Die Firma Corona Data Systems entwickelte mit dem Portable PPC-400 einen der ersten IBM PC-Clones. Produziert hat das GerĂ€t der koreanische Hersteller Daewoo. Das uns angebotene Modell hat die Bezeichnung Corona PPC-21 und ist optisch identisch mit dem PPC-400. 1984 wurden die Firma von IBM wegen Copyright-Verletzung verklagt. Wie auch die Konkurrenten Hyperion, Columbia und Eagle Computer) kopierten sie das BIOS des IBM PC und mussten daher alle – auf richterlichen Beschluß – nachtrĂ€gliche LizenzgebĂŒhren an IBM zahlen. Erst Compaq “re-engineerte” das IBM PC-BIOS und war damit auf der sicheren Seite. Soviel zur Geschichte. Unsere Freude ĂŒber diese Spende ist jedenfalls groß, vor allem wegen des Originalzustands und der geringen Vergilbung des GehĂ€uses. Die Modellhistorie von CDS ist ein bisschen undurchsichtig und eine Einordnung, wann welches Modell erschienen ist, daher nicht möglich. Wie das IBM-Original wird der PPC-21 von einer mit 4,77MHz getakteten 8088 CPU von Intel angetrieben.

Auf mehreren Internetseiten wird von rauchenden Netzteilen des Corona berichtet. Der Vorbesitzer hat den Rechner 20 Jahre nicht mehr benutzt. Positiv fĂŒr uns ist, das er sich auch nicht mehr traute ihn einzuschalten. Daher werden wir vor einem ersten Start das Netzteil begutachten.

Dazu muss der Computer natĂŒrlich zerlegt werden.

Das Netzteil ist ungeschĂŒtzt (open frame) im GerĂ€t verbaut. Es kann relativ leicht aus dem GerĂ€t ausgebaut werden.

Soweit schaut alles gut aus. Sehr sauber, ist scheinbar wenig in Betrieb gewesen. Nichts riecht nach Fisch, also wahrscheinlich noch kein Elko ausgelaufen. Es soll so wenig wie möglich im GerĂ€t verĂ€ndert werden, aber die beiden Riva-Entstörkondensatoren haben bereits Risse. Sie mĂŒssen ersetzt werden, weil sie oft und gerne mit viel nachhaltigem Gestank abrauchen.

Nach dem Zusammenbau der erste Start. Nichts qualmt, auch nach den 20 Minuten nicht. Nach dem Einlegen einer DOS 2.11 Diskette bootet der Corona einwandfrei. Jedoch funktionieren manchen Tasten nur nach dem dritten oder vierten Anschlag. Da mĂŒssen vielleicht nur die Kontakte gereinigt werden. Aber nach dem Aufschrauben der Tastatur fand sich die ErklĂ€rung fĂŒr die Fehlfunktion. Der Hersteller ist Keytronic! Diese Tastaturen arbeiten kapazitiv mit Schaumstoff-Pads. Dieser Schaumstoff löst sich im Laufe der Jahre auf, die Funktion ist natĂŒrlich nicht mehr gegeben.  Auch die Tastaturen der Compaq Portables, der Sirius/Victor Computer oder den Tandy’s stammen von diesem Hersteller und haben identische Probleme.

Diese Schaumstoff-Pads haben auf beiden Seiten eine Klebefolie. Einmal zum Einkleben in die Taste, am anderen Ende zum Aufkleben einer nicht leitenden Metallfolie. Passende Schaumstoff-Pads gibt es bei einem Anbieter im Netz. Die MetallplÀttchen stanzen wir mit einem 11er Locheisen aus einer Rettungdecke.

Eine ziemliche Arbeit, bis die 84 Tasten gewechselt sind. Aber der Corona ist jetzt wieder fĂŒr einige Jahre einsatzfĂ€hig.