Nachfolgend werden einige Highlites bei den ZugĂ€ngen zu unserem Inventar aufgelistet und beschrieben. Es tut uns leid fĂŒr die schlechte BildqualitĂ€t, aber die Informationen und Bilder auf dieser Seite wurden einfach von unserer alten Webseite (www.computerstorage.de) ĂŒbernommen.

DEC PDP-8

Das uns einmal eine “Straight-8” erreichen wĂŒrde, haben wir eigentlich nicht mehr erwartet. Wir sind davon ausgegangen, daß sich dieses erste Modell einer langen Reihe von DEC-Minicomputern bereits vollstĂ€ndig in SammlerhĂ€nden befindet. Doch ein Ingenieur, der jahrelang bei einer MĂŒnchner Firma fĂŒr Sicherheitssysteme beschĂ€ftigt war, hat bei der Firmenauflösung die im Keller gelagerte PDP fĂŒr sich gesichert. Nach einer weiteren mehrjĂ€hrigen Einlagerungszeit hat er sich 2008 entschlossen, sie an uns weiterzugeben. Sie hat optisch gelitten, ist aber vollstĂ€ndig.

Die DEC PDP-8 wurde 1965 vorgestellt und ist der erste in Massen gefertigte Computer, der mit der Modellkategorie ‘Minicomputer’ bezeichnet wurde. Man darf sich den Aufbau in der Abbildung links nicht als vollstĂ€ndige Computeranlage vorstellen. Im Prinzip ist das lediglich die CPU und der Hauptspeicher, die Peripherie (z.B. zur Datenspeicherung) ist nicht abgebildet. Damals war eben alles noch ein bißchen grĂ¶ĂŸer, denn das Rechenwerk mußte ĂŒber viele kleine Logikplatinen realisiert werden. Der Mikroprozessor war noch nicht erfunden. Der Hauptspeicher (Magnetkerne) dieser ersten PDP-8 betrĂ€gt standardmĂ€ssig 4000 12-Bit Worte, konnte aber noch ausgebaut werden. Die vorher angesprochenen Logikplatinen sowie der Hauptspeicher befinden sich in den beiden schwarzen TĂŒrmen ĂŒber der Bedieneinheit. Die Modellreihe PDP-8 wurde immerhin bis 1990 gebaut, der ‘Straight-8’ folgten die Modelle PDP-8/e, PDP-8/f und PDP-8/m.

Seit Anfang des Jahres 2022 sind wir mit der komplexen Restauration der PDP-8  beschÀftigt. Seine neu gewonnenen Erfahrungen mit dieser Maschine teilt Oliver Knapp in diesem Video.

Apple ][

Bei dem computer-historisch wichtigen Apple ][ (Modellbezeichnung ohne plus, europlus oder /e) mußten wir geduldig sein. Nicht weil er sooo selten wĂ€re, aber die Sammlerpreise sind seit den 2000er Jahren ganz immens gestiegen. Dieses Modell folgte 1977 dem Apple I nach, ist also der zweite Computer von Apple ĂŒberhaupt und wurde ebenfalls nur von einem Mann entwickelt: Steve Woszniak. In den USA (wo sonst) haben wir 2001 schließlich ein preisgĂŒnstiges Angebot erwischt, mit zwei Disk ][ und ein bißchen Software sowie den Manuals fĂŒr umgerechnet nur 400€, plus teurem Übersee-Versand natĂŒrlich. Das GerĂ€t ist funktionsfĂ€hig und optisch in einem gutem Zustand. Na also, das Thema Apple ][ ist fĂŒr uns damit abgehakt.

Commodore C65

Ein legendĂ€res GerĂ€t. Keiner weiss sicher, wie viele davon produziert wurden. Auch wie viele heute noch existieren, ist nicht bekannt. Aufgrund von Informationen in Wikipedia kann aber von ca. 200 StĂŒck weltweit ausgegangen werden. Es könnten auch noch ein paar mehr sein, schließlich gibt es ja auch Leute, die nicht im Internet veröffentlichen, das sie im Besitz eines solchen GerĂ€tes sind. Software gibt es nicht viel dafĂŒr, zudem ist das GerĂ€t ein Prototyp und dementsprechend fehlerbehaftet. Daher: ein reines SammlerstĂŒck.

