst├╝tzt jedoch weiterhin FAT16 und auch HPFS (OS/2 Filesystem). Die Kompatibilit├Ąt zu bestehender Software (DOS, 16Bit Windows) war gut, solange Programme nicht versuchten, direkt auf die Hardware des Rechners zuzugreifen. Die Systemdatenbank Registry wird eingef├╝hrt und ersetzt die bisherigen Konfigurationsdateien wie system.ini und win.ini. Der Unterschied des normalen Windows NT 3.1 zu Windows NT 3.1 Advanced Server Version war optisch nicht leicht zu erkennen. Die Server Version enthielt – neben zus├Ątzlichen Netzwerkprotokollen wie z.B. AppleTalk – vor allem einen sogenannten Domain-Controller. In einer Domain k├Ânnen die Benutzer zentral verwaltet werden. Die individuellen Benutzereinstellungen werden durch den Domain-Controller (i.d.R. am Server) gespeichert und sind an den Benutzer und nicht an eine bestimmte Arbeitsstation gebunden (wie es z.B. beim Arbeitsgruppen-Prinzip der Fall ist). Zudem verf├╝gt die Server-Version ├╝ber die M├Âglichkeit, Festplatten in einem RAID-Verbund zu organisieren.

Windows NT 3.5

Ende 1994 wird Windows NT zum ersten Mal verbessert. Es erscheint mit der Versionsnummer 3.5 und hat jetzt einen Umfang von 10.1 Millionen Codezeilen. NT 3.5 gibt es ebenfalls in einer Workstation-Version und in einer Server-Version. Au├čerdem wird OLE (Object Linking & Embedding) verbessert und erh├Ąlt die Versionsnummer 2.0. Der Nachfolger mit der Version 3.51 (Juni 1995) war dann eigentlich mehr ein fehlerbereinigtes Uodate. Lediglich die PCMCIA-Unterst├╝tzung wurde verbessert und eine Datenkompression eingef├╝hrt. Die PCMCIA-Implementierung setzte beim Einsatz einer einer entsprechenden Karte allerdings noch immer ein Reboot voraus, Plug&Play wurde noch nicht unterst├╝tzt. Die Optik der Benutzeroberfl├Ąche entsprach weiterhin der von Windows 3.1.

Windows NT 3.1 und 3.5 waren keine Mainstream-Betriebssysteme! Diese ersten Versionen fanden kaum Verbreitung auf PC’s des Durchschnittsanwenders bzw. den Heim-PC’s. Daf├╝r waren dessen Anspr├╝che an die Hardware zu hoch und die Administration zu komplex. Lediglich Netzwerk-Server, bei denen WfW 3.11 als Client vorgesehen war, wurden mit Windows NT ausgestattet. Erst ab 1996, mit dem Erscheinen von Windows NT 4.0, sollte sich dies langsam ├Ąndern.

├ťbersicht Windows NT 3.5x

Architektur: 32-Bit (NTVDM, 16-Bit Subsystem)
Plattform(en): IA-32, DEC Alpha, MIPS, Power PC
Codename: Daytona
Auslieferungsmedium: 22 x 1.44 MiB, CD-ROM
Systemvoraussetzungen min.: 80386, 12 MiB RAM, Festplatte, VGA
Multitasking: ja
Multiuser: ja
Service Packs: NT 3.5 (3), NT 3.51 (5)
Dateisystem(e): FAT12, FAT16, NTFS, HPFS
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBEUI, TCP/IP, DLC, SPX/IPX
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang:
Neue Eigenschaften: OLE 2.0, Erweiterungen der Systemsteuerung, OpenGL, lange Dateinamen auch bei FAT16

Die ersten Versionen von Windows NT (bis NT 4.0) liefen ├╝brigens auch auf MIPS, Power PC sowie DEC’s Alpha Architekturen. Letzteres hatte DEC mit Microsoft ausgehandelt, da ein Gericht 1995 entschieden hatte, das Microsoft den NT-Entwickler David Cutler (und dessen Crew) illegal von DEC abgeworben hatte. Zudem hatte das Gericht Patent- und Lizenzrecht-Verletzungen aufgrund von ├änhlichkeiten zwischen Windows NT und dem DEC Betriebsystem VMS festgestellt (das Cutler vorher ma├čgeblich mitentwickelt hatte).

