Microsoft Word 5.5

Die vorletzte offizielle Version von Microsoft Word f├╝r DOS stammt aus dem Jahr 1990. Zu diesem Zeitpunkt war Word f├╝r Windows bereits auf dem Markt. 1993 ver├Âffentlichte Microsoft sogar noch eine Version 6.0 f├╝r DOS. Die Textverarbeitung Word kam bereits 1983 in der Version 1.0 auf den Markt. Bill Gates wollte f├╝r Microsoft’s ersten Textprozessor die besten Programmierer, die 1981 zu kriegen waren. Sie heuerten Charles Simonyi und Richard Brodie an, die vorher die Xerox Bravo Textverarbeitung entwickelt hatten. Nur ein paar Jahre sp├Ąter hatte Word seine Konkurrenten (WordPerfect, Wordstar) verdr├Ąngt und wurde zum Textverarbeitungs-Standard. Ein Vorteil von Word gegen├╝ber der Konkurrenz von Wordperfect und Wordstar war, das es von Anfang an die M├Âglichkeit einer einfachen WYSIWYG-Darstellung (Fett, Kursiv, Unterstrichen) unter DOS besa├č. Die Versionen 5.5 und 6.0 sind die einzigen DOS-Versionen von Word, die ├╝ber eine SAA-Oberfl├Ąche (Pull-Down-Men├╝’s, Fenster, Dialoge) verf├╝gen.

Microsoft Works 3.0

Auch Microsoft Works 3.0, ebenfalls die letzte Version f├╝r DOS, ist in dieser Version ein interessantes Produkt. Works ist eine sogenannte ‘Integrierte Software’ (vergleichbar mit Lotus ‘Symphony’ oder Ashton Tate’s ‘ Framework’) und hat eine ausgefeilte SAA-Oberfl├Ąche. Dieses Office-Paket mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank war f├╝r den Heimanwender gedacht, der diese Programme nur gelegentlich benutzte und keine gro├čen Anspr├╝che hatte. Die zugeh├Ârige SAA-Bibliothek hat Microsoft ├╝brigens nie ver├Âffentlicht.

Star Division – OfficePack 1.0

Ein interessantes Produkt im Office Bereich ist OfficePack 1.0, das 1992 von der Firma Star Division aus Hamburg entwickelt wurde. Das d├╝rfte der noch auf MS-DOS basierende Ur-Opa des sp├Ąteren und uns allen bekannten StarOffice-Pakets f├╝r Windows sein. Mit dem StarWriter hatte die Star Division seit 1985 eine Textverarbeitung im Angebot, die in der Version 6.0 (1991) f├╝r ein DOS-Programm aufgrund der VGA-Grafik bereits ziemlich viel ‘WYSIWYG’ bot. Zus├Ątzlich gibt es noch die Datenbank StarBase (dBase kompatibel) sowie das vektorbasierte Zeichenprogramm StarDraw. Star Office lebt heute immer noch. Im Jahr 2000 wurde es ‘Open Source’, dann lange Zeit von Sun als OpenOffice weiterentwickelt, sp├Ąter von Oracle und aktuell von der Apache Software Foundation.

Lotus 1-2-3 3.0

Die wichtigste Tabellenkalkulation f├╝r den IBM PC vor dem Erscheinen von Excel f├╝r Windows im Jahr 1987 war Lotus 1-2-3. Es gibt f├╝r jedes Betriebssystem sogenannte ‘Killer-Apps’, das sind leistungsf├Ąhige Programme, die – wie im Fall von Lotus 1-2-3 – f├╝r den IBM PC und DOS einen entscheidendes Verkaufsargument war. F├╝r den Apple II war das ‘VisiCalc’, f├╝r das Betriebssystem CP/M vielleicht ‘Wordstar’. Lotus 1-2-3 erblickte 1984 das Licht der Welt und war sofort die leistungsf├Ąhigste und schnellste Tabellenkalkulation nicht nur f├╝r die Plattform IBM PC. Bis zum Erscheinen von Microsoft Excel unter Windows gab es nichts Besseres. In den Screenshots sehen Sie die Version 3.0, die 1987 f├╝r DOS auf den Markt kam.