Spannender ist, wie wir in den Besitz eines solchen GerĂ€tes gekommen sind. 2001 unterhielt Yahoo noch eine Auktionsplattform. Auf der versteigerte ein Schweizer einen C65, Startgebot 100 CHF. Ich habe die Auktion zufĂ€llig gefunden, 655 CHF geboten und die Auktion aber nicht mehr weiter verfolgt. NatĂŒrlich wurde ich letztendlich von (nur!) zwei Konkurrenten ĂŒberboten. Das Siegergebot lag bei ca. 1650 CHF. Unter uns: das waren Zeiten! Der letzte C65 wurde im November 2017 auf Ebay fĂŒr ĂŒber 80.000€ versteigert, dabei haben vier unterlegene Bieter ĂŒber 40.000€ geboten. Meine EnttĂ€uschung bzgl. der verlorenen Yahoo-Auktion hielt sich damals aber in Grenzen, da kommt ja bestimmt wieder mal einer. Wie naiv man doch sein kann. Die Geschichte war aber noch nicht zu Ende, denn jetzt wird es kurios! Der Gewinner der Auktion trat von seinem Angebot zurĂŒck. Laut den Regeln von Yahoo wurde das zweithöchste Gebot (ca. 1600 CHF) zum höchsten Gebot. Doch auch der zweite KĂ€ufer lehnte ab! Nun erhielt ich mit dem dritthöchsten Gebot von Yahoo eine Benachrichtigung, ob ich das Angebot annehmen wĂŒrde. Das habe ich, wie Sie sich denken können. So kam ich in den Besitz von einem der ersten funktionsfĂ€higen C65-Prototypen mit der Seriennummer 000011. Der VerkĂ€ufer war bei der Übergabe des C65 in Konstanz nicht wirklich gut gelaunt ;:)

Commodore 900

Der Prototyp des Commodore 900 wurde auf der Cebit 1985 vorgestellt. Er ist eines von sehr wenigen Computermodellen. die auf einem Zilog Z-8001 (16-Bit) CPU basieren. Die ca. 500 hergestellten Exemplare wurden eigentlich nur an Entwickler ausgeliefert, doch auch interessierte und finanzkrĂ€ftige Privatleute sind an diese im Detail sehr unfertigen Versionen gekommen. Im Vergleich zu Workstations von Sun, Apollo oder SGI handelte es sich beim C900 um eine mit ca. 8000€ vergleichsweise preiswerte Unix-Maschine. Diese lagen zu dieser Zeit im Bereich von umgerechnet 20.000 bis 30.000 EUR. Als Betriebssystem zum C900 wurde ein speziell angepasstes Coherent Unix in der Beta-Version 0.7.3 mit ausgeliefert.

Wie kamen wir zu dieser seltenen Maschine? Ich erhielt einen Anruf von der TU Garching. Dort war ein Physik-Professor in Rente gegangen, der ausschließlich mit Commodore Computern gearbeitet hatte. Dessen Assistent hatte die Rechner zwar teilweise schon entsorgt, aber einige wĂ€ren noch da. Also fuhr ich hin, um die Reste abzuholen. Neben einigen CBM-Rechnern stand dabei auch der C900, den ich anfangs als einfachen PC einstufte. Der Assistent klĂ€rte mich auf. Der Professor hatte bis zuletzt mit dem C900 an einem Projekt gearbeitet. Wiederholt sei der Grafik-IC (VDC-8563, ein VorgĂ€nger des VIC fĂŒr den spĂ€teren Commodore 128) an Überhitzung gestorben. Aber der Professor war hartnĂ€ckig und forderte von Commodore immer wieder Ersatz. So erhielt er die letzte Revision des VDC, der dann endlich stabil lief. Zudem gab es fĂŒr den C900 aufgrund seines proprietĂ€ren HGR-Modus (High-Resolution-Graphic) noch keinen speziellen Commodore-Monitor, hier ließ er sich einen Philips-Monitor speziell anpassen.

Telxon Platine, Intel 4004 Chipsatz

Wir konnten diese Platine 2004 ĂŒber eine Auktion erwerben. Es handelt sich um eine Platine mit einer seltenen Implementierung des ersten Mikroprozessors, dem Intel 4004 (2.300 MOS-Transistoren, 0,108Mhz). Hergestellt wurde sie vermutlich im 1976 von der Firma Telxon (Houston, USA). NatĂŒrlich finden sich auf der Platine auch sĂ€mtliche Peripherie-Chips (u.a. 4001: ROM/IO Device, 4002: RAM/IO Device, 4003: 10-bit shift register, 4008/4009: Verbindung zum Programmspeicher sowie I/O-Interface). Die meisten besitzen Goldkontakte und sind vom Typ C, also der ersten Baureihe. Die 6 Chips oben sind 1302 PMOS-ROM’s mit 2048 Bits KapazitĂ€t. Zudem ist ein Intel Eprom 1702A darauf enthalten. Das 1702A ist das erste Eprom der Welt und speichert 256 8-Bit Worte. Die Platine ist eine echte Intel-RaritĂ€tensammlung! Wegen des komplizierten Zugriff auf das RAM ist der 4004 schwierig zu programmieren. Viele dieser ersten CPU’s wurden in Taschenrechnern und “embedded applications” (z.B. Ampelsteuerungen) verbaut. Der Verwendungszweck dieser Platine war uns jedoch nicht bekannt. Erst spĂ€ter erreichte uns eine Mail von Herrn Dietmar Berg. Hier ist sie als pdf.