Hier eine OEM Ausgabe von Windows NT 3.51 Workstation, Vor- und R├╝ckseite. Es handelt sich um eine CD-Version. Beachten Sie den Hinweis ‘Darf nur mit einem neuen PC vertrieben werden’.

Windows 95

Im August 1995 erscheint nach einer riesigen Werbekampagne Windows 95 (Codename Chicago). Es ist das erste Produkt der Windows 9.x – Reihe (Windows 95 bis Windows ME), die alle einen DOS Hybrid-Kern mit 16/32bit haben und alle unter der internen Versionsnummer 4.x laufen. DOS muss bei der 9.x – Reihe nicht mehr zwingend vorher installiert werden, obwohl es aus Kompatibilit├Ątsgr├╝nden immer noch als Unterbau des ganzen Systems fungiert. 32Bit TCP/IP ist jetzt im Standardumfang enthalten, wodurch sich Rechner mit Windows 95 als Client-OS f├╝r verschiedenste Netzwerke durchaus anbieten. Die alte 8+3 Namenskonvention ist jetzt auch bei der DOS-basierten Windows Linie aufgehoben.
Microsoft h├Ątte die zunehmende Verbreitung des Internets bei der Entwicklung von Windows 95 beinahe verschlafen. Erst sehr sp├Ąt (als Netscape mit seinem Navigator bereits einen Riesenerfolg hatte) reagierte man und lizensierte f├╝r 2 Mio. Dollar einen Browser der der Fa. Spyglass. Dieser wurde dann als Internet Explorer 1.0 in den ersten Versionen von Windows 95 integriert.

1995 wuchsen die Angebote des Internet sprunghaft. In diesem Jahr wurden u.a. ‘Ebay’ und ‘Amazon’ gegr├╝ndet.

In den Jahren danach folgte ein mehrj├Ąhriger Rechtstreit mit der US-Ankl├Ągerin Janet Reno. Hauptpunkt der Anklage war der Wettbewerbsvorteil Microsofts bei Web-Browsern gegen├╝ber den Mitbewerbern wie Netscape durch die feste Integration des IE in Windows 95/98. Vor allem der Internet Explorer 4.0 ‘krallte’ sich f├Ârmlich in Windows ein. Bei seiner Installation wurden sogar Systembibliotheken ersetzt. Microsoft wollte so den Entwicklungsvorsprung und die Marktanteile von Netscape unbedingt aufholen. Die feste Integration in ein erfolgreiches Produkt wie Windows 95 und sp├Ąter 98 erschien ihnen die beste Methode zu sein.

├ťbersicht Windows 95

Architektur: 16/32-Bit
Plattform(en): x86
Codename: Chicago
Auslieferungsmedium: 21 x 1.44 MiB, CD-ROM
Systemvoraussetzungen min.: 80386, 4 MiB RAM, Festplatte, VGA
Multitasking: ja (pr├Ąemptiv 32Bit, kooperativ 16Bit)
Multiuser: ja (Benutzerprofile, ungesch├╝tzt)
Service Packs: 3 (OSR2, OSR21, OSR25)
Dateisystem(e): FAT12, FAT16, FAT32 (ab OSR2), NTFS, HPFS (nur Netzlaufwerke)
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBEUI, TCP/IP, SPX/IPX, DLC (32-Bit)
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Internet Explorer (kostenlose Beilage als Starter-Kit), Freecell, Rechner, Medien-/CD-Wiedergabe Wordpad, Hyperterminal
Neue Eigenschaften: Neues GUI (Startmen├╝) mit neuem Desktop, Kontextmen├╝s, Plug & Play Hadwareerkennung, lange Dateinamen, DirectX, USB Unterst├╝tzung (ab OSR2), Registry Systemdatenbank

Die Benutzeroberfl├Ąche wurde im Vergleich zu seinen Vorg├Ąngern komplett ge├Ąndert, Windows 95 erweckt beim Anwender den Eindruck, als sei es bereits weitgehend objektorientiert. Mit dem Service Release 2 werden USB-Unterst├╝tzung sowie mit “FAT32” ein erweitertes Dateisystem eingef├╝hrt.

