Schwerpunkte unseres Software-Archiv’s

Die gr├Â├čte Menge (ca. 80%) stellt Software f├╝r die Plattformen CP/M, DOS und Windows 16-Bit dar. In der Zeit, in der vorgenannte Betriebsysteme von Bedeutung waren, wurden – bis auf wenige Ausnahmen – Disketten als Datentr├Ąger verwendet. Die Aufzeichnungsverfahren beschr├Ąnken sich auf┬á GCR (Apple, Commodore…), FM (CP/M…) und MFM (DOS, Windows, Amiga, Atari ST…). Gr├Â├čere Programmpakete (Spiele, Office, Entwicklung) wurden erst ab 1995 zunehmend auf CD-ROM ausgeliefert. Das sind in unserem Fall ca. 100 St├╝ck, dazu kommen noch viele Treiber-CD-ROM’s. Die Verwendung unseres Archivierungsrechner’s liegt auf dem Schwerpunkt Diskette. Er soll in der Lage sein, von allen FM- und MFM-Disketten Images zu ziehen.

Von CD-ROM’s kann auch ein aktueller Windows-Rechner Images erzeugen. F├╝r Aufzeichnungen von Laufwerken mit variabler Drehzahl (Sirius/Victor, Apple II, Macintosh 400K/800K) werden wir andere L├Âsungen finden m├╝ssen (z.B. die entsprechenden Laufwerke ├╝ber moderne USB-Floppy-Controller (Kryoflux, Supercard pro, Greaseweazle) an einen PC anschlie├čen).

Warum ein DOS basierter Rechner f├╝r die Datenarchivierung von Disketten ideal ist

DOS fehlt die M├Âglichkeit zum Multitasking, Netzwerkf├Ąhigkeit mu├č ihm ├╝ber zus├Ątzliche Hard- und Software ‘beigebracht’ werden, heute g├Ąngige Multi-Core CPU’s werden nicht unterst├╝tzt. Bis auf Anwendungen in ├ťberwachungs- und Steuerungssystemen (‘Embedded Systems’) mit wenig oder gar keiner Benutzerkommunikation findet es daher heute keine Verwendung mehr. Ausserdem: f├╝r neuere Hardware (z.B. Grafik-, Drucker-, Netzwerk- und Soundkarten) werden keine DOS-Treiber mehr entwickelt. Disketten- und CD-ROM-Laufwerke werden von DOS unterst├╝tzt, aber diese Laufwerksarten sind wiederum in neueren Rechnern meist gar nicht mehr vorhanden. Es ist zu bef├╝rchten, das die Anschlu├čm├Âglichkeiten auf den Mainboards und die BIOS-Unterst├╝tzung daf├╝r demn├Ąchst ebenfalls wegfallen und nur noch ein Betrieb dieser Laufwerke ├╝ber USB m├Âglich ist. Der Datenaustausch zwischen DOS-Rechnern und der heutigen Rechnergeneration ist also ein Problem, welches sich zuk├╝nftig noch steigern kann. Ausserdem: wer will sich heute noch mit einem OS rumschlagen, dessen Benutzerkommunikation ausschlie├člich auf einer Kommandozeile stattfindet?

Die ganzen Nachteile dieses Betriebssystems wurden jetzt aufgez├Ąhlt. Hat DOS auch Vorteile gegen├╝ber den aktuellen Windows/Linux-Versionen? Ja, diese Vorteile gibt es, denn DOS ist einfach aufgebaut, bei Weitem nicht so komplex wie moderne GUI basierte OS oder die verschiedenen UNIX/LINUX-Derivate. Fehlerhafte Konfigurationen sind leicht zu reparieren, ohne gleich das ganze System neu aufsetzen zu m├╝ssen. Ein fast vollst├Ąndiges System kann problemlos ├╝ber Diskette gebootet werden, wodurch Reparaturen an der Konfiguration z.B. aufgrund fehlerhafter Treiber erleichtert wird. Die Hardwarevoraussetzungen f├╝r den Betrieb von DOS sind minimal: Mainboard mit x86-CPU, monochromer Monitor, Diskettenlaufwerk(e) und als “Luxus” eine Festplatte und ein CD-ROM Laufwerk. Zuletzt das Wichtigste: DOS gestattet den direkten Zugriff auf die Hardware eines Computers. Eigentlich ist diese Eigenschaft eine potentielle Fehlerquelle, welche bei modernen Betriebssystemen wie Windows NT und dessen Nachfolgern sowie bei UNIX/LINUX und OS/X ausgemerzt wurde. Aber f├╝r unseren Einsatzzweck ist der direkte Durchgriff von Programmen auf die Hardware ein Vorteil. In unsererem speziellen Fall auf den Disketten-Controller.

Das erkl├Ąrt auch, warum wir nicht einfach Emulatoren wie MYZ80 (CP/M) und DOSBox auf einem modernen Rechner eingesetzen. DOSBox ist f├╝r die Benutzung alter Computerspiele durchaus die bessere L├Âsung. Wir brauchen f├╝r das Archivieren der Disketten jedoch spezielle Hardware in Form von Diskettencontrollern und -laufwerken sowie spezielle Software, die unter DOS l├Ąuft und meist sehr hardwarenah programmiert ist. F├╝r diese klar definierte Aufgabenstellung ist ein moderner Rechner mit Windows und einem emuliertem DOS u.E. nicht ideal.

Allgemeine Bemerkungen zur Software f├╝r DOS

MS/PC-DOS ist ein Betriebssystem, das als eigenst├Ąndiges Produkt schon lange nicht mehr ernsthaft weiterentwickelt wird. Das gilt auch f├╝r die daf├╝r erh├Ąltlichen Programme – bis auf ganz wenige Ausnahmen. Erfreulicherweise sind viele dieser Programme sehr ausgereift und arbeiten weitgehend fehlerfrei. Einige ehemalige Verkaufsprodukte sind jetzt Freeware (Borland, Digital Research, …), kosten also nichts mehr und k├Ânnen frei verwendet werden. Manchmal ist f├╝r derartige Software sogar der Quellcode verf├╝gbar.

Vollkommen un├╝berschaubar war und ist heute noch die DOS-Shareware. Viele dieser ehemals so vertriebenen Programme sind mittlerweile unter Freeware erh├Ąltlich (z.B. der “DOS Navigator” oder die Benutzeroberfl├Ąche ÔÇ×GEMÔÇť). Manche dagegen werden f├╝r immer Shareware bleiben, weil kein Vertrieb mehr existiert, der eine Lizenz freischalten k├Ânnte. Oftmals existiert der Hersteller nicht mehr oder der Entwickler ist sogar verstorben. Shareware hat u.U. funktionale Beschr├Ąnkungen, fast immer jedoch – vor allem beim Programmstart – eine l├Ąstige Einblendung mit dem Hinweis darauf, das man das Programm doch bitte lizensieren soll.

Dann gibt es noch die sogenannte Abandonware. Das ist ehemals kommerzielle, aber abgek├╝ndigte Software bzw. Software f├╝r die es vom Hersteller keinen Support mehr gibt. Hier bewegt man sich in einer Grauzone. Einige Webseiten d├╝rfen solche Programme seit Jahren offenbar ungestraft als Download anbieten. Auf den Seiten Vetusware und WinWorldPC k├Ânnen nicht nur alle DOS-Betriebssysteme von IBM und Microsoft heruntergeladen werden, sondern auch ehemals teuer verkaufte Anwendungen von Microsoft, Novell, Ashton-Tate, SPI, Lotus, Wordstar, Wordperfect u.s.w. Man geht offenbar davon aus, dass diese Softwareprodukte nicht mehr gesch├Ąftlich bzw. gewinnbringend einsetzbar sind und somit f├╝r die Hersteller oder deren Rechtsnachfolger kein Schaden mehr entsteht.

