Nach der Einrichtung unseres Archiv-PC’s und dem f├╝r DOS ├╝ppig vorhandenen RAM (98 MiB) sowie des riesigen Festplatten-Speicherplatzes (16 GiB) war die Verlockung gro├č, den Rechner mit DOS Programmen aus den 80iger und fr├╝hen 90iger Jahre vollzustopfen. Der Rechner besitzt alle Arten von Floppy-Laufwerken, ein CD-ROM und eine Netzwerkkarte. Alle Programme sind also installierbar, egal von welchem Medium. Aufgrund der Mainboard-Architektur und des schnellen Prozessors ist zu erwarten, das hardwarenah entwickelte Programme aus den fr├╝hen 80igern nicht mehr wie gew├╝nscht laufen. Andererseits ben├Âtigen moderne DPMI-Programme aus den 90igern mehr RAM und mehr Rechenleistung. F├╝r uns war es interessant, denn mit einigen dieser Programme hat man mal gearbeitet, von anderen zwar geh├Ârt, aber nie benutzt. Nicht wenige davon w├Ąren auf einem Rechner der XT/AT/386-Klasse zu langsam oder aufgrund von Anforderungen bzgl. der Grafikkarte gar nicht lauff├Ąhig. Und nat├╝rlich haben einige dieser Programme als Original auch mal richtig viel Geld gekostet, zumindest als als sie noch aktuell waren.

Die Zuordnung zu den nachfolgenden Kategorien ist schwierig. Beispielsweise ist der ├ťbergang von einem Men├╝programm zu einem Desktop flie├čend. Oder manche File-Manager bieten frei konfigurierbare Startmen├╝’s an, die einem spezialisierten Men├╝programm gleichkommen. Einige Desktops verf├╝gen ├╝ber Dateifunktionen die einem File-Manager ebenb├╝rtig sind.

Nat├╝rlich werden jetzt Nachfragen zu DOS-Spielen kommen. Wir haben die nicht vergessen, aber es gibt daf├╝r schon genug andere Seiten.

File Manager

Viele DOS Anwender hatten Anfang der 80iger Jahre Schwierigkeiten, Datei-Operationen (Kopieren, L├Âschen, neue Verzeichnisse anlegen, ASCII-Dateien bearbeiten…) auf der Kommandozeile durchzuf├╝hren. Die f├╝r die Dateioperationen notwendigen DOS-Befehle erschienen ihnen kryptisch, die meist nachfolgenden Fehlermeldungen ebenso. Die Software-Hersteller erkannten dieses Problem und brachten Programme auf den Markt, die diese Probleme beheben oder wenistens entsch├Ąrfen sollten.

Alle nachfolgend aufgef├╝hrten File-Manager visualisieren die Verzeichnisstruktur einer Festplatte auf die eine oder andere Art. Der Anwender bekommt einen besseren ├ťberblick ├╝ber deren Inhalt und kann leichter in den Verzeichnissen navigieren. Alle Programme beherrschen die Grundfunktionen zum Umbenennen, zum L├Âschen und Kopieren von einer oder mehreren Datei(en), k├Ânnen Verzeichnisse anlegen, umbennen und l├Âschen. Zur Standard-Austattung geh├Ârt auch die M├Âglichkeit, Dateiattribute ver├Ąndern. Meistens ist ein einfacher Editor integriert, um ASCII-Dateien zu bearbeiten. Erst mit MS/PC-DOS 4.0 geh├Ârte mit der DOS-Shell ein Standardprogramm zum Lieferumfang, welche grundlegende Dateiverwaltungsfunktionen enthielt, ein Startmen├╝ verwalten konnte und sogar Task-Switching beherrschte. Die leistungsf├Ąhigeren File-Manager besitzen zudem Funktionalit├Ąt zum Packen und Entpacken von Archiven, wobei die jeweiligen Pack-Programme normalerweise in einem separaten Verzeichnis abgelegt sein m├╝ssen. Manche haben auch die M├Âglichkeit verzeichnis-├╝bergreifende Datei-Operationen (kopieren, l├Âschen) durchzuf├╝hren und daf├╝r XMS-Speicher zu verwenden. Die meisten Programme erlauben es auch, ├╝ber ein integriertes konfigurierbares Men├╝ aus dem Programm heraus externe Anwendungen zu starten, wobei ein kleiner Teil des File-Managers im Speicher verbleibt und sich nach dem Beenden des aufgerufenen Programms selbst wieder startet. Sie sind dadurch auch als einfaches Men├╝system verwendbar.

Bei uns wird eigentlich eigentlich nur der DOS Navigator und manchmal der Norton Commander eingesetzt. Es sollen nachfolgend aber auch einige andere File-Manager augelistet werden, die weniger verbreitet waren. Auch diese Programme hatten ihre Fan-Gemeinde, und so geraten sie nicht ganz in Vergessenheit. Jeder DOS-Anwender hat in dieser Kategorie Software seinen eigenen Favoriten, wobei XTree und der Norton-Commander mit Sicherheit die gr├Â├čte Verbreitung besa├čen. Weiterlesen

Men├╝ Programme

Frei konfigurierbare Men├╝programme f├╝r DOS waren weitverbreitete Hilfen, die sich im Vor-Windows 3.x-Zeitalter fast auf jedem PC fanden. Sie dienten im Wesentlichen dem Starten von Programmen, stellten Werkzeuge wie Taschenrechner und Uhrzeit zur Verf├╝gung und besa├čen einfache Funktionen zur Dateiverwaltung und der Handhabung von Datentr├Ągern. Da diese Programme i.d.R. bereits beim Booten des PC’s gestartet werden konnte dem Anwender die Konfrontation mit der Kommandozeile von DOS erspart werden. Dienstleister, die DOS-PC’s konfigurierten, hatten dadurch die M├Âglichkeit, die Funktionen, die der Anwender (also der Kunde) benutzen konnte durch das Men├╝ festzulegen. ├ťberst├╝tzt ein solches Programm mehrzeilige Kommandos dann war es auch m├Âglich, eine selektierte Daten-Datei zu nicht nur anzuzeigen, sondern wie in Windows durch Verkn├╝pfung auch die zugeh├Ârige Anwendung zu starten. Das k├Ânnen im ├ťbrigen auch einige Dateimanager und Desktops.

Die Leistungsf├Ąhigeren dieser Programme k├Ânnen sogar mit Desktop-Programmen konkurrieren. Der ├ťbergang vom reinen Men├╝programm zum Desktop ist also flie├čend. Oft wurden Erstversionen von Men├╝programmen im Laufe ihrer Weiterentwicklung immer weiter ausgebaut. Manche waren Mehrbenutzerf├Ąhig, Programme und Untermen├╝s konnten mit einem Passwort gesch├╝tzt werden. Grundlegegend wichtig ist, das die Men├╝programme selbst m├Âglichst wenig Speicher ben├Âtigen, nachdem sie ein Programm gestartet haben. Im besten Fall bleibt nur ein kleiner Re-Loader des Men├╝pogramms im Speicher, den Rest des konventionellen Speichers kann das aufgerufene Programm f├╝r sich beanspruchen. Es gab aber auch eine Vielzahl selbstgebastelter L├Âsungen, die vorgenannte F├Ąhigkeiten nicht hatten und auf einfacher Batch-Programmierung basierten. Nachfolgend werden Men├╝programme beschrieben, die sich im Bestand des VCL befinden, zudem auch welche aus dem Share- und Freeware-Angebot.