OEM Versionen: hier eine OEM Version von Windows 95 OSR2, Vor- und R├╝ckseite. Es handelt sich um eine CD-Version.

F├╝r Windows 95 Einsteiger stellte Microsoft mit Windows 95 Start! erstmals ein separat zu erwerbendes Produkt zur Verf├╝gung, das interaktiv in die Bedienung der neuen Oberfl├Ąche einweisen sollte.

Ein weiteres Begleitprodukt zu Windows 95 gab es in Form Microsoft Plus!. Neben mehreren Bildschirmmotiven beinhaltete es auch einige brauchbare Programme wie den Systemdienst und Datenkomprimierung. Zudem wurde der Internet Explorer 1.0 zusammen mit diesem Paket ausgeliefert, wahrscheinlich aufgrund der andauernden Rechtstreitigkeiten mit der US-Kartellbeh├Ârde. Eine besondere Version der Plus! Paktes erschien 1997: “Microsoft Plus! for Kids”. Spezielle Desktop-Themes, ein spezielles Malprogramm (“PaintIt”), das Programm “TakeIt” (gibt Text als Sprache aus) und vieles mehr.

Damit auch Windows 3.x Benutzer in den Genuss des Microsoft Web-Browsers kamen, wurde 1996 der “Internet Explorer Starter Kit” herausgegeben, der zus├Ątzlich zum IE 3.0 (32Bit Version f├╝r Windows 95 und Windows NT 4.0) auch die 16Bit-Version 2.1 des IE enthielt. Das war (bis auf separate Internet Explorer SDK’s und Installations-CD’s) das letzte Mal, das der “Microsoft Internet Explorer” als separat zu erwerbendes Verkaufsprodukt erschien.

Windows NT 4.0

Im dritten Quartal 1996 erscheint auch NT 4.0 als Workstation und Server-Version (18.9 Millionen Codezeilen) mit der neuen Benutzeroberfl├Ąche von Windows 95. Um die Bildschirmausgabe zu beschleunigen, wurde der entsprechende Treiber in den Kernel gelegt. Dies f├╝hrte zu Schwierigkeiten bei einigen Grafikkarten. Zudem wurden ├änderungen im RAS (Remote Access Service) durchgef├╝hrt. Ein ziemlicher Wermutstropfen der neuen Version war, das die Unterst├╝tzung des OS/2 Filesystems HPFS aufgegeben wurde.

├ťbersicht Windows NT 4.0 Workstation

Architektur: 32-Bit (NTVDM, 16-Bit Subsystem)
Plattform(en): IA-32, DEC Alpha, MIPS, Power PC
Codename: Cairo
Auslieferungsmedium: CD-ROM
Systemvoraussetzungen min.: 80486, 12 MiB RAM, Festplatte, CD-ROM, VGA
Multitasking: ja, pr├Ąemptiv
Multiuser: ja
Service Packs: 6
Dateisystem(e): FAT12, FAT16, NTFS, HPFS (teilweise)
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBEUI, TCP/IP, DLC (32-Bit), SPX/IPX
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Internet Explorer, Exchange, Freecell, 3D Pinball, Space Cadet, Rechner, Medien-/CD-Wiedergabe Wordpad, Hyperterminal
Neue Eigenschaften: GUI wie Windows 95, DirectX (eingeschr├Ąnkt), Graphics Device Manager (GDI) nun im Kernel, Crypto API, Telephony API