Es kann derzeit nicht beurteilt werden, ob die nachfolgend aufgef├╝hrte Software, die keine Free- oder Shareware ist, wirklich frei benutzt werden darf. Ob man solche Programme f├╝r private Zwecke auf seinen Rechner installiert, muss jeder f├╝r sich entscheiden. Uns betrifft das Problem nicht, denn wir benutzen ausschliesslich originale Versionen mit Lizenz oder Freeware.

Dokumentation zu alter Soft- und Hardware – meist im pdf-Format – findet man im Netz z.B. auf bitsavers.

Auswahl der Hardware

Was wird nachfolgend beschrieben? Der Aufbau eines geeigneten DOS Rechners, in unserem Fall vor Allem zur Diskettenarchivierung. Da wir das Maximum aus DOS rausholen wollen, erfahren Sie aber ganz nebenbei, wie man das Betriebssystem DOS optimiert und welche leistungsf├Ąhigen Programme und Tools es daf├╝r gibt bzw. wie gut diese Programme heute noch benutzbar sind finden Sie unter DOS-Software und Y2K-Hardware.

Wie soll die Hardware beschaffen sein:

  • Minitower, mehr Einsch├╝be -> mehr m├Âgliche Laufwerke
  • Leistungs├╝berschuss soll vorhanden sein. Pentium II/III CPU mit 200 bis 700 MHz ist ideal
  • 50 bis 100MB RAM f├╝r RAMDISK, gro├čen Cache und XMS Speicher f├╝r DPMI-Programme
  • VGA Grafik
  • idealerweise sollten nicht nur PCI, sondern auch ISA Steckpl├Ątze vorhanden sein
  • USB Schnittstellen soll der Rechner ebenfalls besitzen, da es DOS-Treiber daf├╝r gibt (Datenaustausch)
  • Netzwerkkarte, ein TCP/IP basiertes Netzwerk soll eingerichtet werden
  • 3,5″ HD und ein 5.25″ DD sowie ein 5,25″ HD Diskettenlaufwerk an einem toleranten Diskettencontroller.
  • Festplatte mit mindestens 16GB
  • CD-ROM
  • Serielle- und parallele Schnittstelle (Datenaustausch)
  • internes 3,5″ Fujitsu MO-Laufwerk mit 1.3MB (Datensicherung/Datenaustausch)
  • Soundkarte und Lautsprecher – f├╝r Spiele und zum MP3 h├Âren

Warum so viel Power, h├Ątte es ein 486er nicht auch getan? Schon, aber …

  • ImageDisk und Teledisk arbeiten mit dieser CPU-Leistung tats├Ąchlich ein bisschen schneller.
  • … erst ab der Pentium II/III Generation gibt es USB-Schnittstellen
  • … ab ca. 1996 ist im BIOS der erweiterte INT13H (64Bit LBA) implementiert. Erst dadurch werden Festplatten >8GiB m├Âglich.
  • … Mainboards, Erweiterungskarten und Ersatzteile sind (noch) billig zu kriegen f├╝r diese Rechnergeneration

Ebenfalls wichtig ist f├╝r unser Vorhaben ist, das der Rechner ein BIOS besitzt, bei dem man den auf dem Mainboard integrierten Diskettencontroller de-aktivieren kann. Warum, dazu weiter unten mehr. Nat├╝rlich haben wir mehrere komplette Rechner und auch einzelne Mainboards, die obige Voraussetzungen erf├╝llen. Rechner dieser Leistungsklasse kann man nicht mehr neu kaufen. Sie findet man eigentlich nur noch auf Speichern oder in Kellern (im eigenen oder beim Nachbarn), auf dem Wertstoffhof oder relativ billig (derzeit unter 100 EUR, allerdings mit erkennbarer Tendenz nach oben) in den bekannten Internet-Auktionsh├Ąusern.

Die Hardware-Komponenten des Rechners

Klar ist, da├č man neben einem 3,5″ zwei 5,25″ Disketten-Laufwerke braucht: ein 5,25″ DD-Laufwerk und ein 5.25″ HD-Laufwerk. Der Grund daf├╝r ist, da├č bei diesem Formfaktor Double Density-Laufwerke (DD) nur 40 Spuren pro Diskettenseite schreiben k├Ânnen, High Density Laufwerke (HD) jedoch 80 Spuren, um die h├Âhere Kapazit├Ąt zu generieren. Diese 80 Spuren m├╝ssen nat├╝rlich dann schm├Ąler als bei der DD-Diskette sein, da die Diskette nur die gleiche magnetisierbare Fl├Ąche zur Verf├╝gung stellt. Zudem werden beim HD-Format mehr Sektoren auf einer Spur untergebracht (15 statt 9). HD-Laufwerke k├Ânnen normalerweise problemlos DD Disketten lesen, aber wenn sie DD Format schreiben m├╝ssen, dann tun sie das eben auch mit dieser schm├Ąleren Spur. In der Praxis bedeutet dies: f├╝r die Erzeugung von Images von DD Disketten sind HD-Laufwerke verwendbar, aber das Zur├╝ckschreiben derselben ist damit problematisch! Es soll daher ein 5,25″ DD Laufwerk und ein 5,25″ HD Laufwerk eingebaut werden. Die k├Ânnen nicht beide angeschlossen werden, da Diskettencontroller normalerweise nur 2 Laufwerke verwalten k├Ânnen. Die weitaus meiste Software aus den 1980iger-Jahren ist entweder auf 5.25″- oder 3.5″-DD-Disketten vorhanden. Software, die auf auf 5.25″ HD Disketten ausgeliefert wurde gibt es vergleichsweise wenig. Daher ist standardm├Ą├čig das DD Laufwerk neben dem 3,5″ Laufwerk in Betrieb. Im Bedarfsfall werden einfach die Kabel umklemmt. Da der Rechner ohne Seitendeckel betrieben werden soll ist das kein Problem. Nat├╝rlich g├Ąbe es einige Floppycontroller f├╝r 4 Laufwerke (z.B. MicroSolutions CompatiCard), aber die sind selten.

Auf der Suche nach einem geeigneten Rechner haben wir unseren Hardware-Fundus durchgekramt und u.a. einen NoName Mini-Tower mit Pentium II (350Mhz) gefunden. Das Mainboard besitzt zwei USB Ports sowie zwei serielle- und einen parallelen Port. Ein 3,5″ Floppy-Laufwerk und CD-ROM Laufwerk sind eingebaut. Nach dem Abnehmen des Geh├Ąuses findet sich eine APG Grafikkarte von “NVidea” (zu neu, daher bestimmt nachger├╝stet), eine Ensoniq ES 1371 PCI-Soundkarte und eine PCI-Netzwerkkarte von 3Com.

Der Rechner wurde seit 2005 nicht mehr benutzt. Es empfehlen sich einige Vorsichtsmassnahmen vor dem Einschalten:

  • den Staub mit Druckluft rausblasen oder mit Staubsauger aussaugen, auch aus dem Netzteil. Bei der Verwendung von Druckluft sollten alle vorhandenen L├╝fter mit einem Schraubenzieher o.├Ą. blockiert werden!
  • die Steckkarten sowie das RAM rausnehmen und die Kontakte reinigen. Tipp: besorgen Sie sich f├╝r die Reinigung der Kontakte z.B. “Tuner 60” von “Kontakt Chemie”, eine alte Zahnb├╝rste und ein weiches, nicht fusselndes Tuch. Damit kriegen Sie die Kontakte wieder sch├Ân blank. Bei extremen Verschmutzungen der Kontakte hilft ein Glasfaserpinsel.
  • als letztes sollten alle Kabel auf korrekten Sitz ├╝berpr├╝ft werden. Am Besten einmal abziehen und wieder aufstecken. Bei sichtbarer Verschmutzung sollten die Kontakte gereinigt werden. Nat├╝rlich beides, Stecker und Kontakleiste.