Bei Interesse kann jeder mal das bekannte Simtel-Archiv durchforsten, z.B. hier. Dort findet sich unter der Rubrik “menu” eine hohe zweistellige Zahl derartiger Software. Weiterlesen

DOS Desktops

Eine Weiterentwicklung oder eigentlich Verschmelzung der File-Manager und der Men├╝programme sind die sogenannten Desktops. Sie vereinen viele unterschiedliche Werkzeuge in einem Paket: Dateimanagement, Men├╝programm bzw. Programmstarter und Utensilien wie z.B. Taschenrechner und Terminkalender). Vorher mu├čte man diese Programme einzeln kaufen und installieren wie zum Beispiel Norton Commander, Borland Sidekick┬áund als Men├╝system beispielsweise Menu Works. Die Grundlage dieser Desktops ist immer DOS, die Aufmachung und der Umfang der einzelnen L├Âsungen unterliegen allerdings einer gewaltigen Spanne. Das einfache Prinzip eines Desktops beruht immer darauf, das der ganze Bildschirm der Schreibtisch ist, auf dem der Anwender arbeitet. Ausgehend von diesem Schreibtisch werden weitere (externe oder interne) Programme gestartet. Nach Beendigung des Programms befindet man sich wieder auf dem Schreibtisch. Datei-, Verzeichnis- und Datentr├Ągerfunktionen (Backup, Formatieren, ├ťberpr├╝fungen, Packen- und Entpacken von Archiven) sowie Utensilien wie Taschenrechner und Kalender/Terminplaner sollten integriert sein, damit der Anwender den Desktop nie verlassen mu├č. High-End Produkte wie PC-Tools Desktop und Norton Desktop integrieren sogar ihre eigenen Virenschutzprogramme. Egal ob der Desktop textorientiert (TUI) oder grafikbasiert (GUI) realisiert ist, das vorgenannte Grundprinzip des Desktops als Schaltzentrale bleibt immer gleich. Streng genommen kann man auch Windows 3.x / 95 / 98 / ME in diese Reihe stellen. W├Ąhrend Apple ab 1984 bereits einen GUI-Standard f├╝r seine Computer hatte, gab es bei den IBM kompatiblen deren viele, zumindest bis zum Erscheinen von Windows 3.0 im Jahre 1990. Eines der ersten dieser Programme ist der Tandy Deskmate. Dieses Programm wurde bereits 1984 f├╝r das Tandy Model 4 entwickelt und nachfolgend auch auf DOS portiert. Weiterlesen

Office Programme

Vielf├Ąltige und leistungsf├Ąhige B├╝rol├Âsungen machen eine Computer-Plattform erst erfolgreich. Das wu├čte nat├╝rlich auch IBM, und so gab es f├╝r den IBM PC und PC-DOS bereits kurz nach der Markteinf├╝hrung 1980 bereits viele Anwendungen f├╝r den B├╝roeinsatz. Viele solcher Programme wurden von Anfang an unter dem IBM-Label vertrieben (z.B. die Assistant-Reihe). Wichtiger f├╝r den anhaltenden Erfolg des IBM-PC’s war jedoch das Erscheinen von Killer-Apps wie Wordstar (Textverarbeitung), VisiCalc (Tabellenkalkulation), dBase (Datenbank) und sp├Ąter Lotus 1-2-3 (Tabellenkalkulation). Im Laufe der Zeit wurden gerade diese B├╝roananwendungen immer leistungsf├Ąhiger, ben├Âtigten aber auch schnellere CPU’s, mehr RAM, gr├Â├čere Festplatten und neue Grafikkarten nebst passendem Monitor. Im Prinzip war und ist diese Entwicklung der st├Ąndig steigenden Anforderungen bis heute gleichbedeutend mit einer Gelddruckmaschine f├╝r die Hersteller der Hardware und der Software.

Wir wollen einige dieser B├╝rol├Âsungen vorstellen, von 1981 bis Mitte der 1990iger. Viele damals marktf├╝hrende Produkte sind vom Namen her bereits vergessen. Alles in ungeordneter Folge. Diese Reihe werden wir permanent weiter erg├Ąnzen. Weiterlesen

Internet Programme

DILLO

Es gibt nur zwei relevante Web-Browser f├╝r natives DOS: Dillo 3.0.2b und Arachne 1.97. Dillo ist der kompaktere der beiden. Wir brauchen nur einen, der funktioniert. Und das tut Dillo, im Rahmen des M├Âglichen f├╝r einen Browser mit dem Herstellungsjahr 2011. Daher installieren wir Arachne erst gar nicht. Dillo startet schneller als Arachne und kann daher auf dem Rechner gespeicherte Offline-HTML-Seiten auch schneller anzeigen. Er kann im ├ťbrigen mehr Webseiten darstellen als die unter Windows 3.x verf├╝gbaren Browser Internet Explorer 5.x und Opera 3.62.

Multimedia

MPXPLAY

Der MP3 Player MPXPlay wurde im Zuge der MS-DOS 7.1 Installation bereits auf den Rechner kopiert. Er kommt auf Anhieb mit der installierten Soundkarte zurecht und kann alles, was man zum Abspielen von Musik braucht. Er spielt ├╝brigens auch so ziemlich alle Musikformate ab, nicht nur nur MP3’s. Unsere Musik ist in chronologischen Verzeichnissen organisiert. Diese Ordnung wird beibehalten, das ist uns wichtig. Die Benutzeroberfl├Ąche ist nicht grafisch, aber ├╝bersichtlich, flexibel und mausbedienbar, ein bisschen wie “WinAmp”. Die Anzeige kann auf 50 Zeilen umgestellt werden, das geht auf Tastendruck. Die Spielfolge kann leicht festgelegt, die MP3-Tags k├Ânnen bearbeitet werden. Playlist’s sind kein Problem, Lautst├Ąrke nat├╝rlich auch nicht und sogar ein einstellbarer “Fader” ist vorhanden. Aber gerade beim Fading kann man feststellen, das hier ein OS mit Multitasking bzw. Multithreading vorteilhaft w├Ąre. MPXPlay kriegt das so grade hin, aber ein Pentium III wie in unserem Testrechner ist schon zu empfehlen. Dieser Player ist u.E. funktional das Beste, was man unter DOS kriegen kann.

Nat├╝rlich gibt es auch noch andere Programme zum Abspielen von MP3’s unter DOS. Hier w├Ąren z.B. DOSAMP (Nullsoft), Aegis oder CDPTSR zu nennen. Aber alle basieren auf der Kommandozeile und haben keine Benutzeroberfl├Ąche. CDPTSR und Aegis funktionieren auf unserem Testrechner gar nicht. Andere spielen nur Dateien von einer CD.

Viren

Wie schon im Text zu Archivierungs PC ÔÇô Aufbau erw├Ąhnt benutzen wir McAfee VirusScan Version 3.0 in unserem daf├╝r konfiguriertem PC. Wir verwenden dabei die Viren-Definitionen der Version 3.2.2 aus dem Jahr 1999. Das ist insofern unproblematisch, da wir nur Umgang mit CP/M, DOS und Windows 3.1x – Software haben. Die f├╝r diese Betriebssysteme (und deren Software) geeigneten Viren werden von einem Virenscanner mit Defintionen von 1999 alle erkannt. Allerdings tauchen neuerdings Retroviren auf, wenn auch nur vereinzelt. Diese befallen .exe Dateien und den MBR einer Festplatte. Da der Rechner schon aufgrund der veralteten Browser, die unter Windows 3.1x verf├╝gbar sind, wenig im Internet benutzt wird, sind auch die kein wirkliches Problem.

F-PROT

“F-Prot 3.16f” von der Firma Frisk Software International wird zus├Ątzlich zu “McAfee” installiert. Die letzte Version dieses Virenscanner’s f├╝r DOS bringt Virendefinition vom Juni 2006 mit, f├╝r einen reinen DOS-Rechner in jedem Fall neu genug. Leider fehlt bei der letzten DOS-Version die TSR-L├Âsung (virstop) zur permanenten ├ťberwachung.

DR SOLOMONS ANTI-VIRUS 7.1

Die letzte Version dieses Virenscanner stammt aus dem Jahr 1998. Im gleichen Jahr wurde die Firma von McAfee ├╝bernommen. Diese Version erhielt viele Auszeichnungen und z├Ąhlt zu den besten Virenscannern f├╝r DOS. Wie bei McAfee besteht auch hier die M├Âglichkeit, ein TSR-Programm (guard, 9 KiB) bereits in der autoexec.bat zu laden. Dadurch wird eine permanente ├ťberwachung installiert.

Weitere DOS-geeignete Virenscanner von Avast (Version 7), Kaspersky und Blaiedud (FDAV, Virendefinitionen von ClamAV) gibt es, aber keines davon lief auf unserem Archivierungs-PC ohne Probleme. Nicht f├╝r uns in Frage kommen Virenprogramme, deren Virendefinitionen ├Ąlter sind als 1996 (z.B. Norton Anti-Virus, Microsoft Anti-Virus…). Als Letztes f├Ąllt uns noch IBM Anti-Virus ein, das mit PC-DOS 2000 (7.1) ausgeliefert wurde. Aber auch hier datieren die Virendefinitionen von 1996.