Es wurden 6 Service-Packs nachgeschoben (u.a. zur Unterst├╝tzung des Euro-Symbols, sogar 7, wenn man das 6a mitz├Ąhlt), was NT 4.0 schlu├čendlich zu einem hochstabilen Betriebssystem machte. Seine Auslieferung wurde, obwohl der Nachfolger Windows 2000 bereits auf dem Markt war, erst im September 2001 eingestellt. Ein ausschlaggebender Umstiegsgrund auf von NT 4.0 auf Windows 2K war f├╝r viele seine fehlende USB Unterst├╝tzung, ohne die moderne Digitalkameras, Drucker und Scanner nicht benutzt werden konnten.

Windows NT 4.0 Server enth├Ąlt mit dem Internet Information Server (IIS) standardm├Ą├čig einen kompletten Webserver. Sehr fortschrittlich ist auch die Implementierung eines Terminal Server, der es mehreren Benutzern gleichzeitig erlaubt, sich auf dem Server einzuloggen und die auf ihm gespeicherten Programme auszuf├╝hren. Zwei Windows NT 4.0 Server k├Ânnen jetzt auch zu einem Cluster zusammengeschaltet werden, wodurch die Ausfallsicherheit bzw. die Verf├╝gbarkeit des gesamten Servers wesentlich erh├Âht wird.

Hier eine OEM Version von Windows NT 4.0 Workstation, Vor- und R├╝ckseite. Es handelt sich um eine CD-Version. Im Vordergrund eine Boot-Diskette, aber es sind noch zwei weitere CD’s enthalten.

Windows NT 4.0 wurde mit viel TamTam auf verschiedenen Messen auch in einer Version f├╝r die brandneue DEC Alpha Workstation angek├╝ndigt. Diese besass in der ersten Version einen RISC-Prozessor mit 266MHz, der mit Alpha bezeichnet und bereits seit 1992 mit Unix/Linux Systemen eingesetzt wurde. Windows NT 4.0 lief neben der Alpha-CPU ├╝brigens auch auf IBM-Power-PC und MIPS R4400. Das beweist: es hat tats├Ąchlich mal funktioniert, was Microsoft immer versprochen hatte: dass NT auf viele Plattformen portierbar w├Ąre. Aber die Sache hatte dann doch einen Haken. Man darf sich das nicht so vorstellen, das man jetzt sein Office 95 genommen, zur Alpha-Maschine mit Windows NT 4.0 r├╝bergegangen w├Ąre und dann einfach installieren h├Ątte k├Ânnen. Die zugrunde liegende Betriebssystem w├Ąre ja identisch. Aber dem ist nat├╝rlich nicht so. Windows-Programme f├╝r Intel CPU’s basieren selbstverst├Ąndlich auf CPU-spezifischen Bin├Ąrcode. Und was f├╝r Intel gut ist l├Âst auf RISC-Maschinen einen Weltuntergang aus – und umgekehrt. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Architekturen k├Ânnten gar nicht gr├Â├čer sein. Offensichtlich hatte Microsoft an einer Portierung seiner Anwendungen auf die Alpha’s kein gesteigertes Interesse und belie├č es bei der Unterst├╝tzung von NT. Und somit gab’s kein Word und kein Excel und auch sonst nicht viel sch├Âne Windows Software f├╝r die h├╝bsche Alpha Workstation von DEC.

Windows CE

1996 erscheint Windows CE, eine resourcen-schonende Windows-Version f├╝r die sich immer mehr verbreitenden PDA-Computer. Im Unterschied zum normalen Windows kann es statt mit der Maus und der Tastatur nur mit einem Stift bedient werden. Spezielle SDK’s beinhalten Windows CE und erm├Âglichen die Entwicklung von CE-Applikationen am Desktop-PC. Ob Windows CE au├čerhalb dieser SDK’s als separates Produkt erschienen ist oder nur an Ger├Ątehersteller geliefert wurde, ist nicht bekannt.