Nach so einer Prozedur kann ein alter und lange eingelagerter Rechner eigentlich bedenkenlos in Betrieb genommen werden. Wenn er dann anspringt und auch Netzteill├╝fter und die Festplatte h├Ârbar drehen sowie ein Einschaltbild erscheint, ist das die halbe Miete. In unserem Fall wurde eine Fehlermeldung ausgegeben, da die BIOS Einstellungen verloren gegangen waren. Die Pufferbatterie war leer. Aber nach F1 bootet er – dank “Plug&Play”-BIOS – fehlerfrei das installierte “Windows 98”.

Die Puffer-Batterie zu tauschen (in dieser Rechner-Generation meist eine CR2032) ist einfach. Die silbernen Batterien schauen aus wie ein 1EUR-St├╝ck und sind auf dem Mainboard leicht zu finden. Sie werden nur in eine Halterung aus- bzw. eingeclipst. Mit neuer Batterie dann BIOS Einstellungen aufrufen, um Datum und Uhrzeit zu korrigieren. Das Aufrufen der BIOS-Setups erfolgt mit unterschiedlichen Tastenkombinationen:

AMIBIOS Entf/Del, F1
Award Entf/Del, F2, Esc, Strg + Alt + Esc
Compaq F10
Dell F2
HP F10
Packard Bell F2
Phoenix Entf/Del, F2, Strg + Alt + Esc
Toshiba Esc, F1

Nach Speichern der BIOS-Einstellungen kann von einer DOS Diskette (idealerweise mit einem eingebundenen CD-ROM Treiber wie z.B. VIDE_CDD.SYS) gebootet werden. Das erm├Âglicht dann sofort den Zugriff auf unsere Arbeits-CD mit vielen n├╝tzlichen Tools, die f├╝r eine Erstinstallation gebraucht werden. Auch das Tool NSSI, mit dem die Hardware zu untersucht werden kann. Neben dem Chipsatz interessiert uns auch, ob die USB Ports erkannt werden und welcher Version sie entsprechen. Was das Erstere betrifft, zeigt NSSI einen Intel 440BX. Das ist OK, denn dieser Chipsatz ist weitverbreitet und wird daher von vielen DOS-Speichermanagern unterst├╝tzt. Die USB Ports sind leider nur 1.1. Kein gro├čes Problem, USB 1.1 ist einfach nur langsamer, aber die meisten unserer alten externen Festplatten sind dazu noch kompatibel. Weiters sind 32MB RAM drin und eine 9GB IDE-Platte von IBM. Das m├╝sste erstmal alles passen.

Weitere Hardware nachr├╝sten

1. 3,5″ Fujitsu MO Laufwerk (1.3GiB). Man kann nat├╝rlich auch z.B. eine Syquest Wechselplatte oder ein IDE-Zip-Laufwerk einbauen. Wir gaben dem MO-Laufwerk den Vorzug. Das Medium ist eines der sichersten und robustesten Speichermedien, die es gibt. Leider werden Sie nicht mehr weiterentwickelt. Auf MO-Disketten sichern wir die Diskettenimages unseres Software Archiv.
2. Ein bisschen mehr RAM, wir haben noch zwei passende 32 MiB Riegel im Fundus, das sind dann insgesamt 96MiB.
3. Ethernet Karte (3COM Ethernet III 10/100, ISA)
4. einen Adaptec 1542B brauchen wir, aber nur um die Diskettenlaufwerke anzuschlie├čen. Die SCSI-Plattenunterst├╝tzung des 1542B wird nicht ben├Âtigt, daher wird das BIOS des Adapters per DIP-Schalter “disabled”. Eine Einbindung von ASPI-Treiber f├Ąllt somit auch weg. Um den Diskettenanschlu├č des Adaptec zu benutzen wird der auf dem Mainboard integrierte FDC im BIOS abgeschaltet.
5. Der Betrieb eines 8″ Laufwerks an unserem Rechner sollte kein Problem sein. Rein hardware-technisch ist der Anschlu├č mit dem FDADAP-Adapter problemlos m├Âglich. Ob aber nicht-standardm├Ą├čige Formate verarbeitet werden k├Ânnen h├Ąngt davon ab, ob sich Treiber wie z.B. uniform.sys (Micro Solutions) installieren lassen. Falls nicht, werden wir uns daf├╝r einen anderen Rechner pr├Ąparieren, der erheblich langsamer ist. Wir werden auf dieser Seite weiter dar├╝ber berichten.

Warum ist der Diskettencontroller so entscheidend?

Wie arbeitet ein Diskettencontroller (FDC) in einem IBM PC? Ein Programm will Daten von Diskette speichern oder lesen. Dazu beauftragt es die CPU, welche wiederum den Auftrag an den FDC weiterleitet, “hier sind Daten, schreib sie jetzt” oder “ich ben├Âtige bestimmte Daten, lies sie jetzt”. In Multitasking-Umgebungen ist das ├╝brigens sehr effizient, denn die CPU kann sofort weiterarbeiten. Klar ist, dass ein FDC nur die Signalcodierungsmethoden und Sektorformate auf niedriger Ebene lesen und schreiben kann, f├╝r die er speziell entwickelt wurde. Im Falle des IBM PC wurde den verwendeten FDC’s (NEC uPD765A, Intel 8272A) aber nur beigebracht, mit den unter MS-DOS m├Âglichen Standard-MFM-Formaten umgehen. Kodierungsarten wie FM (CP/M, fr├╝he Tandy oder Atari) oder GCR (Commodore, Apple) wurden nicht vorgesehen.

Der integrierte Floppy-Controller-Chip des Adaptec 1542B (DP8473V, National Semiconductor) ist im Vergleich zu dem auf dem Mainboard integrierten Standard-IC sehr tolerant und immerhin in der Lage Disketten mit der veralteten FM-Codierung (Single Sided – Single Density) lesen und schreiben zu k├Ânnen. Leider unterst├╝tzt er nur zwei Diskettenlaufwerke. Weitere und detaillierte Infos dazu finden Sie auf der Webseite von Thomas Brase.

TestFDC von Dave Dunfield testet im zweiten Bild unten unser Double-Density-Laufwerk (B:) am Adaptec 1542B. Erwartungsgem├Ą├č ist es weder in der Lage mit 300 kbps (Kilobit pro Sekunde) noch mit 500 kbps ├╝bertragen, das k├Ânnen diese Laufwerke nicht. Von daher verl├Ąuft der obige Test f├╝r uns zufriedenstellend – besonders was geforderte Single Density Verarbeitungsf├Ąhigkeit betrifft.

Neben dem Adaptec AHA-1522B und dem Adaptec AHA-1542B gibt es auch noch Controllerkarten von Western Digital deren integrierte FDC (z.B. WD37C65) in der Lage sind, SS-SD Formate zu verarbeiten. Das oben erw├Ąhnte Option Board Deluxe, das wir zum Archivieren kopiergesch├╝tzter Software verwenden (siehe weiter unten “Archivieren kopiergesch├╝tzter Software”), kann ebenfalls damit umgehen. Eine weitere M├Âglichkeit ist die Verwendung der allerdings selten zu findenden Compaticard von MicroSolutions. Hier wird ein Diskettencontroller mit der Bezeichnung SuperFDC PV8477AV von National Semiconductor verwendet. Dieser unterst├╝tzt vier Diskettenlaufwerke, wir k├Ânnten also neben dem 1.44MiB Laufwerk auch das 5.25″ DD und das 5.25″ HD Laufwerk sowie evtl. ein 8″ Laufwerk gleichzeitig anschlie├čen. Der Versuch, eine Compaticard I auf diesem Rechner zum Laufen zu bringen ist allerdings gescheitert, da der Treiber (ccdriver.sys, Version 1.27) bei der Installation abst├╝rzt. Versuche mit der Compaticard IV haben wir noch nicht durchgef├╝hrt.