Diskettenkopierer

Ein paar Tipps f├╝r den Umgang mit alten Disketten:

  • Wenn Datentr├Ąger in dem Laufwerk lesbar sind, von dem sie stammen, aber in anderen Laufwerken nicht:
    Die h├Ąufigste Ursache daf├╝r ist, da├č das zum Kopieren verwendete Laufwerk mechanisch verstellt (de-justiert) ist. Normalerweise kann ein anderes Laufwerk von dieser Diskette dann nicht mal mehr das Verzeichnis angezeigen.
  • Schlecht positionierter Spur-Null-Sensor.
    Wenn der Spur-Null-Sensor falsch eingestellt ist, verschiebt sich nicht nur die Lage der Spur 0 auf der Diskette, sondern auch alle nachfolgenden Spuren an eine falsche Stelle. Ein korrekt justiertes Laufwerk findet aber an der Stelle nichts Verwertbares. Auch hier kann meist bereits das Verzeichnis nicht mehr angezeigt werden. Bei der Diagnose helfen k├Ânnen hier die Analyze-Funktionen von ImageDisk (Dunfield). Das ein Spur-Null-Sensor defekt ist keine Seltenheit.
  • Bekannt gute Disketten sind nicht mal auf dem Laufwerk, auf dem sie geschrieben wurden, lesbar
    ├ťberpr├╝fen Sie die Schreib-/Lesek├Âpfe auf Verschmutzung. Sie k├Ânnen eine Reinigungsdiskette verwenden (auch dabei kann man ImageDisk benutzen) oder das Laufwerk ausbauen und die K├Âpfe mit Alkohol und Wattest├Ąbchen reinigen.

    Auch eine schlechte Qualit├Ąt der Diskette kann einen solchen Fehler verursachen. In diesem Fall kann die Diskette kurzzeitig lesbar sein, aber das Signal wird im Laufe der Zeit schnell schw├Ącher werden. Verwenden Sie daher nur zertifizierte Disketten von Markenherstellern. ├ťberprpr├╝fen sie auch dir i.d.R. br├Ąunliche Beschichtung der Diskette im sichtbaren Ausschnitt. Wenn diese verloren gegangen ist, ist die Diskette nicht mehr benutzbar und der Inhalt verloren.
  • Laufwerkskabel mit schlechtem Kontakt
    Ein untersch├Ątztes Problem. Oberfl├Ąchlich kann in diesem Fall durchaus Funktion vorhanden sein, je nachdem welche Pins des Steckers keinen Kontakt haben. Es ist m├Âglich, das Sie eine Diskette mit “Verify” formatieren, der Formatierungsvorgang selbst fehlerfrei abl├Ąuft und erst bei der ├ťberpr├╝fung Fehler festgestellt werden. Sie sollten daher die Kontaktfl├Ąchen der Kabel und der Anschl├╝sse am Laufwerk sauberhalten und ggfs. mit Alkohol und Wattest├Ąbchen reinigen. In schwierigen F├Ąllen k├Ânnen sie auch einen Glasfaserpinsel verwenden.

Unter einer so schnellen CPU, wie sie unter unserem Testrechner vorhanden ist, laufen einige Programme nicht mehr. Kopierprogramme sind meist hardwarenah pogrammiert und kommen mit dem vorhandenen Floppycontroller nicht zurecht. Oft spielt auch das interne Timining eine Rolle, das bei einer schnellen CPU nicht mehr funktioniert.

Welche Programme laufen nicht:

  • CopyWrite von Quaid Software
  • Copy II-PC von Central Point Software
  • HD-Copy von Oliver Fromme
  • The Disk Duplicator 3.0 von Copy Technologies (Probleme mit FD-Controller)

X-Copy 1.2 von Cachet l├Ąuft nicht unter DOS, aber unter WfW 3.11. Da steht aber WinImage 2.0 zur Verf├╝gung, zumindest wenn es um nicht kopiergesch├╝tzte Software geht. VGA-Copy 6 von Thomas M├Ânkemeier l├Ąuft zwar, beim Kopieren von 5,25″ Double Density – Disketten kommt auf der Zieldiskette nur Schrott raus. Weiterlesen

Utilities

Back&Forth

Back&Forth ist ein Task-Switcher, der es erlaubt, mehrere Programme gleichzeitig zu starten und zwischen ihnen mit CTRL-Ôłž und CTRL-ÔłĘ hin- und her zu schalten. Nat├╝rlich werden nicht aktive Task’s angehalten, das Programm erm├Âglicht kein Multitasking. Aber es ist schon manchmal hilfreich, mehrere Programme gleichzeitig am Laufen zu haben. Mit gen├╝gend RAM (egal ob EMS oder XMS) funktioniert das recht gut. Auch die Konfiguration ist einfach. Eine Vollversion dieses gut funktionierenden Programms ist leider nicht vorhanden.

Ein weiteres Programm in dieser Richtung ist Software Carousel (SoftLogic). Leider besitzen wir kein Original davon, nicht mal eine “Sicherheitskopie”. Man findet lediglich Hinweise auf die Existenz dieses Programms im Netz, aber keinen Download.

ARCHIVIERUNG / PACKPROGRAMME

Wir haben uns ein Verzeichnis “Packer” eingerichtet und alle DOS Archivierer/Packer, deren wir habhaft werden konnte, hineinkopiert. Am wichtigsten sind nat├╝rlich ZIP, LHA, ARC, ARJ, ZOO, TAR, RAR und ACE. Eine gute Quelle ist f├╝r fast alle Packprogramme ist das Systemhaus Brandenburg. Eine funktionierende 16-Bit DOS-L├Âsung f├╝r 7ZIP haben wir bis dato nicht gefunden. Die meisten guten File-Manager bringen zwar keine Archivierungsprogramme mit, k├Ânnen diese aber einrichten und benutzen, so auch der “DOS Navigator”.

SCREENTHIEF

ScreenThief ist ein kleines TSR-Programm, das Screenshot’s von (fast) allem aufnimmt, was auf dem Bildschirm gerade zu sehen ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich um Mono, CGA, EGA, VGA oder SVGA, Grafik oder die unterschiedlichsten Textmodi handelt. Der Screenshot kann u.a. als Text oder in verschiedenen Grafikformaten abgespeichert werden. Leider konnte von einigen Programmen unter DOS keine Bildschirmfotos erzeugen, weil der “Hotkey” nicht funktionierte. Das Problem trat immer mit Programmen auf, die einen DOS Extender (DPMI) benutzen. Es gibt offensichtlich ein Problem mit dem Protected Mode.

QUICKVIEW

Zum Darstellen von Grafiken wird QuickView Pro 2.61 installiert. Das Programm l├Ąuft im Protected Mode und ben├Âtigt daher mindestens eine 386er CPU. Es kann Grafiken bis zu einer Aufl├Âsung von 1280×1024 (das schafft unser 17″ Monitor) darstellen. Formate wie BMP, PCX, JPG, GIF u.v.m. werden angezeigt. Da das Programm gut ist, haben wir die Shareware registriert, um den Author zu unterst├╝tzen.

NSSI

Das Programm NSSI gibt einen guten ├ťberblick ├╝ber die Hardware des Systems. Viel kompakter und auch sehr gut ist der russische “Informer”.

STAR COMMANDER und VICE

C64/C128 Disketten ohne Kopierschutz sichert man am Besten mit Star Commander 0.82. Um die erzeugten D64-Images zu testen bietet sich der Emulator Vice 2.2 an. Der Archivierungs-Rechner ist am parallelen Port immer mit einer “1541 II” verbunden, um C64-Disketten verarbeiten zu k├Ânnen. Tipp: neuere Versionen von “Vice” machen unter DOS Probleme, wir bleiben bei dieser Version.

MUPDF

Ein plattform├╝bergreifender PDF-Viewer, dessen Quellcode verf├╝gbar ist. F├╝r die schlechten Voraussetzungen, die unter DOS f├╝r so ein Programm gegeben sind, ist die aktuelle Version 1.7 ein Meisterwerk. MUPDF unterst├╝tzt Transparenz, Verschl├╝sselung und Hyperlinks. Auch XPS und OpenXPS Dokumente k├Ânnen angezeigt werden. Suche im Dokument ist m├Âglich.

