Der Panasonic JB-3300 erreichte uns in einem schlechten Zustand. Abdeckung lose, verdreckt und kein Mucks mehr nach dem Einschalten des Netzschalters. Er stammt aus dem Jahr 1983 und besitzt bereits ein Plasma Display, wie überhaupt nur wenige Portables wie z.B. Compaq Portable III oder auch der Laptop Toshiba 3100. Das macht ihn interessant. Panasonic ist von der Marke her hierzulande mehr als HiFi-Produzent bekannt denn als Computerhersteller. Dennoch hat die Firma mit seinem speziell für Ausseneinsatz konzipierten und entsprechend robusten Notebook Modell Toughbook eine Marktlücke gefunden und seit mehr als 20 Jahren großen Erfolg damit.
Ein paar technische Daten zum JB-3300:
CPU: 8088 mit 4,77 MHz
RAM: 256 KiB (auf dem Mainboard erweiterbar auf 512KiB)
Bus: 3 x 8 Bit ISA (einer speziell für Panasonic Harddisk)
Monitor: 12″ Plasma
Grafik: CGA, max. 640×400, 80×25 Zeichen
Massenspeicher: zwei DD FDD 5.25″ (Modell JB-3301) oder ein DD FDD 5.25″ plus 10MiB HD (Modell JB-3305)
Tastatur: 84 Tasten
Betriebssystem: MS-DOS 1.25
Unser Gerät ist ein Modell JB-3301, besitzt aber eine 10MiB große Festplatte von NEC, angeschlossen an einen Festplatten-Controller mit voller Baulänge. Es dürfte sich daher um eine Nachrüstung bzw. einen Umbau handeln.
Er wird jetzt erstmal grob gereinigt und natürlich muß er zerlegt werden, um an das Netzteil zu kommen. Die hintere Abdeckung ist nur ge-clipst und wird abgenommen, indem man auf der Rückseite auf die zwei Tasten drückt. Achtung, nach oben heben, sonst brechen die Haltenasen auf der Vorderseite der Abdeckung. Nun sieht man die ISA-Slots und den eingebauten HD-Controller. Danach die beiden Schrauben des Displays lösen. Jetzt links und rechts die Massenkabel und die Verbindung zum Display abziehen (siehe Abbildungen unten).
Nach dem die Gitterabdeckung sowie die beiden Stabilisierungsschienen des Netzteiles angeschraubt sind kann das Netzteil gemessen werden. Da ist nichts mehr, 230V gehen rein, 0V kommen raus! Also die vier Schrauben der Netzteil-Platine lösen und Platine ausbauen. Das Problem ist schnell erkannt: eine Ecke der Netzteil-Platine ist abgebrochen, was aber leider nicht im Bild festgehalten wurde. Es sind allerdings nur drei Leiterbahnen betroffen, das ist reparabel. Das Eck wieder ankleben, die Leiterbahnen wieder verbinden und die Bruchstelle mit Heißkleber verstärken.
Allerdings passiert nach dem Einschalten immer noch nichts. Der einzige Unterschied: am Ein/Aus-Schalter kommen die 230V jetzt an, aber eingeschaltet kommt nichts raus. Der Schalter ist auch defekt! Ein von der Größe passender Schalter ist in unserem Ersatzteillager, allerdings mit On-Off Beschriftung, das hat der originale Schalter nicht. Immerhin funktioniert jetzt das Netzteil!
Ein erster Funktionstest kann durchgeführt werden. Dazu wird das Display provisorisch angeklemmt. Das Plasma Display springt an und der Panasonic bootet sogar von der Festplatte MS-DOS 3.2. Zum Schluß muß eine Haltenase der hinteren Abdeckung ersetzt werden. Ohne Haltemase schließt die Abdeckung nicht mehr. Leider konnte das Bruckstück nirgends im Rechner gefunden werden. Daher muß aus einem alten C64-Gehäuse-Unterteil eine Haltenase mittels Dremel herausgeschnitten werden und als Ersatz dienen.
Nach dem Zusammenbau funktioniert der JB-3300 wieder prächtig. Ein seltener Portable, allerdings halt nur ein IBM XT-Clone und Computer-historisch eher unbedeutend. Ein Vorgänger, der Panasonic JB-3000 aus dem Jahr 1983 war auch bereits auf unserer Werkbank. Einen Test dieses Modells können Sie hier lesen.