Auswahl des Betriebssystems

Wir wollen FAT32 Unterst├╝tzung haben, um ├╝ber USB extern abgeschlossene Festplatten ansprechen zu k├Ânnen, die gr├Â├čer als zwei GiB sind. Auch die Partition, die das Archiv enthalten soll, sollte keine Beschr├Ąnkung auf 2GiB haben. DOS 6.x unterst├╝tzt aber nur FAT16 und damit nicht mehr als 2 GiB pro Partition, zudem kann es mit langen Dateinamen (LFN) – die unter FAT32 und NTFS m├Âglich sind – nichts Rechtes anfangen. Welche DOS-Variante also nehmen? Auf ins Internet, suchen nach: “DOS FAT32 LFN”. Es kommen folgende DOS-Derivate in Frage:

– DR DOS 7.x
– DR DOS 8.x
– IBM DOS 7.1

Diese drei modernen DOS Versionen sind sp├Ąte Entwicklungen aus der Mitte der 1990iger Jahre und erf├╝llen die Voraussetzungen f├╝r lange Dateinamen und FAT32. DR DOS 8 ist kein offizielles Release, davon lassen wir die Finger. DR-DOS 7 haben wir fr├╝her schon mal benutzt. Das ist ein paarmal abgest├╝rzt, als USB-Treiber installiert wurden und ist auch ansonsten ein bisschen “buggy”. Einzig und allein dem Task Switcher von DR-DOS k├Ânnte man bisschen nachtrauern. IBM DOS 7.1 gibt es nicht als freie Version, das scheidet damit auch aus – obwohl: wir h├Ątten auch ein Original ;:)

FreeDOS 1.1
Haben wir ausprobiert, es lief zuerst alles zur vollsten Zufriedenheit und erf├╝llte alle Anforderungen. FreeDOS 1.1 bootet schnell und der freie konventionelle DOS Speicher nach dem Laden aller ben├Âtigten Treiber betrug auf Anhieb 626K – ohne jeden manuellen Feinschliff! Unterschiedliche Boot-Abl├Ąufe in den Konfigurationsdateien lassen sich sehr elegant realisieren. Der Zugriff auf USB-Laufwerke mit den Panasonic-Treibern war ebenfalls sehr stabil. Nicht wirklich kompatibel ist die zus├Ątzliche Funktionalit├Ąt der config.sys. Au├čerdem wollte ausgerechnet unser Lieblings-File-Manager DOS Navigator 6.4 von “RITLabs” nicht funktionieren. Die DPMI-Version startete gar nicht, unabh├Ąngig vom verwendeten Speichermanager. Die “Real Mode”-Version lief zwar, aber erheblich langsamer als unter DOS 6.22. Unter der Pr├Ąmisse “wenn das schon nicht l├Ąuft, was l├Ąuft noch alles nicht” war das in unserem Fall das schnelle ÔÇ×AusÔÇť f├╝r FreeDOS. Wer FreeDOS trotzdem verwenden m├Âchte: der Norton Commander 5.51 und andere File-Manager funktionieren einwandfrei.

PTS-DOS 2000
Dieser DOS-Clone ist sehr schnell und gef├Ąllt uns gut. FAT32 und LFN’s werden unterst├╝tzt. Es hat eine gute Netzwerkunterst├╝tzung, wenn man dem Handbuch Glauben schenken darf. Aber dieses OS m├╝sste wir zuerst lizensieren, da ist bei uns tats├Ąchlich kein Original vorhanden. Auch sind wir uns bez├╝glich der Kompatibilit├Ąt nicht sicher. Wie bei FreeDOS er├Âffnet der Aufbau der Konfigurationsdateien zwar viele M├Âglichkeiten, unterscheidet sich aber sehr von dem, was DOS-Installationsprogramme erwarten. Wir haben nur eine 30 Tage Lizenz, weg damit.

MS-DOS 7.1
Das ab┬áWindows 95B┬á(OSR2) als Unterbau fungierende und extrahierbare MS-DOS 7.1 unterst├╝tzt ebenfalls FAT32 und LFN’s. Das gerne als “Chicago without GUI” (Chicago ist der Codename von Windows 95) bezeichnete DOS ist letzten Endes ein um einige Features aufgebohrtes MS-DOS 6.22, ben├Âtigt aber mindestens eine 386er CPU. Ob im “stand-alone”-Betrieb eventuelle Anpassungen an Windows 95 (z.B. modifizierter Bootsektor?) st├Âren, wird sich zeigen. Die Implementierung von FAT32 jedenfalls ist stabil. Und weil es von Microsoft ist, sind zumindest theoretisch die wenigsten Inkompatibilit├Ąten zu bef├╝rchten. Falls es doch ein Lizenzproblem mit diesem DOS gibt: wir besitzen viele Originale von Windows 95B, davon ist MS-DOS 7.1 ein Bestandteil und wird von uns auch nicht ver├Ąndert. Wir installieren ein originales und lizensiertes Windows 95 OSR2 und l├Âschen anschlie├čend alles bis auf das blanke DOS. Wie man das macht? Hier ist eine Anleitung. Oder f├╝r Bequeme: download der China Version von MS-DOS 7.1 und brennen des iso-Images auf eine CD. Man erh├Ąlt eine Installationsroutine und es wird viel zus├Ątzliche und sinnvolle Software mitgeliefert. Es ist Vorsicht geboten, ob dieses DOS bzw. dessen angebliche GPL-Lizenz legal ist, daher verzichten wir an dieser Stelle auf einen Link.

Auf der Seite von ‘cn-net’ habe ich dazu folgende ├ťbersicht gefunden. Na gut, die loben ihr Produkt(?), aber das k├Ânnte schon so stimmen.

Hier die wichtigsten Neuerungen von MS-DOS 7.1 im Vergleich zu DOS 6.2x:

  • FAT32 und FAT32X Dateisystem
  • Erweitertes FAT16 (FAT16X, Typ 0E, wird meistens f├╝r die Primary Partition benutzt)
  • Unterst├╝tzung gro├čer Festplatten (max. 2 TB) und der LBA ExtendedX (Int 13x) Partition
  • Unterst├╝tzung f├╝r lange Dateinamen (LFN)
  • Jahr 2000 konform durch 4 stellige Jahreszahlen (z.B. DIR /4)
  • Speicherverwaltung f├╝r RAM >64MB und XMS 3.0 Unterst├╝tzung
  • Unterst├╝tzung des Euro Zeichens (Code Page 850, Right Alt+5)
  • Effiziente UMB Speicher Ausnutzung (DOS Kernel und COMMAND.COM werden automatisch hochgeladen)
  • Erweiterte Kommandos in der CONFIG.SYS f├╝r UMB Speicher, z.B. FILESHIGH, BUFFERSHIGH
  • Umgebungsvariablen direkt in DOS Kommandos benutzbar, z.B. ECHO %PATH%
  • L├Ąngere PATH Variablen sind m├Âglich
  • Einige neue Kommandos, wie beispielsweise ACCDATE, LOGO (in der CONFIG.SYS)
  • Laufwerke und LFN’s k├Ânnen mit LOCK/UNLOCK gesch├╝tzt werden
  • EDIT kann mehrere Text- und jetzt auch Bin├Ąrdateien gleichzeitig bearbeiten
  • REN kann jetzt Verzeichnisse genauso umbenennen wie Dateien
  • Die Position (Pfad) der DOS Systemdateien (speziell IO.SYS) ist flexibler
  • M├Âglichkeit des Dual-boot einer ├Ąlteren DOS-Version von MS-DOS (z.B. DOS 6.x) vorhanden
  • Neuere Versionen der DOS Kommandos, z.B. MORE, MSCDEX, MSD

Weitere Informationen unter http://www.cn-dos.net/msdos71

Erw├Ąhnt werden soll auch das MS-DOS 8.0 aus Windows ME. Diese letzte DOS-Version bringt aber im Vergleich zur 7.1 statt Vorteilen eher einige Einschr├Ąnkungen mit. Nicht mehr alle Systemprogramme sind vorhanden, m├╝ssen daher aus DOS 7.1 ├╝bernommen und mit setver zur Zusammenarbeit ├╝berredet werden. MS-DOS 7.1 mit einigen Programmen (scandisk, smartdrv) aus der Version 8.0 aufzuwerten ist vermutlich der bessere Weg.