Einrichtung der Programme

DOS NAVIGATOR
Der “DOS Navigator” ist unsere Schaltzentrale. Daher richten wir ein “User Men├╝” f├╝r die wichtigsten Programme, die Verarbeitung von Archiven und von Dateierweiterungen ein. Unter dem Men├╝punkt “Options->Archive” wird die Datei “archiv.ini” bearbeitet. Das geht ├╝ber den Editor oder aus dem Programm heraus. Die meisten Parameter der verschieden Packer sind bereits vorgegeben und funktionieren auch. Man muss nur noch die Pfade einstellen, wo das jeweilige Pack-Programm zu finden ist. In meinem Fall ganz einfach: das Verzeichnis “Packer”, da sind alle drin (s.a. weiter unten ‘PACKER’). Unter “Options->Extension File Edit” kann man ein bisschen Windows-Feeling aufkommen lassen. Dabei wird eine Konfigurationsdatei f├╝r die Extensions “.pcx, .bmp, .tif, .jpg, .gif” bearbeitet. Wir konfigurieren die Einstellungen so, das der Viewer “QuickView Pro” gestartet wird, wenn eine Datei mit einer entsprechenden Extension doppelgeklickt wird. Bei der Extension ‘.doc’ starten wir dagegen “Microsoft Word”. Bei “.htm, .html” wird f├╝r die Darstellung der Webbrowser “Dillo” aufgerufen, f├╝r die Anzeige von┬á “.pdf” das Tool “MUPDF”. So k├Ânnte man nat├╝rlich weitermachen, z.B. f├╝r “.c” oder “. h” den “Microsoft Quick C Compiler” starten, bei “.bas” “Borland Turbo Basic” oder “Microsoft Quick Basic”.

DILLO
Nur um “Dillo” ins Internet zu bringen, brauchen Sie nicht ein ganzes Microsoft TCP/IP Netzwerk einzurichten. Da “Dillo” einen eigenen TCP/IP Stack (WATTCP) mitbringt, ben├Âtigen aber einen Packet-Driver f├╝r die Netzwerkkarte (s.u. Tipp). Googeln Sie “Packet Driver for DOS” und laden Sie sich den Treiber f├╝r Ihre Karte herunter. Dieser muss vor dem Aufruf von “Dillo” geladen sein. Die meisten Packet-Driver lassen sich nach Gebrauch auch wieder aus dem Speicher entladen. Die Einstellungen der TCP/IP-Konfigurationsdatei “wattcp.cfg” zu erkl├Ąren, w├╝rde jetzt zu weit f├╝hren. Am einfachsten ist es, wenn Sie ein DHCP-Netzwerk haben. Suchen Sie in “wattcp.cfg” den Eintrag “my_ip = dhcp”. Dieser ist nur auskommentiert. Damit k├Ânnte es schon funktionieren. Beachten Sie zur Fehlersuche die Ausgaben in der Datei “Dillo.log”. Nat├╝rlich k├Ânnen Sie nicht alle Webseiten ├Âffnen, Java und Splash funktionieren in “Dillo” (noch) nicht. Die Seiten, die sich mit historischer Software besch├Ąftigen, sind in der Regel nicht besonders anspruchsvoll und k├Ânnen korrekt angezeigt werden.
Tipp: Wenn vor dem Starten von “Dillo” andere Programme mit einem DOS Extender aufgerufen werden, kann es Probleme mit “Dillo” geben.
Tipp: Packet DOS Treiber f├╝r Netzwerkkarten finden Sie oft auch auf der entsprechenden Treiberdiskette. Packet Treiber sind normalerweise ausf├╝hrbare Programme, keine ├╝blichen Treiber mit der Endung “*.dos” oder “*.sys”. Eine gute Adresse ist auch die Seite von Georg Potthast: http://www.georgpotthast.de/sioux/packet.htm. Packet Driver k├Ânnen durch erneuten Aufruf mit einem Parameter meistens auch wieder aus dem Speicher entfernt werden, ohne Neustart des Rechners.

PACKER
Alle Packer-Programme f├╝r DOS, deren wir habhaft werden konnten, habe wir zusammen in ein eigenes Verzeichnis kopiert und einen Pfad darauf gelegt. Es ist so auch einfacher, den Programmen, die mit externen Packer-Programmen umgehen k├Ânnen, zu definieren, wo sich diese befinden. Das Systemhaus Brandenburg bietet eine gro├če Auswahl an Packern f├╝r DOS.

Datensicherung unter DOS

F├╝r DOS gab es in den fr├╝hen 1980iger Jahren keine gro├če Auswahl an Backup-Software, die nicht als Ziel ein Bandlaufwerk oder Disketten voraussetzten. Andere externe Massenspeicher standen zu dieser Zeit einfach nicht zur Verf├╝gung oder waren f├╝r den privaten Bereich zu teuer (z.B. SyQuest-Wechselplatten oder die Bernoulli-Laufwerke von Borsu/Iomega). Im Profibereich wurden fast ausschlie├člich Bandlaufwerke eingesetzt, da diese preiswert ausreichend gro├če Speicherkapazit├Ąten zur Verf├╝gung stellen konnten. Der private Anwender war auf Backup/Restore aus DOS oder Fastback (Fifth Generation Systems) angewiesen und sicherte auf Disketten. Das war bereits bei Festplatten mit nur 20 MiB eine fehlertr├Ąchtige und zeitraubende Methode. Erst mit den Iomega Zip-Laufwerken kam 1994 eine f├╝r jedermann erschwingliche und f├╝r die Datensicherung taugliche L├Âsung auf den Markt (100 MiB – 750 MiB). Der Iomega-Treiber f├╝r Zip Laufwerke ben├Âtigt eine 80286 CPU oder h├Âher. Damit das kleinste Zip-Laufwerk mit einer Partition (100 MiB) zur Verf├╝gung steht, braucht es mindestens DOS 4.0. Aber schon aufgrund der Hardwareanforderungen scheiden Zip-Laufwerke f├╝r PC’s und XT’s aus. Es existiert jedoch mit palmzip.sys (Author: Klaus Peichl) ein Treiber f├╝r 808x CPU’s, der minimal sogar nur DOS 2.11 ben├Âtigt. Damit lassen sich heute auf einem PC/XT (der i.d.R. eine MFM-Festplatte besitzt), einem Zip-Laufwerk und einem Backup-Programm, das als Ziellaufwerk einen Laufwerksbuchstaben akzeptiert (z.B. Fifth Generation Systems mit Fastback Plus oder Gazelle Systems mit Back-It) gute Backup-L├Âsungen realisieren. Ab 1991 kamen weitere unter DOS lauff├Ąhige Backupl├Âsungen von Norton (Norton Backup) und Central Point Software (Central Point Backup) hinzu. Diese unterst├╝tzten aber ausschlie├člich Bandlaufwerke und Disketten als Backmedium.

Neuere Backup-Programme (Acronis True Image, Norton Ghost 7.5) haben oftmals die M├Âglichkeit, eine bootf├Ąhige Rescue-CD zu erstellen. Voraussetzung f├╝r deren Einsatz ist nat├╝rlich, das der Rechner auch ein BIOS besitzt, das von CD-ROM booten kann und gen├╝gend Hauptspeicher zur Verf├╝gung steht.

Quarterdeck DiskClone

Bei ├Ąlteren Rechnern mit IDE- und SCSI-Festplatten, die keine eigenst├Ąndige Boot-CD erzeugen oder f├╝r Rechner ohne CD-ROM Laufwerk, verwenden wir das komfortable DiskClone der Firma Quarterdeck aus dem Jahr 1998. Ein einfach gehaltenes Programm, das aus einer Datei besteht und locker auf eine Diskette passt. Es kopiert den gesamten Inhalt einer Festplatte auf eine andere interne oder externe Festplatte. Mit dem Programm kann man nicht nur 1:1 Clones erstellen, sondern auch ein Image einer Festplatte erzeugen, definierte Inhalte sichern oder ein besch├Ądigtes Laufwerk wiederherstellen. DiskClone ist recht schnell und flexibel (unterst├╝tzt FAT32 und erm├Âglicht so Partitionen mit mehr als 2 GB). Es l├Ąuft nicht nur unter DOS, sondern auch unter Windows 3.1, 95, 98, NT und OS/2. Die Systemanforderungen sind allerdings hoch: 80486, 16 MiB RAM. Gut eingerichtete Festplatten von AT’s und 386ern – mit denen DiskClone nicht funktioniert – haben wir auch schon mal mit xcopy auf eine Zip-Diskette gesichert.