Vorg├Ąnger von Windows CE ist Windows for Pen Computing, das 1992 als Add-On f├╝r Windows 3.1 f├╝r sogenannte Tablet- bzw. Handheld-PC’s entwickelt wurde. Microsoft musste in dieser Zeit ein Konkurrenzprodukt zum vision├Ąren PenPoint der Firma GO Corporation anbieten. Die Fachpresse sah einen riesigen Markt f├╝r Pen-gesteuerte Computer, zu dieser Zeit eine Fehleinsch├Ątzung. Bereits 1994 wurde die Entwicklung von Windows for Pen Computing eingestellt. In Windows 95 waren aber ├╝berarbeitete Funktionen zur Pen-Steuerung nachinstallierbar.

Bereits 1998 werden die Versionen 2.0 und 2.1 von Windows CE herausgegeben.

Windows CE dient noch heute als Basis f├╝r die moderne PDA-Computergeneration, denn Microsoft Pocket PC oder das aktuelle Windows Mobile basierten bzw. basieren auf dem WinCE-Kern. CE l├Ąuft auf unterschiedlichster Hardware (Intel und sowie Risc-Systemen wie MIPS und ARM) und kann von den Herstellern individuell mit Anwendungen ausgestattet werden. Im April 2000 (Windows CE 3.0) und im Februar 2001 (Windows CE 4.0) erscheinen weitere Nachfolger. Windows CE wird bis 2004 weiterentwickelt (CE 5.0) und ├Ąndert 2006 seinen Namen zu Windows Embedded. Microsoft hat das Ende der Produktlinie CE f├╝r 2022 angek├╝ndigt.

Windows 98

Windows 98 (Codename Memphis) wird im Juni 1998 ver├Âffentlicht. Der Internet Explorer 4.0 wird (angeblich) vollkommen in die grafische Benutzeroberfl├Ąche integriert, was Microsoft so manchen ├ärger mit dem Browser-Marktf├╝hrer Netscape einbringt. Aber durch diese enge Integration in Windows k├Ânnen Internet-Seiten auch auf dem (Active-) Desktop platziert werden, wodurch sich deren Inhalte sich im Falle einer Online Verbindung automatisch aktualisieren. F├╝r das neue FAT32-Dateisystem (unterst├╝tzt Festplatten gr├Â├čer 2 GB), ist ein Hilfsprogramm vorhanden, das die Konvertierung bestehender Installationen von FAT16 nach FAT32 erlaubt. Zudem wurde das Powermanagement (ACPI) ├╝berarbeitet, wodurch vor allem die Verwendung von Windows in Zusammenhang mit Notebooks vereinfacht werden sollte.

1998 geht auch die Suchmaschine ‘google’ an den Start. Schon am Ende des gleichen Jahres hatte ‘google’ 60 Millionen Seiten indexiert.

├ťbersicht Windows 98

Architektur: 16/32-Bit
Plattform(en): x86
Codename: Memphis
Auslieferungsmedium: CD-ROM, Diskettensatz mu├čte gekauft werden
Systemvoraussetzungen min.: 80486, 16 MiB RAM, Festplatte, VGA
Multitasking: ja (pr├Ąemptiv 32Bit, kooperativ 16Bit)
Multiuser: ja (Benutzerprofile, ungesch├╝tzt)
Service Packs:
Dateisystem(e): FAT12, FAT16, FAT32, NTFS und HPFS (nur Netzlaufwerke)
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBEUI, TCP/IP, SPX/IPX
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang:
Neue Eigenschaften: mehr Treiber, USB, UDMA (Ultra-Direct Memory Access), WDM (Win32 Driver Model), ActiveX Desktop, Desktop-Themes

OEM Versionen: hier eine OEM Version von Windows 98, Vor- und R├╝ckseite. Es handelt sich um eine CD-Version mit Windows START und Bootdiskette.