Nachdem wir Windows 95 OSR2 installiert hatten und nach der DOS 7.1 Extraktion haben wir – nat├╝rlich aus reiner Neugierde – auch eine China-MS-DOS 7.1 CD gebrannt. Die bootf├Ąhige CD bootet einwandfrei und startet automatisch das eigentlich selbsterkl├Ąrende Installationsprogramm. Wir haben haben die Option “Full Installation” gew├Ąhlt. Dadurch wird unter Anderem das komplette OS, einige Utilities (z.B.von Norton), der File-Manager Volkov Commander sowie der MP3-Player MPXPlay installiert. Wenn die eingebaute Soundkarte bekannt ist (das k├Ânnte man vorher mit NSSI herausfinden) und eingerichtet werden soll, ist auch dies m├Âglich. Nochmals der Hinweis: ob die Verwendung dieser CD im privaten Bereich legal ist, k├Ânnen wir nicht beurteilen!

Grundeinrichtung der Festplatte

  1. Was sollten Sie nachfolgend zur Hand haben:
    Eine DOS 7.1 Boot-Diskette. Praktisch w├Ąre ein installierter CD-ROM Treiber um nach dem Booten weitere Hilfsprogramme von einer pr├Ąparierten CD-ROM starten zu k├Ânnen. Bootdisketten f├╝r DOS findet man im Netz vielerorts, z.B. bei “WinWorldPC” oder “Vetusware”. Im Falle der Verwendung einer der kursierenden “China-MS-DOS 7.1 CD’s” ist es zwar auch m├Âglich direkt von der CD zu booten und die Partition mit dem darauf enthaltenen Installationsprogramm einzurichten. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, das es besser ist, vor dessen Installation die Partitionen fertig einzurichten und zu formatieren. Im ├ťbrigen an dieser Stelle nochmals der Hinweis bez├╝glich der fragw├╝rdigen Legalit├Ąt dieser CD. Uns reicht nachfolgend auch eine Boot-Diskette mit DOS 7.1 und einem universellen CD-ROM Treiber.
  2. Wir haben uns eine Arbeits-CD gebrannt mit den wichtigsten DOS Tools zur Einrichtung unseres Rechners und vielen Programmen und Utilities, die sp├Ąter installiert werden. NSSI (Systeminformation), Super FDisk (Partitionierung) und der Volkov Commander sollten mindestens drauf. Wenn Sie aber schon wissen, welche Programme Sie sp├Ąter installieren m├Âchten, brennen Sie doch gleich eine CD mit allen gew├╝nschten Programmen. Idealerweise bereits entpackt, das beschleunigt die sp├Ątere Einrichtung erheblich.

Wie soll unsere 9GB Festplatte einteilt werden:

1. Partition, prim├Ąr, FAT32: 3GiB, DOS und Programme
2. Partition, FAT32: 3GiB, enth├Ąlt das Software Archiv
3. Partition, FAT32: 10GiB, f├╝r MP3’s

Wir booten den Rechner mit einer Diskette mit DOS 7.1. Es w├Ąre nun mit ‘fdisk’ m├Âglich, alle Partitionen zu erzeugen. Wir benutzen dazu jedoch die Freeware “Super FDisk”, das sich auf unserer Arbeits-CD befindet. Auch damit k├Ânnen FAT32-Partitionen erstellt werden. Es hat eine praktische grafische Benutzeroberfl├Ąche und ist sehr zuverl├Ąssig. F├╝r XT- und AT-Rechner ohne VGA-Karte und mit MFM-Festplatten ist ├╝brigens das Programm Speedstor 6 unsere erste Wahl.

Nat├╝rlich m├╝ssen wir bei einer System-Partition auf FAT32-Basis damit rechnen, das einige Programme nicht mehr laufen. Meist solche, die direkt auf die Festplatte zugreifen und ein FAT16-Dateisystem erwarten. Aber wir haben getestet, was wir dringend brauchen (Archivierungsprogramme, Dateiverwalter) und haben hier keine Probleme festgestellt. Ansonsten verwenden wir m├Âglichst aktuelle Versionen von DOS-Programmen. Bei einem Rechner, der haupts├Ąchlich zum Spielen alter DOS-Games verwendet wird, sollte man bei FAT16 bleiben.

Braucht man eine Maus unter DOS?

Nicht zwingend! Oder, besser gesagt, es kommt auf die Anwendung an. Moderne DOS Programme haben zwar fast alle Mausunterst├╝tzung, aber die Bedienung der Programme mit der Maus h├Ąlt manchmal eher auf, als das sie n├╝tzt. Gerade beim Dateimanagement lege ich pers├Ânlich gro├čen Wert auf eine ausgefeilte Tastaturbedienung, mit der man alle Funktionen des Programms erreichen kann. Bei einem Mal- oder Zeichernprogramm sieht das u.U. ganz anders aus. Und bei DOS Anwendern, die viel spielen, ist eine Maus bzw. ein Joystick nat├╝rlich unumg├Ąnglich.

4DOS installieren?

Das ist eine Glaubensfrage. Unzweifelhaft ist 4DOS der bessere Befehlsinterpreter. Es bietet einige Funktionserweiterungen, ├╝ber die DOS schon immer h├Ątte verf├╝gen sollen. Die Krux an der Sache ist, das man sich an diese Funktionalit├Ąt gew├Âhnt und sie auch bei Rechnern erwartet, auf denen 4DOS nicht installiert ist. Aber das ist eine subjektive Argumentation, das mu├č jeder pers├Ânlich entscheiden. Wer das Arbeiten auf der Kommandozeile einem Dateimanager vorzieht, f├╝r den ist die Freeware 4DOS unverzichtbar.

DOS 7.1 konfigurieren

Es interessiert Sie, welche Utilities noch installiert wurden und wie die Speicherverwaltung unter DOS 7.1 optimiert werden kann: Weiterlesen

Installierte Software f├╝r Disketten-Images

Teledisk

Wir benutzen die Teledisk-Versionen 2.16 und 2.23. Letztere w├Ąre angeblich schneller, gef├╝hlt ist das vielleicht auch so. Beide Programmversionen arbeiten auch auf dem schnellen Rechner absolut zuverl├Ąssig. Einfache Kopierschutzmechanismen bew├Ąltigen beide Versionen.

