Nach der Einrichtung unseres Archiv-PC’s (Pentium III, 400Mhz) und dem für DOS üppig vorhandenen RAM (98 MiB) sowie des riesigen Festplatten-Speicherplatzes (16 GiB) war die Verlockung groß, den Rechner mit DOS Programmen aus den 80iger und frühen 90iger Jahre vollzustopfen. Der Rechner besitzt alle Arten von Floppy-Laufwerken, ein CD-ROM und eine Netzwerkkarte. Alle Programme sind also installierbar, egal von welchem Medium. Aufgrund der Mainboard-Architektur und des schnellen Prozessors ist zu erwarten, das hardwarenah entwickelte Programme aus den frühen 80igern nicht mehr wie gewünscht laufen. Andererseits benötigen moderne DPMI-Programme aus den 90igern mehr RAM und mehr Rechenleistung. Für uns war es interessant, denn mit einigen dieser Programme hat man mal gearbeitet, von anderen zwar gehört, aber nie benutzt. Nicht wenige davon wären auf einem Rechner der XT/AT/386-Klasse zu langsam oder aufgrund von Anforderungen bzgl. der Grafikkarte gar nicht lauffähig. Und natürlich haben einige dieser Programme als Original auch mal richtig viel Geld gekostet, zumindest als als sie noch aktuell waren.
Die Zuordnung zu den nachfolgenden Kategorien ist schwierig. Beispielsweise ist der Übergang von einem Menüprogramm zu einem Desktop fließend. Oder manche File-Manager bieten frei konfigurierbare Startmenü’s an, die einem spezialisierten Menüprogramm gleichkommen. Einige Desktops verfügen über Dateifunktionen die einem File-Manager ebenbürtig sind.
Natürlich werden jetzt Nachfragen zu DOS-Spielen kommen. Wir haben die nicht vergessen, aber es gibt dafür schon genug andere Seiten.

Viele DOS Anwender hatten Anfang der 80iger Jahre Schwierigkeiten, Datei-Operationen (Kopieren, Löschen, neue Verzeichnisse anlegen, ASCII-Dateien bearbeiten…) auf der Kommandozeile durchzuführen. Die für die Dateioperationen notwendigen DOS-Befehle erschienen ihnen kryptisch, die evtl. nachfolgenden Fehlermeldungen ebenso. Viele Software-Hersteller erkannten dieses Problem und brachten Programme auf den Markt, die derartige Probleme beheben oder wenigstens entschärfen sollten.
Frei konfigurierbare Menüprogramme für DOS waren weitverbreitete Hilfen, die sich im Vor-Windows 3.x-Zeitalter fast auf jedem PC fanden. Sie dienten im Wesentlichen dem Starten von Programmen, stellten Werkzeuge wie Taschenrechner und Uhrzeit zur Verfügung und besaßen einfache Funktionen zur Dateiverwaltung und der Handhabung von Datenträgern. Da diese Programme i.d.R. bereits beim Booten des PC’s gestartet werden konnte dem Anwender die Konfrontation mit der Kommandozeile von DOS erspart werden. Dienstleister, die DOS-PC’s konfigurierten, hatten dadurch die Möglichkeit, die Funktionen, die der Anwender (also der Kunde) benutzen konnte durch das Menü festzulegen. Überstützt ein solches Programm mehrzeilige Kommandos dann war es auch möglich, eine selektierte Daten-Datei zu nicht nur anzuzeigen, sondern wie in Windows durch Verknüpfung auch die zugehörige Anwendung zu starten. Das können im Übrigen auch einige Dateimanager und Desktops.
Eine Weiterentwicklung oder eigentlich Verschmelzung der File-Manager und der Menüprogramme sind die sogenannten Desktops. Sie vereinen viele unterschiedliche Werkzeuge in einem Paket: Dateimanagement, Menüprogramm bzw. Programmstarter und Utensilien wie z.B. Taschenrechner und Terminkalender). Vorher mußte man diese Programme einzeln kaufen und installieren wie zum Beispiel Norton Commander, Borland
Vielfältige und leistungsfähige Bürolösungen machen eine Computer-Plattform erst erfolgreich. Das wußte natürlich auch IBM, und so gab es für den IBM PC und PC-DOS bereits kurz nach der Markteinführung 1980 bereits viele Anwendungen für den Büroeinsatz. Viele solcher Programme wurden von Anfang an unter dem IBM-Label vertrieben (z.B. die Assistant-Reihe). Wichtiger für den anhaltenden Erfolg des IBM-PC’s war jedoch das Erscheinen von Killer-Apps wie Wordstar (Textverarbeitung), VisiCalc (Tabellenkalkulation), dBase (Datenbank) und später Lotus 1-2-3 (Tabellenkalkulation). Im Laufe der Zeit wurden gerade diese Büroananwendungen immer leistungsfähiger, benötigten aber auch schnellere CPU’s, mehr RAM, größere Festplatten und neue Grafikkarten nebst passendem Monitor. Im Prinzip war und ist diese Entwicklung der ständig steigenden Anforderungen bis heute gleichbedeutend mit einer Gelddruckmaschine für die Hersteller der Hardware und der Software.