Acronis TrueImage

Bei unserem Rechner, der als Massenspeicher ja eine CF-Card hat, benutzen wir jedoch das ebenfalls etwas angestaubte TrueImage Version 9.0 (Acronis). Das ist zwar ein 32-Bit Windows Programm, es kann nach der Installation aber ein Notfallmedium in Form einer bootf├Ąhigen CD erzeugen, die auch unser Rechner booten kann. TrueImage identifiziert die Quell- und Ziel-CF-Cards mit den richtigen Werten und zeigt mehr Details bzgl. der Partitionsgr├Â├čen als DiskClone. Auch die automatische Anpassung der Partitionsgr├Â├čen geht perfekt. Die minimalen Systemanforderungen bzgl. der Notfall-CD konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Binary Research Ghost

F├╝r XT und AT Computer bietet sich au├čerdem┬áGhost an, das Binary Research 1996 auf den Markt brachte. Die meisten kennen das Programm als Norton Ghost oder sp├Ąter als Symantec Ghost. Binary Research begann 1996 mit dem Verkauf von Version 1.0/1.1, gefolgt von Version 2.0/2.07 und Version 3.0/3.1. Der Haupteinsatzzweck von Ghost war allerdings nicht das Erstellen von konventionellen Datensicherungen, sondern die Unterst├╝tzung bei der immer gleichen Einrichtungen bzw. Installationen von identischer Computer-Hardware mit einem Betriebssystem. Host und Client k├Ânnen bei allen Versionen eine Netzwerkverbindung (Netbios) oder eine Verbindung ├╝ber ein paralleles Kabel (Laplink) zwischen den Computer herstellen. Klar ist, Ghost l├Ąuft zwar auf unter DOS auf XT’s und AT’s, wurde aber f├╝r Computer mit 486/586 CPU und Microsoft Windows oder Novell Netware konzipiert.

Die ersten zwei Versionen laufen mit einem IBM XT und ohne Erweiterungsspeicher. Ab Version 2.x wird FAT32 unterst├╝tzt, ab 3.x wird XMS verwendet, daher wird mindestens eine 286-CPU vorausgesetzt. Version 4.0 verwendet den Pharlab Extender, l├Ąuft aber immer noch ab einem 286er. Ab Version 5.0 wird eine 386 CPU (und h├Âher) und VGA ben├Âtigt. Ghost l├Ąuft ab da im Grafikmodus, die vorhergehenden Versionen ├╝brigens alle im Textmodus. Wer also ein Festplatten-Image f├╝r einen IBM-AT oder Clone erstellen m├Âchte, kann als neueste Version Ghost 4.0a verwenden. Diese Ghost-Version kann auch Backups ├Ąlterer Versionen noch lesen.

Weitere Alternativen unter DOS w├Ąren noch die Rescue-CD’s, die sich mit CloneZilla, DriveClone oder GParted erstellen lassen.

Netzwerk unter DOS

Der Microsoft Network Client 3.0 war daf├╝r vorgesehen, um unseren DOS-Rechner ├╝ber ein TCP/IP-Netzwerk mit Windows-Rechnern und unserer NAS Festplatte zu verbinden. Problematisch ist, das trotz vieler Umkonfigurationen nur knapp 540KiB konventioneller Speicher nach dem Laden des Netzwerks ├╝brigbleiben. Da dies f├╝r viele Programme zu wenig ist, m├╝sste bereits beim Booten eine Auswahl getroffen werden, bestimmte Treiber/TSR’s zu laden bzw. nicht zu laden (z.B. USB, Virus-Scanner), um soviel freien Platz im UMA zu schaffen, damit die Netzwerk-Programme zumindest teilweise hochgeladen werden k├Ânnen. Alle Optimierungen zusammen jedenfalls f├╝hren zu den genannten 540KiB. Zum Kopieren von Dateien auf der Kommandozeile oder mit wenig speicherfressenden FileManagern w├╝rde es reichen. Trotzdem waren wir wegen des eingeschr├Ąnkten konventionellen Speichers nicht zufrieden mit dem Netzwerkbetrieb unter DOS.

Eine sehr gute Anleitung zur Einrichtung des ‘DOS Client 3.0’ hat Gerd R├Âthig verfasst.

mTCP

Eine einfache und pratikablere M├Âglichkeit, ├╝ber eine Netzwerkverbindung Daten zwischen modernen Windows-PC’s und reinen DOS-Rechnern auszutauschen ist, den DOS Rechner als FTP-Server einzurichten. Daf├╝r gibt es eine tolle L├Âsung von Michael B. Brutman. Das DOS-Tool mTCP erlaubt die Einrichtung eines TCP/IP Stacks unter DOS. Ebenfalls im Paket enthalten ist ein FTP-Server. Um mTCP zu benutzen ben├Âtigt man zuerst einen sogenannten Packet-Driver f├╝r die jeweilige Netzwerkkarte. Dieser installiert die Software-Schnittstelle zwischen der Netzwerk-Hardware und DOS. Die Treiber funktionieren ├╝brigens oft auch f├╝r moderne Netzwerkkarten, auch wenn die Modellbezeichnung nicht direkt mit der Spezifizierung des Packet-Drivers ├╝bereinstimmt. Der Chipsatz der eigenen Netzwerkkarte l├Ąsst sich u.a. mit dem Utility NICSCAN herausfinden. Eine gro├če Auswahl dieser unter DOS nutzbaren Treiber sowie NICSCAN findet man bei Georg Potthast oder meist auch auf den Seiten der Netzwerkkarten-Hersteller. Wenn der Treiber l├Ąuft, mu├č mit dem Programm dhcp eine IP-Adresse vom Server angefordert werden. Die IP-Adresse sowie die IP des Standard-Gateways wird von dhcp automatisch in der Konfigurationsdatei (mtcp.cfg) eingetragen. Au├čerdem sind in dieser Datei Angaben ├╝ber den Pfad auf eine Passwortdatei (ftppass.txt) erforderlich. In die Passwortdatei selbst wird ein Benutzername und ein Passwort hinterlegt. Mit diesen Zugangsdaten und der IP des FTP-Servers erh├Ąlt ein Netzwerk-Client Zugriff auf den FTP-Server. FileZilla (oder auch andere Windows-basierte FTP-Programm) hatten keine Schwierigkeiten mit der ftp-Verbindung und dem Zugriff auf die Verzeichnisse und Dateien des DOS-Rechner’s. Ein wichtiger Vorteil einer Netzwerkkonfiguration mit der Kombination Packet-Driver/mTCP ist, das sich beides nach der Benutzung wieder aus dem DOS-Speicher entfernen l├Ąsst, ohne den Rechner neu zu booten.

Wir wollten aber auch noch testen, wir praktikabel es ist, f├╝r den Netzwerkbetrieb unter DOS Windows zu starten. Siehe dazu nachfolgend den Absatz zu Warum wurde zus├Ątzlich zu DOS Windows 3.11 installiert.

Ein Wort zu Desqview 2.8 von Quarterdeck

Wenn man DOS benutzen will und dabei gro├čen Wert auf Multitasking legt, dann bleibt eigentlich nur nur die Installation von Quarterdeck’s Desqview 2.8. Wir haben mit diesem m├Ąchtigen Werkzeug viel rumprobiert und gemerkt, das man sich darauf vollkommen einlassen muss. Das hei├čt dann aber auch, m├Âglichst bei DOS 6.2x bleiben, den Speichermanager QEMM verwenden und Desqview sinnvollerweise als Zentrale immer in Betrieb haben. Daf├╝r muss man dann auf FAT32 und LFN verzichten. Unsere Versuche, das Programm unter MS-DOS 7.1 in Verbindung mit QEMM 9.0 zum Laufen zu bringen mussten wir beenden, die Probleme haben sich geh├Ąuft. Der USB-Treiber (“di1000dd.sys”) konnte FAT32-Laufwerke nicht mehr ansprechen, dann ging der Maustreiber (CTMOUSE) nicht, auch XMSDSK mussten wir wieder durch RAMDRIVE ersetzen. Ge├Ąrgert hat uns das st├Ąndige RAM scannen und verifizieren von QEMM bei Booten des Rechners. Im Testrechner waren 256 MB installiert, das hat sich jedesmal eine Minute gezogen. Abschalten kann man das offenbar auch nicht, zumindest konnte wir keinen Parameter daf├╝r finden. Moderne DPMI-Programme (z.B. MPXPLAY, DILLO) funktionieren unter Desqview gar nicht oder nicht im Multitasking-Betrieb. Da passt was nicht zusammen, f├╝r eingefleischte Desqview-Profis ist das vielleicht alles l├Âsbar. Manche funktionierenden Programme laufen auch erheblich langsamer, obwohl der Testrechner potente 700 MHz hat. QEMM ist in der Version 9 ein toller Speichermanager, keine Frage. In einer Standard-Konfiguration standen 634 KB konventioneller Speicher zur Verf├╝gung, 6KB mehr als unter DOS 7.1 mit allen Tricks. Wahrscheinlich m├╝sste man sich mehr mit Desqview und dieser Problematik besch├Ąftigen. Leider sind die Informationen dazu im Netz mittlerweile eher sp├Ąrlich. Einen zweiten Versuch mit Desqview haben wir in Kombination mit FreeDOS 1.1 gestartet, diesmal ohne QEMM, aber mit ├Ąhnlichem Ergebnis. Ein Multitasking-Manager, der einem zu startenden Programmen grade mal 450 KB konventionellen DOS Speicher zur Verf├╝gung stellen kann, mag 1990 ein Renner gewesen sein, ist f├╝r einen heutigen DOS Rechner u.E. eher unbrauchbar.