ImageDisk

ImageDisk von Dave Dunfield ist ein leistungsf├Ąhigeres Programm zum Ziehen von Diskettenimages als Teledisk. Es erlaubt wesentlich mehr manuelle Einstellungen als Teledisk, das alles automatisch macht. Zudem enth├Ąlt es eine Option zum Schreiben von DD-Images (DoubleStep), wenn nur ein HD-Laufwerk zur Verf├╝gung steht. Leider haben wir es zu sp├Ąt entdeckt, sonst h├Ątten wir alle Diskettenimages durchg├Ąngig mit diesem Programm gezogen. So verwenden wir es nur bei den CP/M Formaten. Dieses Programm verarbeitet keinerlei Kopierschutz

Unbedingt erw├Ąhnt werden soll die Programmfunktion Alignment von ImageDisk. Man kann mit deren Hilfe – und mit einem bi├čchen Feingef├╝hl – de-justierte Laufwerke durchaus wieder zum fehlerfreien Lesen von Disketten bewegen. Daf├╝r ist nur ein Schraubendreher und eine perfekt formatierte Diskette notwendig. Bei Letzterem verwenden wir neue, aber bereits werksm├Ą├čig formatierte Disketten. Abh├Ąngig vom Laufwerksmodell m├╝ssen dazu i.d.R. Schrauben gelockert werden, um die Spurlage des R/W Kopfes ver├Ąndern zu k├Ânnen. Jede Ver├Ąnderung der Spurlage kann mit ImageDisk visuell kontrolliert werden.

ANADISK

Kann alle m├Âglichen Diskettenformate kopieren. Zeigt aber auch, welches Format eine Diskette hat. Wird bei uns allerdings nur zur Disketten-Diagnose eingesetzt.

22DISK

Ist sehr praktisch, um viele CP/M Formate zu verarbeiten. Kann formatieren, Verzeichnisse anzeigen und einzelne Dateien von und zu einer CP/M Diskette kopieren. Wir besitzen eine bei Sydex registrierte Version, die noch wesentlich mehr Formate als die Shareware-Version verarbeitet.

Der Ablauf einer Archivierung

Grunds├Ątzlich werden auf Disketten vorliegende Neuzug├Ąnge von CP/M, DOS und Windows 16-Bit Programmen sofort mit ImageDisk bzw. Teledisk archiviert und dies in den Archivierungs-Kontrolldateien protokolliert (siehe Der Stand der Archivierung). Von kopiergesch├╝tzten Disketten werden zus├Ątzlich Images mit unserem speziellen Rechner mit dem Option Board erstellt.

Als Beispiel zeigen wir, wie eine Osborne I CP/M Bootdiskette verarbeitet wird. Diese liegt im SS-SD Format vor. Wir erzeugen zur Demonstration jeweils ein Image mit Teledisk bzw. ImageDisk. In der Praxis erzeugen wir von allen CP/M Disketten nur ein Image mit ImageDisk. Das es sich um eine CP/M-Diskette handelt, k├Ânnte man das erzeugte Image zur ├ťberpr├╝fung wieder zur├╝ck auf Diskette schreiben und mit 22Disk auf Funktion ├╝berpr├╝fen.

Ein ├ťberpr├╝fen eines Images wird dann notwendig, wenn Teledisk/ImageDisk irgendeine Warnung ausgeben. Hier bietet sich DOSBox an, das Images verarbeitet. Das Problem dabei ist, das nicht jedes Image-Format unterst├╝tzt wird.

Konvertieren von Teledisk-Images

Manchmal ist es notwendig, Teledisk-images (Dateiendung “td0”) in ein anderes Format zu konvertieren, z.B. um es in einem DOS-Emulator zu testen. Das ist nicht ganz trivial. Nicht weil Teledisk einen spezifischen Header in der Image-Datei erzeugt, das tun andere Diskimage-Programme auch. Das Problem ist, das die Daten im Image – abh├Ąngig von der Einstellung – immer mehr oder weniger komprimiert sind. Informationen ├╝ber das File-Format bzw. die die Komprimierung sind im Netz keine zu finden. Sydex (der Hersteller von Teledisk) hat nie derartige Beschreibungen ver├Âffentlicht und zudem die Rechte an dem Programm abgegeben. Dave Dunfield hat diese Probleme offensichtlich gel├Âst, denn es gibt die M├Âglichkeit, ein Teledisk-Image in das Format von ImageDisk zu konvertieren. Das entsprechende Programm (td02imd) ist im Paket von ImageDisk enthalten. Leider k├Ânnen einige DOS-Emulatoren auch mit dem .imd-Format nichts anfangen. Im Netz findet sich jedoch das Program WTeledsk, das Will Kranz entwickelt hat. Damit l├Ąsst sich aus dem .td0-Format ein raw-Image erzeugen (.img). Raw-Images sind sektorweise bin├Ąre Kopien des Datentr├Ągerinhalts. Die Komprimierung sowie irgendwelche zus├Ątzlichen Daten, die im Imagefile gespeichert sind, werden entfernt. Diese Diskettenabbilder sind praktisch Plattform-unabh├Ąngig und k├Ânnen auch unter Linux oder OS/X mit dem Utility dd verarbeitet werden. Unter DOS/Windows werden Raw-Images von allen DOS-Emulatoren und von popul├Ąren Programmen wie z.B. rawrite und WinImage unterst├╝tzt.

Reparieren von defekten Disketten

Disketten, bei denen Teledisk die Arbeit verweigert oder viele Fehlermeldungen ausgibt, m├╝ssen manuell bearbeitet werden. Eine M├Âglichkeit, die eigentlich jedem zur Verf├╝gung stehen sollte, ist der Norton Disk Doctor aus den Norton Utilities f├╝r DOS 8.0. Ein weiteres, etwas spezielleres Programm ist der Floppy Disk Analyzer Pro 6.1. Das russische Programm ├╝bergeht das BIOS und unterst├╝tzt daher auch SS-SD (FM) Formate. Zudem bietet es die M├Âglichkeit, die einzelnen Laufwerke zu kalibrieren. Es erzeugt ein Image auch von einer defekten Diskette. Bevor versucht wird, Reparaturen an einer Diskette auszuf├╝hren, sollte als R├╝ckfalloption immer zuerst dieses Image angelegt werden. Dadurch bleibt das Original erhalten. Danach k├Ânnen mit dem Norton Disk Doctor Reparaturversuche unternommen werden. Scheitern diese, kann man ausprobieren, wenigstens einzelne Dateien zu retten.

Was wir nicht machen, ist die Ersetzung defekter Originaldisketten durch Einbau der Magnetscheibe einer funktionsf├Ąhigen Diskette. Auch dann, wenn ein Image mit identischem Inhalt der defekten Diskette vorliegt. Ist ein Original defekt, legen wir lediglich eine funktionsf├Ąhige Diskette dem Diskettensatz bei.

Was unser Archivierungs-Rechner nicht kann:

GCR-kodierte Disketten (z.B. Apple II, Commodore) k├Ânnen damit nicht direkt gelesen werden.

Sirius I┬á / Victor 9000 Disketten k├Ânnen damit nicht direkt gelesen und somit auch nicht archiviert werden. Die Originallaufwerke beschreiben die Disketten mit variabler Drehzahl. Hier behelfen wir uns derzeit durch 1:1 Kopien mit Originalrechnern. Wir besitzen ca. 500 Double-Density-Disketten, die erst vor ungef├Ąhr 10 Jahren hergestellt wurden und vergleichsweise neuwertig und daher zuverl├Ąssig sind. Diese Archive werden wir aber mit Kryoflux / Supercard Pro neu aufbauen.

F├╝r den Atari ST benutzen wir momentan einen herk├Âmmlichen Windows-Rechner mit dem Emulator Steem sowie f├╝r die Erzeugung der Diskettenimages das Programm ST Recover. Da wir hier praktisch noch kein Archiv haben, werden wir auch im Fall Atari ST und auch bei den Atari 8-Bit Computern Kryoflux oder die Supercard Pro verwenden.

Schwierig wird es bei den Schneider/Amstrad Modellen CPC und Joyce. Beide verwenden als Diskette einen eigenen 3″ Formfaktor. Hier scheint es nur eine L├Âsung mit dem HxC Floppyemulator zu geben.