MITS Altair 8800a

Der MITS Altair 8800a von 1975, eine Legende. Ihm werden viele Rekorde nachgesagt. Viele davon stimmen nicht. Er war z.B. nicht der erste Personal Computer und auch nicht der erste Computer mit einem Mikroprozessor. Seine Weg zum Serienmodell jedoch war spannend, fast abenteuerlich (diese Stories können auf vielen US-Seiten nachgelesen werden). Was stimmt: er war die Hardware-Grundlage fĂŒr die erste Microsoft Software (Basic). Gut erhaltene Exemplare des 8800(a) sind begehrte Sammlerobjekte, erhĂ€ltlich praktisch ausschließlich in den USA. Und da haben wir auch unseren 2004 erworben, samt der 88-DCDD 8″ Laufwerkseinheit. Hier das Innenleben des 8800a.

MITS Altair 8800b und 8800b turnkey

Der 8800b und der Altair 8800b (Turnkey) sind die verbesserten Nachfolger des 8800a. Beim 8800b finden sich nur wenig technische Änderungen, ein bisschen mehr RAM, stabileres Netzteil und eine verbesserte Optik. Das ‘Turnkey’-Modell (folgte erst 1977) jedoch brachte eine wichtige Anpassung an den technischen Fortschritt, indem ein Boot-Loader automatisch einen Bootvorgang von einem externen Speichermedium (Kassettenrekorder oder Floppy Disk) einleiten konnte. 1977 wollte (verstĂ€ndlicherweise) niemand mehr einen Computer, der ausschließlich ĂŒber die Front-Switches bedient/gebootet werden mußte.

Wir wurden uns – auch noch 2004 – mit dem gleichen VerkĂ€ufer aus den USA einig, der uns auch schon den 8800a verkauft hatte.

IMSAI 8080

Ab 1976 ausgeliefert gilt der IMSAI – nach dem Altair 8800a – als der Zweite in grĂ¶ĂŸerer StĂŒckzahl produzierte Mikrocomputer ĂŒberhaupt. Zudem kann er als der erste Clone eines anderen Mikrocomputers (eben des Altair) bezeichnet werden. Bekannt wurde der IMSAI durch seinen Auftritt im Film War Games. Seine Bedienkonsole war mit den roten und blauen Funktionschaltern und den vielen Kontrolllampen netter gestaltet als die des Altair, zudem besass er ein stĂ€rkeres Netzteil. Der IMSAI (wie auch der Altair) konnte ĂŒber 22 S-100-Bus SteckplĂ€tze mit kompatiblen Zusatzkarten aufgerĂŒstet werden. Optional war zudem eine 8″ Doppelfloppy-Einheit verfĂŒgbar.

Cromenco System Three

Cromenco wurde 1974 von zwei Stanford-Studenten (Roger Melen, Harry Garland) gegrĂŒndet und 1976 zu einer Firma ungewandelt. Das Cromenco System Three, das wir 2008 als Spende erhalten haben (von Prof. Dr. H. Schlosser, Bochum), stammt aus dem Jahr 1978 und gehört (neben z.B. Northstar Horizon und Processor Technology Sol 20) zu den ersten vollwertigen Microprozessor-Systemen. Wie viele andere Systeme dieser Zeit basiert es auf einer Zilog Z80 CPU und dem S-100 Bus. Aussergewöhnlich war, dass das System III von vornherein auf Multiuser-Betrieb ausgelegt war (Betriebsystem: Digital Research MP/M). In der ersten HĂ€lfte der 80iger Jahre hatte Cromenco 500 Angestellte und machte einen jĂ€hrlichen Umsatz von ca. 500 Millionen US$. Trotzdem wurde die Firma Mitte der 80iger Jahre von Dyntech Computer Systems ĂŒbernommen.

Processor Technology Sol-20

Der Sol-20 von 1976, ein weiterer Meilenstein in der Sammlung. Zu dieser Zeit vielleicht das Modell am Markt, das am meisten als Homecomputer ausgeprĂ€gt war. Denn im Gegensatz zu vielen anderen (wie Altair’s und Imsai’s) brachte er bereits Tastatur, einen seriellen und einen parallelen Port sowie einen Videoausgang mit. Also nur einen Composite Monitor anschließen (evtl. ein bisschen RAM reinstecken) und es konnte losgehen.

Dieser Rechner befindet sich seit 2005 in unserer Sammlung, ist in originalem und neuwertigem Zustand, war aber mit 800US$ nicht gerade billig. Zudem schlug auch noch der Versand plus Einfuhrzoll zu Buche. Zu dieser Zeit stiegen die Preise fĂŒr Hardware, die vor 1980 auf den Markt kam, gerade stark an. Was soll’s, abgehakt, einer reicht ja.