Die Jahre ab 1981

Nach dem Erscheinen des IBM PC’s im Jahre 1981 gab es weder eine groĂźe Auswahl an Backup-Software noch standen erschwingliche Medien dafĂĽr zur VerfĂĽgung. Bandlaufwerke stammten eigentlich aus Mainframe-Welt und waren daher von den Kosten her fĂĽr den Privatanwender praktisch unerschwinglich. Der Gedanken an Datensicherung bei PC’s entstand eigentlich erst, nachdem die Festplatten zum Standard wurde, also ab ca. 1983 mit Erscheinen des IBM XT’s, der ja bereits mit einer 10 MiB Festplatte lieferbar war. Disketten-basierte Systeme konnten einfach die Datendisketten der jeweiligen Anwendungen duplizieren und hatten somit eine RĂĽckfalloption.

Machen wir also ein Beispiel auf. Nehmen wir z.B. eine kleine Baufirma mit fünf Angestellten. Der junge Firmenchef will sich eine Faktura kaufen, die Funktionenfür Angebotserstellung, Lieferscheine, Rechnung und Lagerverwaltung beinhaltet. Außerdem will er seine Lohnabrechnungen selber machen. Er kauft sich also die passende Software und einen IBM XT mit 10 MiB Festplatte. Der Fachhändler berät ihn und empfiehlt ihm ein Backupsystem auf Basis eines Bandlaufwerks. Der Preis desd IBM XT liegt incl. Drucker und Monitor bei ca. 15000 DM. Das externe Bandlaufwerk würde zusätzlich ca. 5000 DM kosten. Dem jungen Bauunternehmer wird das Ganze jetzt zu teuer, er wählt die Lösung eines Backups über Disketten, da hierbei keine zusätzlichen Kosten für hardware anfallen.

dem Standardmäßig vorhanden waren natürlich Diskettenlaufwerke, Die Disketten mußte man eben kaufen. Hört sich jetzt einfach an, aber man darf nicht vergessen, was 10 Stück Double-Density Disketten in den frühen 1980iger Jahren gekostet haben. Da konnte man damals ein Auto dafür volltanken.

Aufgrund dieser Widrikeiten kann man davon ausgehen, daAndere externe Massenspeicher standen zu dieser Zeit einfach nicht zur Verfügung oder waren für den privaten Bereich einfach zu teuer (z.B. SyQuest-Wechselplatten oder die Bernoulli-Laufwerke von Borsu/Iomega). Im Profibereich wurden fast ausschließlich Bandlaufwerke eingesetzt, da diese ausreichende Speicherkapazitäten zur Verfügung stellen konnten. Der private Anwender benutzte Backup/Restore aus DOS oder Fastback (Fifth Generation Systems) und sicherte auf Disketten – auch schon bei Festplatten mit nur 20 MiB eine fehlerträchtige und zeitraubende Methode. Erst mit den Iomega Zip-Laufwerken kam 1994 eine für jedermann erschwingliche und für die Datensicherung taugliche Lösung auf den Markt (100 MiB – 750 MiB). Der Iomega-Treiber für Zip Laufwerke benötigt eine 80286 CPU oder höher und mindestens DOS 4.0. Damit scheiden aber PC’s und XT’s für deren Verwendung aus. Es existiert jedoch mit palmzip.sys (Author: Klaus Peichl) auch ein Treiber für 808x CPU’s, der nur minimal DOS 2.11 benötigt. Damit lassen sich heute auf einem PC/XT (der i.d.R. eine MFM-Festplatte besitzt), einem Zip-Laufwerk und einem Backup-Programm, das als Ziellaufwerk einen Laufwerksbuchstaben akzeptiert (z.B. Fifth Generation Systems mit Fastback Plus oder Gazelle Systems mit Back-It) gute Backup-Lösungen realisieren. Ab 1991 kamen weitere unter DOS lauffähige Backupprogramme von Norton (Norton Backup) und Central Point Software (Central Point Backup) hinzu.

Neuere Backup-Programme (Acronis True Image, Norton Ghost 7.5) haben oftmals die Möglichkeit, eine bootfähige Rescue-CD zu erstellen. Vorausetzung für deren Einsatz ist natürlich, das der Rechner auch ein BIOS besitzt, das von CD-ROM booten kann. Bei älteren Rechnern mit IDE- und SCSI-Festplatten die das nicht können, verwenden wir das komfortable DiskClone der Firma Quarterdeck aus dem Jahr 1998. Ein einfach gehaltenes Programm, das aus einer Datei besteht und locker auf eine Diskette passt. Es kopiert den gesamten Inhalt einer Festplatte auf eine andere interne oder externe Festplatte. Mit dem Programm kann man nicht nur 1:1 Clones erstellen, sondern auch ein Image einer Festplatte erzeugen, definierte Inhalte sichern oder ein beschädigtes Laufwerk wiederherstellen. DiskClone ist recht schnell und flexibel (unterstützt FAT32 und ermöglicht so Partitionen mit mehr als 2 GB). Es läuft nicht nur unter DOS, sondern auch unter Windows 3.1, 95, 98, NT und OS/2. Die Systemanforderungen sind allerdings hoch: 80486, 16 MiB RAM. Gut eingerichtete Festplatten von AT’s und 386ern – mit denen DiskClone nicht funktioniert – haben wir auch schon mal mit xcopy auf eine Zip-Diskette gesichert.

Bei unserem Rechner, der als Massenspeicher ja eine CF-Card hat, benutzen wir jedoch das ebenfalls etwas angestaubte TrueImage Version 9.0 (Acronis). Das ist zwar ein 32-Bit Windows Programm, es kann nach der Installation aber ein Notfallmedium in Form einer bootfähigen CD erzeugen, die auch unser Rechner booten kann. TrueImage identifiziert die Quell- und Ziel-CF-Cards mit den richtigen Werten und zeigt mehr Details bzgl. der Partitionsgrößen als DiskClone. Auch die automatische Anpassung der Partitionsgrößen geht perfekt. Die Systemanforderungen bzgl. der Notfall-CD konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Alternativen unter DOS wären noch die Rescue-CD’s, die sich mit CloneZilla, DriveClone oder GParted erstellen lassen.