Software auf Cassetten (MSX, Commodore, Acorn, Atari, Sinclair, Schneider…) gibt es fast f├╝r jeden 8-Bit Homecomputer. Um diese zu archivieren wird ein Mono-Kassettenrecorder (in unserem Fall eine Commodore 1531) per USB Adapter an einen Windows-Rechner angeschlossen und mit der Software Audacity digitalisiert.

F├╝r propiet├Ąre Cassetten (wie z.B. Epson HX-20, PX-8) oder die Sinclair Microdrives haben wir derzeit noch keine L├Âsung.

Was auch noch fehlt ist der Anschlu├č eines 8″ Laufwerks. Die Komponenten sind vorhanden (Shugart 810-Laufwerke, Netzanschlu├č- und FDADAP-Adapter von dBit). Da der IBM PC die Laufwerksgeometrien von 8″ Laufwerken nicht direkt unterst├╝tzt ist man auf spezielle Software angewiesen. Eine davon ist z.B. ImageDisk von Dave Dunfield. Wir werden an dieser Stelle ├╝ber unsere Erfahrungen berichten.

Archivierung kopiergesch├╝tzter Software

Anfang 2000 gab es noch keine modernen Floppy-Adapter f├╝r aktuelle PC’s, um kopiergesch├╝tzte Software zuverl├Ąssig zu archivieren bzw. zu duplizieren. Daher haben wir uns bereits zu dieser Zeit einen spezialisierten Rechner ausschlie├člich zu diesem Zweck aufgebaut: ein Compaq Deskpro 386/25 mit eingebautem Option Board Deluxe der Firma Central Point Software (siehe Kasten unten) und daran angeschlossen ein 5,25″ DD sowie ein 3,5″ HD Diskettenlaufwerk. Das Option Board verkraftet aber maximal einen 80386 mit ca. 25 MHz, dar├╝ber wird es kritisch. Die Ausf├╝hrung Standard des Option Board kann ├╝brigens nur 1:1 Kopien, aber keine Images erzeugen. Leider ist der Rechner relativ langsam und seine Festplatte ist mit 500MB zu klein, um das gesamte Archiv aufzunehmen. Daher wird dieser Rechner nur f├╝r die Erzeugung von Kopien und dem Speichern von Images kopiergesch├╝tzter Software auch weiterhin verwendet.

Central Point Software – Option Board Deluxe

Das Deluxe Option Board wurde 1987 von Central Point Software hergestellt. Sein Hauptzweck ist die hardwarebasierte Vervielf├Ąltigung von kopiergesch├╝tzten IBM PC-Disketten. Dies wird erreicht, indem es zwischen dem Standard-PC-Diskettencontroller (NEC PD765) und dem Diskettenlaufwerk installiert wird. Die Karte schaltet den PC-Diskettencontroller vollst├Ąndig ab, das Laufwerk wird mit der eigenen Logik des Option Boards gesteuert. Auf diese Weise k├Ânnen Funktionen ausgef├╝hrt werden, f├╝r die der NEC-Controller nie entwickelt wurde. Die Ma├čnahmen der Kopierschutz-Hersteller gehen aber davon aus, dass die erweiterten Funktionen des Option Board Controllers bei einem originalen PC nicht vorhanden sind.

Das Option Board kann auf einem Standard-PC-360K-Diskettenlaufwerk auch GCR-Disketten duplizieren, solange diese keinen Kopierschutz besitzen. Zudem kann es GCR-Disketten-Images lesen und schreiben.

Eine Besonderheit ist auch, das mit dem Option Board Macintosh MFS 400K- und HFS 800K 3,5-Zoll-Disketten am PC formatiert, gelesen und geschrieben werden k├Ânnen. Dies wird ├╝ber Befehlszeilenprogramme erreicht, die den normalen DOS-Dateibearbeitungsbefehlen (MFORMAT, MCOPY, MDEL usw.) ├Ąhneln. MFS war das “Macintosh-Dateisystem”, das in den fr├╝hen Macintosh 128K- und Macintosh 512K-Modellen verwendet wurde. HFS ist das neuere Macintosh-Dateisystem, das heute noch verwendet wird. Diese Leistung des Option Board ist schon dadurch hervorzuheben, weil sogar nur wenige Apple Rechner (z.B. Apple Plus, IIgs mit GS/OS) in der Lage sind, beide Formate zu Lesen und zu Schreiben.

Zusammenfassung der M├Âglichkeiten des Option Board Deluxe:

  • Kopien und Images von kopiergesch├╝tzter Software im IBM Format (5.25″ und 3.5″)
  • Kopien von nicht kopiergesch├╝tzten Disketten mit Aufzeichnungsformat MFM (Kaypro, Amiga)
  • Kopien von nicht kopiergesch├╝tzten Disketten mit Aufzeichnungsformat FM (Atari)
  • Kopien von nicht kopiergesch├╝tzten Disketten mit Aufzeichnungsformat GCR (Apple, Apple Macintosh, Commodore)
  • Verarbeitet nicht kopiergesch├╝tzte Macintosh Disketten im 400K und 800K Format (Kopieren, Transfer Macintosh <-> IBM, Formatieren)

Festzustellen, ob ein Programm kopiergesch├╝tzt ist oder nicht ist zu zeitaufw├Ąndig in Anbetracht der Masse an Software, die wir archivieren m├╝ssen. Wir haben uns daher auf entsprechende Hinweise in historischen Manuals verlassen (z.B. in dem von von Copy II PC). Hier die Software, von denen wir Images mit dem Option Board Deluxe und Transcopy erzeugt haben:

  • Visi Corp – VisiOn (Manager, Plan, Word, Calc, Graph)
  • Visi Corp – VisiCalc, VisiDex, VisiFile, VisiSpell, VisiWord, Desktop/Plan
  • Ashton-Tate – dBase III, dBase III Plus
  • Ashton Tate – Framework I, II
  • Symphony 1.1, 1.2
  • Microsoft – Word 1.1, 2.01
  • Microsoft – Multiplan 1.1
  • Lotus – 1-2-3 1.0, 2.0
  • IBM Assistant Serie
  • Software Publishing – pfs:file, pfs:report, pfs:write
  • Nantucket – Clipper Summer ’87
  • Fifth Generation Software – Fastback 5.11b
  • Basic Software – EasyWriter II

Erfahrungen mit Kryoflux und der Supercard Pro

Versuchsweise haben wir auch ein System mit einem Windows – Rechner aufgebaut und die Produkte Kryoflux und Supercard Pro getestet. Beide funktionieren, aber weder das eine noch das andere konnte – im Vergleich zum Option Board – vollst├Ąndig ├╝berzeugen. Beide sind moderne Floppy-Controller, die ├╝ber eine Platine den Anschlu├č von Diskettenlaufwerken erm├Âglichen und selbst per USB mit einem Windows-PC verbunden werden. Wie auch das Option Board lesen sie die Disketten auf Flux-Basis, allerdings beide mit h├Âherer Aufl├Âsung. Auf dieser untersten Ebene des Lesen und Schreibens der auf einer Diskette gespeicherten Informationen sollte theoretisch jeder softwarem├Ą├čig erzeugte Kopierschutz ausgehebelt werden k├Ânnen. Die Supercard Pro kann mit zwei angeschlossenen Laufwerken des gleichen Formfaktors auch direkte Kopien erzeugen. Auch mit Kryoflux geht das, aber nur mit zus├Ątzlichen Tools. Beide Produkte k├Ânnen Images von wesentlich mehr Formaten als das Option Board erstellen. Die Verwendung eines dieser Boards ist f├╝r Aufzeichnungsformate, die nicht FM oder MFM sind, langfristig gesehen unumg├Ąnglich. Zudem laufen diese Boards unter aktuellen Betriebssystemen. Kryoflux sogar nicht nur unter Windows, sondern auch auf MacOS und unter Linux. Dadurch stehen auch wesentlich gr├Â├čere Massenspeicher zur Aufnahme des Archivs zur Verf├╝gung. Wir haben mit Kryoflux ein Geh├Ąuse mit je zwei 5.25″ HD und 3.5″ HD Diskettenlaufwerken und eigener Stromversorgung aufgebaut. In das Geh├Ąuse passt nat├╝rlich auch jederzeit die Supercard Pro, denn beide Platinen sind ungef├Ąhr gleich gro├č.

