Die Firma Corona Data Systems entwickelte mit dem Portable PPC-400 einen der ersten PC-Clones. Das uns angebotene Gerät hat die Modellbezeichnung Corona PPC-21 und ist optisch identisch mit dem PPC-400. Wie dieses Modell in die Modellhistorie von CDS passt, konnten wir bisher nicht herausfinden. Wie das IBM-Original wird der PPC-21 von einer mit 4,77MHz getakteten 8088 CPU von Intel angetrieben. Der Hersteller Corona Data Systems (wie auch die Konkurrenten Hyperion, Columbia und Eagle) kopierten das BIOS des IBM PC und mussten daher alle – auf richterlichen Beschluß – nachträgliche Lizenzgebühren an IBM zahlen. Erst Compaq “re-engineerte” das IBM PC-BIOS und war damit auf der sicheren Seite. Soviel zur Geschichte. Unsere Freude über diese Spende ist jedenfalls groß, vor allem wegen des Originalzustands und der geringen Vergilbung des Gehäuses.

Auf mehreren Internetseiten wird von rauchenden Netzteilen des Corona berichtet. Der Vorbesitzer hat den Rechner 20 Jahre nicht mehr benutzt. Positiv für uns ist, das er sich auch nicht mehr traute ihn einzuschalten. Daher werden wir vor einem ersten Start das Netzteil begutachten.

Dazu muss der Computer natürlich zerlegt werden.

Das Netzteil ist ungeschützt (open frame) im Gerät verbaut. Es kann relativ leicht aus dem Gerät ausgebaut werden.

Soweit schaut alles gut aus. Sehr sauber, ist scheinbar wenig in Betrieb gewesen. Nichts riecht nach Fisch, also wahrscheinlich noch kein Elko ausgelaufen. Es soll so wenig wie möglich im Gerät verändert werden, aber die beiden Riva-Entstörkondensatoren haben bereits Risse. Sie müssen ersetzt werden, weil sie oft und gerne mit viel nachhaltigem Gestank abrauchen.

Nach dem Zusammenbau der erste Start. Nichts qualmt, auch nach den 20 Minuten nicht. Nach dem Einlegen einer DOS 2.11 Diskette bootet der Corona einwandfrei. Jedoch funktionieren manchen Tasten nur nach dem dritten oder vierten Anschlag. Da müssen vielleicht nur die Kontakte gereinigt werden. Aber beim Aufschrauben der Tastatur fand die Erklärung für die Fehlfunktion. Der Hersteller ist Keytronic! Diese Tastaturen arbeiten kapazitiv mit Schaumstoff-Pads. Dieser Schaumstoff löst sich im Laufe der Jahre auf, die Funktion ist natürlich nicht mehr gegeben.  Auch bei den Tastaturen der Compaq Portables, der Sirius/Victor Computer oder den Tandy Computern gibt es ein identisches Problem.

Diese Schaumstoff-Pads haben auf beiden Seiten eine Klebefolie. Einmal zum Einkleben in die Taste, am anderen Ende zum Aufkleben einer nicht leitenden Metallfolie. Passende Schaumstoff-Pads gibt es bei einem Anbieter im Netz. Die Metallplättchen stanzen wir mit einem 11er Locheisen aus einer Rettungdecke.

Eine ziemliche Arbeit, bis die 84 Tasten gewechselt sind. Aber der Corona ist jetzt wieder für einige Jahre einsatzfähig.