Programmieren unter DOS

Warum Programme f├╝r DOS entwickeln, das macht doch keinen Sinn mehr? Stimmt nat├╝rlich! Sowas macht man nur aus Freizeitspa├č. Wer also unter DOS Programme schreiben will, braucht eigentlich auch eine gute TUI-Bibliothek dazu. Damit das Ergebnis auch optisch was hermacht. Nachdem viele gute TUI ‘s von Microsoft, von Symantec (Norton) oder von der Star Division (StarView) nie der Allgemeinheit zur Verf├╝gung gestellt wurden, bleibt einem unter DOS eigentlich nur Turbo Vision von Borland. Mit TV lassen sich ansprechende textbasierte Benutzeroberfl├Ąchen generieren, die auch mit der Maus bedient werden k├Ânnen. Andere C-Bibliotheken wie Vermont Views (Vermont Creative Software) oder Vitamin C (Creative Programming Consultants) stammen aus den Jahren vor 1990 und wirken vergleichsweise angestaubt. Zur objektorientierten Klassenbibliothek Turbo Vision 1.0 passt dann idealerweise Borland C++ 3.1 oder Turbo Pascal 6.0/7.0. Beide Borland Compiler besitzen eine ausgefeilte IDE (Workbench), integrieren also alle Funktionen in einer Umgebung. Es soll aber nicht unerw├Ąhnt bleiben, da├č noch weitere (kostenlose) 16Bit C-Compiler wie Pacific C, Watcom C++ und Borland Turbo C verf├╝gbar sind. Nur mit Lizenz gibt es die verschiedenen Microsoft C Compiler. Hier w├Ąren die Versionen 5.0 – 7.0 zu empfehlen, die besitzen mit der PWB auch eine Workbench ├Ąhnlich der Borland IDE. F├╝r kleinere Projekte ebenfalls zu empfehlen w├Ąre Microsoft Quick C 2.x. oder Quick Pascal. Leider sind die Microsoft Compiler keine Freeware und gebraucht kaum mehr zu bekommen, und wenn, dann sind sie sind s├╝ndhaft teuer. Alternativ k├Ânnte man auch f├╝r DOS Programme ein fr├╝hes Microsoft Visual C++ (bis Version 1.5) einsetzen, dann braucht man allerdings ein 16-Bit Windows OS als Unterlage.

Borland hat bis zum Jahr 2002 mehrere Compiler als Freeware ver├Âffentlicht. Dazu geh├Âren nicht nur ├Ąltere Turbo Pascal- und Turbo C- Compiler, sondern auch die Borland Database Engine (BDE).

Basic Programmierer, die kein Geld ausgeben wollen, k├Ânnen First Basic (die Freeware Variante von Power Basic) verwenden. Ein entsprechender Download ist allerdings nicht mehr leicht zu finden. Power Basic als Original ist kostenpflichtig und wird als Windows Version derzeit noch weiterentwickelt. Wenn einem hier eine Version angeboten wird, w├Ąren Versionen ab 3.0 zu empfehlen. Erst ab dieser Versionsnummer wird von der IDE die Maus unterst├╝tzt. Borlands Turbo Basic 1.0 gilt als Abandonware und kann an verschiedenen Stellen im Netz heruntergeladen werden. Microsoft’s Quick Basic oder Basic PDS werden als Rarit├Ąten gehandelt und sind gebraucht selten und dann nur teuer zu bekommen. Ein sch├Ânes, aber noch seltener zu findendes Produkt ist Visual Basic for DOS. Hiermit lassen sich SAA-konforme mausgesteuerte Oberfl├Ąchen realisieren.

Will man DPMI-Programme entwickeln, kann man auf den kostenlosen DJGPP (Delorie) zur├╝ckgreifen. Hier steht mit RHIDE ebenfalls eine Borland-├Ąhnliche Workbench zur Verf├╝gung. DPMI Porgramme erzeugen kann auch der Borland C/C++ Compiler 4.5. Zudem bringt er die DOS-Bibliothek Turbo Vision in der Version 2.0 mit. Leider l├Ąuft die Installation und auch die IDE selbst nicht unter DOS, sondern nur unter Windows 3.1x. Die einfach zu bedienende Borland IDE ist gut gelungen. Alternativ k├Ânnte man den Compiler aber auch von der DOS-Kommandozeile starten. Dann mu├č man sich ÔÇ×makeÔÇť-Dateien” allerdings selbst zusammenbasteln.

Fazit: was geht heute noch mit einem DOS-basierten PC?

  • USB Hardware in Form von nicht zu gro├čen externen Festplatten (max. 120 GB), Zip- und CDROM-Laufwerken sowie Speicherkarten kann benutzt werden.
  • Modernes Dateimanagement ist ├╝ber “File Manager” wie z.B. DOS Navigator oder PC-Tools Desktop sehr gut machbar.
  • Musikh├Âren geht mit Programmen wie MPXPlay sehr gut.
  • Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sind gut m├Âglich. Die Dateiformate k├Ânnen aber von aktuellen Programmen entweder gar nicht mehr oder nicht zufriedenstellend importiert werden.
  • Um Daten auf’s Papier zu bringen, ist ein zeitgen├Âssischer oder abw├Ąrts-kompatibler Drucker unumg├Ąnglich.
  • Brauchbare Zeichen- und Malprogramme sind verf├╝gbar. Fotobearbeitung ist damit aber nur sehr eingeschr├Ąnkt m├Âglich.
  • Hochwertige Spiele gibt es viele, einige laufen nicht unter MS-DOS 7.1
  • Die Nutzung des Internets ist ├╝ber Dillo mit starken Einschr├Ąnkungen m├Âglich. JavaScript’s werden ignoriert. Trotzdem ist es ein kleines Programmier-Wunder, das es unter DOS ├╝berhaupt geht.
  • Die Entwicklung neuer Software ist begrenzt m├Âglich, macht kommerziell aber nat├╝rlich keinen Sinn. Die Grenzen des unter DOS machbaren zeigen Programme wie z.B. der Internetbrowser Dillo auf. Bei dieser Software und vielen anderen leistungsf├Ąhigen DOS-Programmen wird durch Einsatz von 32Bit DOS-Extendern (DOS/4GW, Phar Lap, HX DOS…) die 640KB Grenze umgangen. GUI-Bibliotheken (z.B. SWORD) erm├Âglichen auch dem DOS Programmierer die Erstellung ansprechender grafischer Benutzeroberfl├Ąchen. Aber am Ende der Verbesserungsbem├╝hungen wird ein GUI-Aufsatz wie Windows 3.x, GEM, SEAL2 oder New Deal herauskommen. Und die gibt es schon…
  • Netzwerkanbindung an moderne Rechner ist prinzipiell m├Âglich. F├╝r eine wesentliche Verbesserung bei reinen DOS-Netzwerken k├Ânnte man auch noch zu Netzwerkl├Âsungen wie Novell Netware oder LANtastic greifen. Aber egal was man tut: irgendwann werden z.B. gro├če Festplatten, deren Dateisysteme oder nicht mehr kompatible Rechteverwaltungen Einschr├Ąnkungen verursachen. Am Besten funktioniert es, wenn die alten Rechner bzw. die OS’s nur untereinander vernetzt werden.
  • PDF anzeigen ist m├Âglich. Die letzte Version des Acrobat Reader, die unter DOS l├Ąuft, kann aber aktuelle Dokumente nicht mehr anzeigen und hat auch Probleme mit gro├čen Dokumenten. MUPDF 1.7 kann gro├če Dokumente verarbeiten und zeigt auch neuere Formate an. Allerdings braucht das auf einem 16Bit System alles seine Zeit…

Noch eine Bemerkung zu langen Dateinamen (DOSLFN) unter DOS. Native DOS-Programme unterst├╝tzen lange Dateinamen gar nicht oder nur rudiment├Ąr. Man kann l├Ąngere Namen f├╝r Verzeichnisse und Dateien vergeben und mit den entsprechend angepassten Kommadozeilenbefehlen der LFNTools (LDIR, LREN …) auch anzeigen. Aber das war’s dann auch. So wie unter den modernen Windows-Versionen geht es dann doch nicht. Ausserdem gibt es Probleme des DOSLFN-Treibers mit Wechsellaufwerken (Zip, MO), wenn in einem Laufwerk kein Medium eingelegt ist. Man sollte dieses Feature also nicht ├╝berbewerten, es bleibt am Ende doch DOS mit der Limitierung auf 8.3.