Neue Hardware wie DVD, Firewire und AGP wird unterst├╝tzt. Erw├Ąhnenswert ist auch, das das Treiber-Modell erstmals mit dem High-End Betriebssystem Windows NT kompatibel gemacht wurde.

Auch zu Windows 98 gab es die von Windows 95 bekannten Begleitprodukte Start! sowie Plus!. Neben den Bildschirmmotiven gab es diesmal u.a. McAfee VirusScan sowie einen CD-Player.

Windows 98 SE (Zweite Ausgabe)

Die Auslieferung von Windows 98 SE erfolgt im Mai 1999. W├Ąhrend f├╝r die Vorg├Ąngerversionen Windows 95 und Windows 98 die sogenannten Plus-Pakete separat zugekauft mussten, sind diese in SE bereits integriert. Verschiedene Programme wurden ├╝berarbeitet (Paintbrush, Defragmentierer). Windows 98 SE ist die stabilste aller erschienen 4.x Versionen, das behauptet zumindest die Fachpresse dieser Zeit.

OEM Versionen: hier eine OEM Version von Windows 98 SE, Vor- und R├╝ckseite. Es handelt sich um eine CD-Version mit Windows START und Bootdiskette f├╝r die Firma Medion.

Windows 2000

Der lange als Windows NT 5.0 (Codename Cairo) angek├╝ndigte Nachfolger von Windows NT 4.0 ist 1999 fertig und wird ausgeliefert. Fast vollst├Ąndig in C++ kodiert, mit 30 Millionen Zeilen (!) eines der gr├Â├čten Softwareprodukte, die bis dahin jemals produziert wurden. In den ersten beiden Beta Versionen wurde das neue Windows noch mit NT 5.0 bezeichnet, bei der Beta 3 erhielt es seinen endg├╝ltigen Namen.

├ťbersicht Windows 2000

Architektur: 32-Bit
Plattform(en): x86
Codename: Memphis NT (NT 5.0)
Auslieferungsmedium: CD-ROM
Systemvoraussetzungen min.: Pentium 133, 64 MiB RAM, Festplatte, VGA
Multitasking: ja, pr├Ąemptiv
Multiuser: ja
Service Packs: 4
Dateisystem(e): FAT12, FAT16, FAT32, NTFS
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBEUI, TCP/IP, SPX/IPX
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Defragmentierung, neue 3D-Bildschirmschoner
Neue Eigenschaften: Plug&Play, USB Support, Safe Mode. Active Directory, Dateiverschl├╝sselung, WDM (Windows Driver Model)

Die Boot Sequence wurde ├╝berarbeitet, die Speicherverwaltung ge├Ąndert, die Netzwerkf├Ąhigkeiten verbessert und endlich auch die USB-Unterst├╝tzung implementiert.

Das von Windows 98 her bekannte Filesystem FAT32 wird jetzt auch von Windows 2000 unterst├╝tzt. Der neue Windows Installer soll die saubere installation und Deinstallation von Programmen gew├Ąhrleisten und die Nachinstallation von ben├Âtigten Moduln vereinfachen. Zudem wurde – nicht so ganz ├╝berraschend – die Unterst├╝zung der Alpha-CPU aufgegeben.

Windows ME

Das letzte Windows (ME steht f├╝r Millenium Edition), das MS/PC-DOS als Grundlage benutzt, wird ausgeliefert und als Home-Version von Windows 2000 beworben. Der DOS-Modus selbst wurde bei ME allerdings entfernt. Mit ME endet zudem der 16Bit-basierte Zweig des Windows Baums. Als wichtigste Neuerung in ME sei das “System Recovery” angef├╝hrt. Diese Funktion stabilisiert das Betriebssystem, indem es sicherstellt, das die Systemdateien den f├╝r einen ordnungsgem├Ą├čen Betrieb ben├Âtigten Versionen entsprechen. Ansonsten wurden lediglich einige Multimedia Erweiterungen (u.a. Videoschnitt) als Verbesserungen gegen├╝ber der Vorg├Ąngerversion Windows 98 SE eingebaut.