F├╝r IBM PC-Software bleiben wir allerdings bei der zuverl├Ąssigen “Old Skool”-Methode und benutzen f├╝r die kopiergesch├╝tzten Disketten weiter das Option Board und bei den Commodore 8-Bit Homecomputern jeweils spezialisierte Kopierprogramme (Zoom Floppy + OpenCBM). Bei Amiga, Atari und Apple u.a. werden wir testen, ob entweder Kryoflux oder die Supercard Pro bessere Ergebnisse zeigt und dann das entsprechende Board verwenden.

Was noch eine Rolle spielt ist die immense Dateigr├Â├če, die von Kryoflux oder der Supercard Pro im sogenannten Preservation Mode erzeugt werden. Bei einer 160KiB Diskette erreicht das Imagefile aufgrund der feinen Abtastaufl├Âsung beider Produkte eine Dateigr├Â├če von 4-6 MiB. Vielleicht denken wir zu pragmatisch, aber bei nicht kopiergesch├╝tzten CP/M-IBM-Disketten – und das ist die gro├če Masse – macht diese Gr├Â├če keinen Sinn. Da reicht uns ein kompaktes Image auf Basis von Teledisk oder Imagedisk vollkommen, da wir lediglich an den Bits interessiert sind, nicht an Frequenz-Modulationen. Bei kopiergesch├╝tzten Disketten erzeugt das Option Board eine Datei mit nur ca. 1 MiB.

Der aktuelle Stand der Archivierung

Hier unsere Protokoll-Dateien (soweit vorhanden) zum Stand der Archivierung am 1.9.2023:

Commodore 64/128 (ZoomFloppy, OpenCBM)

Amiga, Amstrad CPC, Atari ST (alle Greaseweazle V4, SCP)

DOS (teledisk, ImageDisk, Central Point – Option Board Deluxe)

CP/M, Windows, OS/2, Unix  (teledisk, ImageDisk)

Ausstehend: Atari 8-Bit, Apple II, Macintosh, Sirius/Victor 9000)

Datenaustausch mit aktueller Hardware

Obwohl unsere Archiv-PC Hardware immerhin aus dem Jahr 2000 stammt, werden die M├Âglichkeiten des Datenaustausches mit aktuellen Hardware aufgrund der Einschr├Ąnkungen des Betriebssystems DOS zunehmend weniger. Um unsere Diskettenimages auf moderne Hardware und damit auf gro├če Massenspeicher zu transferieren gibt es trotzdem diverse M├Âglichkeiten. Die einfachste und derzeit noch funktionsf├Ąhige Schnittstelle ist die 1.44 MiB Diskette. In unserem Archivierungs-PC ist so ein Diskettenlaufwerk noch standardm├Ą├čig vorhanden, bei einem aktuellen PC zwar nicht mehr, er kann jedoch damit nachger├╝stet werden. Der einfachste und kosteng├╝nstigste Weg der Nachr├╝stung ist ein externes USB-FDD. Somit w├Ąre der Transfer von maximal 1.44 MiB gro├čen Dateien bzw. Zip-Archiven m├Âglich. Das ist schon mal eine ganze Menge. Unser Archivierungs-PC verf├╝gt aber bereits auch ├╝ber eine USB-Schnittstelle. Mit einem entsprechenden USB-Treiber (z.B. USBASPI) lassen sich auch unter DOS z.B. USB-Festplatten anschlie├čen, deren Kapazit├Ąt in unserem Fall durch das BIOS zwar auf 160GiB begrenzt ist, trotzdem nat├╝rlich mehr als genug ist. Die eleganteste aller M├Âglichkeiten ist, den Archivierungs-PC ├╝ber ein TCP/IP-basiertes Netzwerk anzubinden. Hier bietet sich der Einsatz von mTCP (Georg Potthast) an. Mit mTCP l├Ąsst sich ein DOS-Rechner als FTP-Server einrichten, wodurch er f├╝r moderne Rechner ├╝ber FTP-Client-Programme (z.B. FileZilla) zug├Ąnglich wird. Lesen Sie mehr dazu unter DOS-Software und Y2K-Hardware (Netzwerk unter DOS). Da unser Archiv-PC als Datentr├Ąger CF-Card’s benutzt und Windows ab der Version 10 auch alle DOS-Partitionen anzeigen kann, ist es auch kein Problem die CF-Card an den aktuellen PC anzuschlie├čen und so die Daten bequem zu transferieren.

Direkter Datenaustausch zwischen PC/XT oder AT Systemen mit aktuellem PC

Datenaustausch per Medium PC/XT/AT Aktueller Rechner
3.5″ 1.44MiB Diskette spezieller Controller notwendig (z.B. Longshine LCS-6814F) nur externes USB Laufwerk
Iomega Zip SCSI, Parallel, bei XT nur mir Driver palmzip.sys USB zip Drive
Datentransfer serielles/paralleles Kabel bei XT nur DDlink, ab AT Interlnk/Intersvr oder Laplink etc. Serielle oder Parallele Schnittstelle mu├č vorhanden sein
Netzwerk mTCP (Voraussetzungen min. 256KiB RAM, Festplatte, Netzwerkkarte mit passendem PacketDriver) FTP-Programm

Das optische Endergebnis: der Archivierungs-PC

Die Seitendeckel sind nicht f├╝r das Foto abgenommen, denn ohne lebt die Kiste thermisch ges├╝nder und er kann noch als Diskettenabablage benutzt werden. Au├čerdem mu├č hin und wieder das Kabel zwischen dem 5.25″ DD- und dem 5.25″ HD-Laufwerk umgeklemmt werden. Sch├Ân muss er ja nicht sein ­čśë

Update November 2019

Nachdem uns wieder eine Festplatte defekt gegangen ist, haben wir den Rechner auf CF-Karte als Massenspeicher umgestellt. Es gibt Dual-IDE2CF-Adapter, die in einem 2,5″ Geh├Ąuse verbaut sind und wie Festplatten aussehen. Eine optisch sehr elegante L├Âsung. Dual, weil die M├Âglichkeit besteht, zwei CF-Karten zu betreiben, als Master und als Slave. F├╝r unseren DOS-Rechner haben wir eine 16 GiB CF-Karte verwendet, eine weitere gleich gro├če Karte zur Datensicherung. Die Daten einer Festplatte lassen sich mit jedem neueren Disk-Cloner von Festplatte auf CF umkopieren. Zudem wurden jetzt alle Partitionen auf FAT32 umgestellt.

Update November 2020

Es gibt offenbar einen Zusammenhang zwischen LBACache, CF-Karten als Festplattenersatz, FAT32 und einem immer wieder zerst├Ârten MBR. LBACache wurde ersatzlos aus der autoexec.bat entfernt, das Problem ist seitdem nicht mehr aufgetreten.

Update Juli 2023

Wir haben den Floppy-Controller Greaseweazle V4 erfolgreich bei originaler und kopiergesch├╝tzter Software f├╝r Amiga, Amstrad und Atari getestet. Alle Images wurden im SCP-Format gesichert, auch die von nicht kopiergesch├╝tzter Software. Es ist geplant, auch das Archiv der IBM-kompatiblen Software – zumindest des kopiergesch├╝tzten Teils davon – damit neu zu generieren.