Einige Texte f├╝r diese Internetseite wurde anfangs mit Word 5.5 f├╝r DOS geschrieben. Als der Text in das Internet-Werkzeug ├╝bernommen werden sollte stellte sich heraus, da├č das alte DOS-Word Format kein modernes Programm mehr ohne Probleme importieren konnte. Man h├Ątte auf ASCII ausweichen k├Ânnen und dann aber weiterhin das Codepage-Konvertierungsproblem DOS OEM zu Windows ANSI gehabt (Umlaute). Daher haben wir unter WfW 3.11 Microsoft Office 4.3 installiert und dann mit Winword weitergearbeitet. Mit diesem Format ging der Import schon leichter.

Was gar nicht geht…

  • Echtes Multitasking. MP3’s abspielen und gleichzeitig mit einem anderen Programm arbeiten geht nicht. “Task Switcher” l├Âsen dieses Problem nicht und sind unserer Erfahrung nach sogar unbrauchbar, wenn moderne DPMI-Programmen mit verschiedenen Extendern “ge-switcht” werden sollen.
  • Moderne Ger├Ąte wie Kamera’s oder MP3-Player k├Ânnen nicht angeschlossen werden.
  • Moderne Drucker k├Ânnen nicht am USB-Port betrieben werden. Und wenn es gehen w├╝rde, dann scheitert es daran, das es f├╝r die Office Programme aus dieser Zeit keine spezifischen Treiber mehr gibt. Man ist also auf Drucker aus dieser Zeit oder zumindest auf welche mit parallelem Anschlu├č angewiesen.
  • Der Umgang mit dem Internet ist stark beschr├Ąnkt, nur wenige Seiten werden korrekt dargestellt. Aktuelles Java, CSS und Flash machen den unter DOS verf├╝gbaren Browsern den Garaus. Das gilt auch f├╝r die nachfolgende Beschreibung von Windows f├╝r Workgroups 3.11.

Ein DOS Rechner mit den daf├╝r verf├╝gbaren Business-Programmen kann moderne Hardware mit einem modernen grafischen Betriebssystem im normalen Alltag keinesfalls ersetzen! F├╝r nostalgische Gamer bietet so ein Rechner allerdings einen Riesenspa├č.

Die Einrichtung eines leistungsf├Ąhigen DOS Rechner’s unter Aussch├Âpfung aller Resourcen ist f├╝r Laien “aus dem Stand” nicht machbar. Die Notwendigkeit der kryptischen Bedienung ├╝ber die Kommandozeile kann nicht umgangen werden. Eine Bearbeitung der Konfigurationsdateien und damit verbundenes Wissen ├╝ber das Speichermanagement von DOS ist f├╝r ein optimales System unausweichlich. Der Lernaufwand daf├╝r ist f├╝r einen GUI-Benutzer insgesamt recht hoch. ABER: f├╝r wirklich interessierte und lernwillige Einsteiger sollte das alles kein un├╝berwindbares Problem darstellen, denn man kann sich noch immer viele Informationen ├╝ber DOS aus dem Internet holen oder alte B├╝cher besorgen. Macht man sich diese M├╝he, dann bekommt man mit billiger Hardware ein extrem schnelles System, das schon Spass macht. Ein Hobby, mit dem man sich auch ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum besch├Ąftigen kann.
Die Beschaffung der Software ist praktisch nur noch ├╝ber das Internet m├Âglich. Viele Programme werden nicht mehr gepflegt, auch Fehler somit nicht mehr korrigiert. Moderne Software f├╝r DOS wird nur noch vereinzelt entwickelt, man muss mit dem leben, was da ist.
Die DOS-kompatible Hardware ist fast so alt wie DOS selbst. Mit Ausf├Ąllen muss gerechnet werden. Man sollte sich daher ein paar passende Ersatzteile (Mainboard, RAM, Netzteil, Festplatte, Diskettenlaufwerk, Grafikkarte, Kabel…) besorgen. Die findet man f├╝r kleines Geld und mit ein bisschen Geduld irgendwann in dem uns allen bekannten Internet-Auktionshaus.

DOS erfreut sich doch tats├Ąchlich zunehmender Beliebheit, wie man in einigen Internet-Foren feststellen kann: “DOS ain’t dead!”

Bemerkungen zu den obigen Screenshots

Wir wurden bereits gefragt, mit welchem Programm ganzen Screenshots der einzelnen Programme gemacht haben. Unter Windows kein Problem (Taste PrintScreen), aber unter DOS gibt es tats├Ąchlich eines mit DPMI-Programmen. Mit diesen funktioniert unser Screen-Capture-Tool ScreenThief nicht. Es blieb daher nur die M├Âglichkeit, die Screenshots in einer virtuellen DOS-Maschine (VM) zu machen. Diese haben wir mit VirtualBox auf einem iMac eingerichtet. Die Festplatte des DOS-Rechners wurde ausgebaut, ├╝ber USB an den Mac angeschlossen und die gesamte DOS 7.1 – Partition in ein ISO-Image kopiert, welches als virtuelles CD-Laufwerk in die VM eingebunden werden kann. Unter Zuhilfenahme einer DOS 7.1 Bootdiskette wurde die Festplatte der VM eingerichtet, dann der komplette Inhalt des (virtuellen) CD-ROM Laufwerks einfach auf die virtuelle Festplatte kopiert. Einige ├änderung in der DOS 7.1 Konfiguration mussten f├╝r den Betrieb in der VM vorgenommen werden.

  1. UMBPCI als Memory Manager hat nicht funktioniert, dieser wurde durch EMM386 ersetzt.
  2. Der kleine deutsche Tastaturtreiber “KBD” machte ├ärger, musste gegen den Standard-Treiber “KEYBOARD.SYS” ausgetauscht werden.
  3. Der native ATI-Treiber funktionierte unter WfW 3.11 nicht. Hier konnte ein Standard-SVGA Treiber gefunden werden. Der lief, allerdings nur mit 256 Farben.
  4. Als Packet-Netzwerktreiber wird “PCNTPK” (Gwynr Software) mit der Einstellung “AM97C970A” in der VM verwendet. Funktioniert mit dann auch mit “DILLO”.

Warum wurde zus├Ątzlich zu DOS Windows 3.11 installiert ?

Vorab: unsere Definition der 16-Bit Versionen von Windows – also die Versionen 1.x bis 3.x – ist die eines GUI-Desktop’s f├╝r DOS. Man benutzt also weiterhin das Betriebssystem DOS, bei Bedarf mit einer grafischen Benutzeroberfl├Ąche.

Allen Warnungen vor der Kombination DOS 7.1 / FAT32 / Windows for Workgroups 3.11 zum Trotz: es gab keinerlei Probleme, WfW 3.11 unter MS-DOS 7.1 zum Laufen zu bringen. Nachdem unten stehender Patch durchgef├╝hrt wurde, l├Ąuft WfW 3.11 ohne Mucken.

Nachfolgende Information steht im Zusammenhang mit obiger Kombination und ist im Forum von www.vogons.org zu finden:

The filesystem is fine but until you change a directory and make some file operation then you are stuck with phantom garbage files.
I have posted this problem over MSFN forums HERE and rloew came up with a small patch on win386.exe to stop it from corrupting the DOS directory pointers.
It works for both windows 3.1 and 3.11 , the changes needed are the following:

Patch SYSTEM\WIN386.EXE as follows:

Windows 3.1
0005EA26: 66 C7 46 49 FF FF -> 6A FF 8F 46 49 90
0005EC38: 66 C7 46 49 FF FF -> 6A FF 8F 46 49 90

Windows 3.11
00065A26: 66 C7 46 49 FF FF -> 6A FF 8F 46 49 90
00065C38: 66 C7 46 49 FF FF -> 6A FF 8F 46 49 90

Unsere WfW 3.11 Installation haben wir von einer Windows NT 3.51 Server CD durchgef├╝hrt, da die darauf enthaltene Version von WfW 3.11 den letzten Stand des Microsoft TCP/IP Stack’s und einige Patches bereits beinhaltet. Diese Version von WfW 3.11 kam u.E. nie in den Handel und befindet sich nur auf diesen CD’s. Die Installation von Win32s (32-Bit Laufzeit-Umgebung f├╝r Windows 3.1x) wird von einigen Programme (z.B. Internet Explorer 5.x) ben├Âtigt und ist zu empfehlen.