├ťbersicht Windows ME

Architektur: 16/32-Bit
Plattform(en): x86
Codename: Millennium
Auslieferungsmedium: CD-ROM
Systemvoraussetzungen min.: Pentium 150 MHz, 32 MiB RAM, Festplatte, CD-ROM, VGA
Multitasking: ja (pr├Ąemptiv 32Bit, kooperativ 16Bit)
Multiuser: ja (Benutzerprofile, ungesch├╝tzt)
Service Packs:
Dateisystem(e): FAT12, FAT16, FAT32, NTFS und HPFS (nur Netzlaufwerke)
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBEUI, TCP/IP, SPX/IPX
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Movie Maker, DirectX 8.0, Media Player 7.0, IE 5.5
Neue Eigenschaften: weitere Desktop-Themes

Mit Windows ME endet der Zweig von Windows 9.x, der mit Windows 95 begann und noch auf MS-DOS als Unterbau beruht. Das nachfolgende Windows XP kommt aus der Windows NT/2000 Linie und hat als Gemeinsamkeit mit dem 16/32-Bit Zweig nur das Design der grafischen Beutzeroberfl├Ąche.

Windows XP

Wie im obigen Absatz erw├Ąhnt wurde mit Windows XP – das im August 2001 erschien – die 16-Bit Linie (Windows 9.x) sowie die 32-Bit Linie (Windows NT/2000) zu einer Produktlinie zusammengef├╝hrt. F├╝r den Heimanwender gab es die Home Edition, f├╝r den Profi die Professional Edition. Das sorgte bei den K├Ąufern f├╝r einige Verwirrung, da die Unterschiede zwischen den Editionen nicht offensichtlich waren. Tats├Ąchlich fehlten in der Home Edition nur Funktionen, die der normale Heimanwender nicht brauchte. Einige davon sind nachfolgend aufgef├╝hrt:

  • Remote Desktop
  • Multi-CPU Unterst├╝zung
  • IIS (Internet Information Services/Personal Web Server)
  • EFS (Encrypting File System)
  • Domains (Active Directory)
  • Multi-Language Unterst├╝tzung

Zudem sparte man bei der Home Edition im Vergleich zur Professional Edition einige Sicherheitseinrichtungen und Netzwerkprotokolle ein.

Was beide Editionen betraf, war die jetzt notwendige Produktaktivierung. Nach der Installation von einer regul├Ąr erworbenen Edition l├Ąuft Windows XP zwar, verlangt aber in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden seine Aktivierung. Innerhalb eines Monats mu├č diese durchgef├╝hrt werden. Sie kann Online oder per Telefon erfolgen.

Eine f├╝r alle Anwender sichtbare ├änderung betraf die Benutzeroberfl├Ąche Luna. Vielen war diese neue Aufmachung einfach zu bunt. Daf├╝r f├╝hrte Microsoft die sogenannten ‘Themes’ (Farbschemata) ein, wodurch das Erscheinungsbild von XP schnell ver├Ąndert werden konnte. Da sich viele wieder die Bedienung (Startmen├╝) und Optik von Windows 2000 zur├╝ck w├╝nschten, gab es auch bald Tools, die genau das realisierten.

├ťbersicht Windows XP

Architektur: 32-Bit / 64-Bit
Plattform(en): x86 / x86-64
Codename: Whistler (NT 5.1)
Auslieferungsmedium: DVD-ROM
Systemvoraussetzungen min.: Pentium (32 Bit: 233 MHz, 64 Bit: 733 MHz), RAM (32 Bit: 64 MiB, 64 Bit: 256 MiB), Festplatte (min. 1,5 GB) , SVGA
Multitasking: ja, pr├Ąemptiv
Multiuser: ja
Service Packs: XP (3), 2003 Server (2)
Dateisystem(e): FAT12, FAT16, FAT32, NTFS
Netzwerkunterst├╝tzung: NetBEUI, TCP/IP, SPX/IPX
Neue Zusatzprogramme im Lieferumfang: Internet Explorer 6.0, Media Player 8, Movie Maker, CD Brenner
Neue Eigenschaften: neue GUI (Luna), Produktaktivierung, automatische Updates, Desktop-Themes, Systemwiederherstellung

Auch bei Windows XP hielt Microsoft an den Nachr├╝stm├Âglichkeiten ├╝ber Plus-Pakete fest.

Die Server-Version von Windows XP erhielt eine neue Namensgebung: Windows Server 2003 (Whistler Server). Sie erschien in verschiedenen Editionen und Ausbaustufen (Web Server, Small Business Server, Enterprise, Datacenter, Storage Server u.a.) sowie als 32-Bit und 64-Bit Version. Nach dem Launch von Windows XP dauerte es ganze zwei Jahre, bis Microsoft die Server Version ver├Âffentlichte. Der Grund war, das Microsoft – Unterschied zu fr├╝heren Server-Versionen – diesmal wirklich lange testete. Sogar der Kernel wurde gegen├╝ber den XP-Editionen nochmals ├╝berarbeitet. Sicherheitsfunktionen bzgl. Dateibehandlung (Sicherung ge├Âffneter Dateien) und gegen unauthorisierte Zugriffe (Firewall) sind implementiert. Auch das .NET-Framework ist integraler Bestandteil der Server-Version.

Mit dem Windows XP Media Center gab es eine spezielle Edition, die speziell auf den Multimediabereich (Abspielen von Musik und Videos) abzielte und optional auch mit einer Fernbedienung gesteuert werden konnte. Die Schriftgr├Â├čen wurden angespasst, damit WMC auch am heimischen Fernseher – vor dem man ja mit einem gewissen Abstand sitzt – eine gute Figur machte. Vom Windows XP Media Center erschienen mehrere Versionen, die jeweils ihr Erscheinungsjahr im Namen hatten (2002, 2004, 2005). Weitere Editionen erschienen f├╝r die sich mittlerweile verbreitenden Tablet PC’s und f├╝r den Einsatz in der Industrie, zum Beispiel f├╝r Kassensysteme (XP Embedded).

2005 erschien Windows XP Professional auch als 64-Bit-Version. Die Verbreitung hielt sich in Grenzen, da zu dieser Zeit die minimalen Hardware Voraussetzungen f├╝r Desktop-Rechner (siehe Kasten oben) noch zu hoch waren.

Hier endet unsere Microsoft Windows Historie – vorl├Ąufig! Nat├╝rlich hat diese Entwicklung bekannterma├čen noch kein Ende gefunden, aber wir sind der Meinung, das Windows XP – dessen Support im April 2014 eingestellt wurde – aktuell ein guter Schlu├čpunkt ist. XP ist im Jahr 2020 noch auf ca. 0,98% aller Computer weltweit installiert (nach einer Umfrage der Statista GmbH). Windows 8.x (ab 2013), der unmittelbare Vorg├Ąnger des heutigen Windows 10, kommt 2020 mit 2,06% noch sogar noch auf einen geringeren Anteil als Windows 7 (2009), das mit fast 21% (!) noch einen ├╝berraschend hohen Anteil hat.

Ein Teil der Windows-Sammlung sowie einige zeitgen├Âssische Konkurrenzprodukte in einer Ausstellung am VCFe

Windows Ausstellung

Bis heute verwenden mehr als 1 Milliarde Menschen Produkte der Firma Microsoft.

“Wir haben bei der Entwicklung von Windows wie die Tiere geschuftet”
Neil Konzen, langj├Ąhriger Mitarbeiter von Microsoft

“Windows gibt den Blick frei auf die Zukunft der Integration”
PC World, Dezember 1985

Die Reihe wird demn├Ąchst mit Windows Vista und Windows 7 fortgesetzt !