Die Netzwerkanbindung ├╝ber TCP/IP funktioniert hier sehr gut. Der WfW.3.11 Rechner hat sich problemlos mittels TCP/IP in das bestehende LAN einbauen lassen. Alle Freigaben k├Ânnen benutzt werden, zumindest bis Windows XP. Ab Windows 7 und den nachfolgenden Windows-Versionen hakt es, aber es geht in unserem Fall in zumindest in eine Richtung mit WfW 3.11 als Client. Auch das Problem mit mangelndem Hauptspeicher wie unter DOS mit dem MS-DOS Client 3.0 ist hier nicht sp├╝rbar. Nach dem Beenden von WfW 3.11 steht wieder der volle Speicher f├╝r DOS Programme zur Verf├╝gung. Der Nachteil ist: wenn wir eine LAN-Verbindung z.B. zu unserer NAS-Station brauchen, mu├č WfW gestartet und danach wieder beendet werden. Das ist ├╝brigens auch der Grund, warum IFSHLP.SYS in der ‘config.sys’ und NET START in der ‘autoexec.bat’ eingebunden sein mu├č. Am Ende des Tages war aber reine Neugier die Installation f├╝r WfW 3.11. Wirklich notwendig ist es nicht, weil der Datenaustausch mit aktueller Hardware ├╝ber ein Netzwerk mit mTCP (siehe weiter oben) sehr gut funktioniert.

Zwischen den letzten 16-Bit Browserversionen IE 5.01 und Opera 3.62 sind keine gro├čen Unterschiede bzgl. der darstellbaren Internetseiten festzustellen. Beide tun sich mit modernem HTML bzw. JavaScript/CSS gleich schwer bzw. k├Ânnen es gar nicht und steigen daher oft aus. Man muss sich auf einfache Seiten bzw. absichtlich kompatibel gehaltene Seiten beschr├Ąnken.

Bringt Windows 3.x sonst noch Vorteile ?

Windows 3.1/Windows f├╝r Workgroups 3.11 bringt f├╝r unseren Kernbedarf – das Ziehen von Diskettenimages – keinen echten Mehrwert. Der Vorteil, mehrere Programme gleichzeitig am Laufen zu haben und zwischen ihnen umzuschalten, wirkt sich hier nur minimal aus. Durch die M├Âglichkeit, auch unter Windows 3.1x mit Disk-Image Programmen ungeniert auf die Hardware zugreifen zu k├Ânnen (in diesem Fall auf den Floppy-Controller), ergeben sich zumindest keine Einschr├Ąnkungen gegen├╝ber DOS.

  • Das primitive Multitasking von Windows 3.1x, das nicht von Windows selbst kontrolliert wird, sondern bei dem die Programme sich die Prozessorleistung selbst zuteilen k├Ânnen, ist manchmal eher ein Schaden als eine Hilfe. Trotzdem ist die M├Âglichkeit zum Task-Switching im Vergleich zu DOS und zumindest mit diesbez├╝glich sauber programmierten Programmen ein klarer Vorteil.
  • Nat├╝rlich vereinfacht sich sich auch das Speichermanagement: Windows for Workgroups 3.11 kann bis zu 256 MiB RAM verwenden. Damit das geht mu├č MS-DOS 7.1 oder wenigstens dessen Version von Himem.sys vewendet werden.
    Der letzte f├╝r 16Bit-Windows erh├Ąltliche Browser Internet Explorer 5.x kann auch nicht mehr Webseiten korrekt darstellen als Dillo unter DOS. Kein Vorteil f├╝r Windows diesbez├╝glich. ├ähnliches gilt f├╝r den Acrobat Reader 3.0x gegen├╝ber MUPDF bei pdf-Dateien.
  • Im Druckerbereich sind etwas neuere Treiber verf├╝gbar als unter DOS.
  • Die Programme f├╝r Windows sind leistungsf├Ąhiger und einheitlicher zu bedienen, viel ÔÇ×WYSIWYGÔÇť gibts auch.
  • Die DOS Spiele laufen hier genauso.

Daf├╝r nimmt man ein System in Kauf, das nach einer Treiber- oder Programminstallation schnell mal nicht mehr startet.

Nachtrag zu Windows for Workgroups 3.11

Desktop

Um die Verwaltung von Laufwerken und Programmen zu vereinfachen (und aus Neugier) wurde das Norton Desktop f├╝r Windows 3.0 (NDW) installiert. Gef├╝hlt l├Ąuft WfW 3.11 damit sogar einen Tick stabiler. Der NDW bringt viele Zusatzprogramme aus den ‘Norton Utilities’ mit, zudem ist eine recht praktische Unterst├╝tzung der rechten Maustaste verf├╝gbar. Ausserdem haben wir Opera 3.62 und StarOffice 3.1 aufgespielt. Letzteres ist sehr gelungen und d├╝rfte zu dieser Zeit durchaus ein Konkurrent zu MS-Office gewesen sein.┬á Im letzten Screenshot sieht man die Netzwerkeinbindung eines “Windows 7” Rechners. Das verbundene Laufwerk wird ├╝ber ein Symbol auf dem Desktop angezeigt (siehe Pfeil).

TCP/IP – Netzwerk

Nat├╝rlich hat sich auch bei Netzwerkverbindungen in modernen Betriebssystemen viel getan. Nach Windows XP wurde das Dateifreigabeprotokoll aktualisiert und ├Ąltere unsichere Protokolle wie die in Windows 3.11 verwendeten funktionieren nicht mehr. So ist es nicht verwunderlich, das ein WfW 3.11 Rechner Probleme hat, sich z.B. mit Windows 10 zu verbinden. Wir haben daher testweise einen zweiten Rechner mit WfW 3.11 und TCP/IP eingerichtet, um die Netzwerkverbindung unter zwei gleichartigen Rechnern zu testen. Erwartungsgem├Ą├č funktioniert das sehr gut, jedenfalls auf einer einfachen Peer-to-Peer-Ebene. Dateien, Drucker oder Internetverbindungen unserer beiden vernetzten Rechner k├Ânnen innerhalb der gleichen Workgroup problemlos geteilt werden, Eine bequeme und einfache Netzwerkl├Âsung f├╝r private Zwecke, die aber nat├╝rlich nicht ├╝ber die Schw├Ąchen dieses Prinzips im Vergleich zur Domain hinwegt├Ąuschen darf. Die gr├Â├čte Anf├Ąlligkeit der Arbeitsgruppen-Netzwerke liegt bei der Netz-Authentifizierung, die nicht zentral auf einem Server verwaltet wird, sondern jeweils vom Client selbst. Die Passwortverwaltung auf einem WfW 3.11 Rechner ist jedoch primitiv und damit extrem unsicher.

Um WfW 3.11 Rechner dennoch den Zugriff auf Freigaben moderner(rer) OS wie Windows 7, 8 und 10 zu erm├Âglichen, kann deren Sicherheitstufe der Indentifizierung heruntergesetzt werden.

  • regedit aufrufen
  • durchklicken bis HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa
  • den Schl├╝ssel LmCompatibilityLevel w├Ąhlen. Wenn er nicht existiert dann einen Eintrag erzeugen (DWORD)
  • den Wert 1 f├╝r diesen Schl├╝ssel eingeben

Nach einem Neustart werden die Authentifizierungsebenen LM und NTLM erm├Âglicht und WfW 3.11 kann auf die freigegebenen Verzeichnisse zugreifen.

Einige hilfreiche Links:

Foren Sprache Erkl├Ąrung
www.vogons.org E Es geht u.a. um die DOSBox und wie man Spiele unter DOS ans Laufen kriegt
www.vcfed.org E Hier tummeln sich viele Hard- und Software-Spezialisten f├╝r DOS Pc’s
Webseiten
www.win31.de D Hier finden Sie viele hilfreiche Utilities f├╝r Windows 3.1x
www.pc-tools.net E DOS Utilities f├╝r viele Zwecke
www.uwe-sieber.de D Viele DOS Programme und Treiber
www.mdgx.com E Viele Tipps und Programme f├╝r DOS und Windows
www.archive.org E Eine unersch├Âpliche Software-Quelle …

 

Auf Links zu den Seiten ‘Vetusware’ und ‘WinWorldPC’ verzichten wir, weil uns die rechtliche Situation bei der Benutzung von ‘Abandonware’ zu widerspr├╝chlich ist.