Migent – Ability 3.0

Das integrierte Office-Paket Ability kam erstmals 1985 von der Firma Xanaro auf den Markt. Ein Jahr sp├Ąter ├╝bernahm Migent Software die Firma und die Software. Die hier gezeigte Version 3.0 datiert von 1995 und war auch die letzte Version f├╝r DOS. Alle Nachfolger setzten ein installiertes Windows voraus. Ability 3.0 besitzt eine mausbedienbare SAA-Oberfl├Ąche. Das Paket ist mit Ashton-Tate’s Framework oder mit Lotus Symphony vergleichbar, aber bei weitem nicht so bekannt. Wie die Letztgenannten vereinigte auch Ability die Module Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank und Kommunikation in einem Paket.

The Software Group – Enable 2.0

Enable z├Ąhlt ebenfalls zu den integrierten Softwarepaketen und erschien 1989 in der Version 2.0. Vermutlich war dies auch die letzte Version, denn Weitere sind uns nicht bekannt. Hier gilt das Gleiche wie f├╝r Ability, nur war die Aufmachung von Enable 2.0 etwas angestaubt und fand daher noch weniger Verbreitung. Eine netzwerkf├Ąhige Version war ebenfalls verf├╝gbar. Die Version 1.0 von Enable kam 1985 auf den Markt und beinhaltete ebenfalls die Module Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank und Kommunikation.

Borland – Paradox 4.5

Die relationale Datenbank Paradox – die ersten Versionen stammten von Ansa Software – hat Borland 1987 zugekauft und kontinuierlich weiterentwickelt. Die letzte Version f├╝r DOS war 4.5 und kam 1993 auf den Markt, als sich mit Windows 3.x die grafische Benutzeroberfl├Ąche (GUI) schon auf breiter Front durchgesetzt hatte. Im gleichen Jahr wurde daher auch die erste Version von Paradox f├╝r Windows ver├Âffentlicht. 1997 verkaufte Borland Paradox an Corel, wo es Bestandteil von Corel Office wurde. Die Rechte an der Datenbank Engine (BDE, Borland Database Engine) behielt Borland. Paradox 4.5 f├╝r DOS war vollst├Ąndig mit der Maus bedienbar, die Benutzeroberfl├Ąche basiert auf Turbo Vision, einer von Borland selbst entwickelten TUI (Text User Interface). Wie beim Konkurrenz-Produkt dBase (1991 ├╝bernahm Borland auch dessen Hersteller Ashton-Tate) k├Ânnen Datentabellen frei definiert werden. Das Programm war unter DOS 7.1/FAT32 sowie einem AT mit 1MiB RAM (zuwenig Speicher) nicht zum Laufen zu bringen, funktioniert hat es dann auf einem 386er mit 16MiB RAM und DOS 6.2.

Corel WordPerfect Suite 6.2 f├╝r DOS

Eine der letzten und leistungsf├Ąhigsten Office-Sammlungen f├╝r DOS ist die Corel Wordperfect Suite. 1996, als Windows 95 sich schon auf breiter Front durchgesetzt hatte, brachte Corel diese zusammengew├╝rfelte, aber leistungsf├Ąhige Programmsammlung noch auf den Markt. Vielleicht um DOS-basierte LowEnd-Hardware noch bedienen zu k├Ânnen. WordPerfect hatte Corel 1992 von Novell ├╝bernommen, Quattro Pro 5.6 von Borland lizensiert. WordPerfect d├╝rfte in dieser Version 6.2 – neben Microsoft Word 6.0 f├╝r DOS – die leistungsf├Ąhigste zeichenbasierte Textverarbeitung f├╝r DOS sein. Durch das ausgepr├Ągte ÔÇ×What You See Is What You GetÔÇť w├Ąre es mit dieser Version auch heute noch m├Âglich, anspruchsvolle Korrespondenz zu verfassen. Mit dazu geh├Ârte auch Corel Presentations. Zusammengefasst wird das Ganze von der Wordperfect Shell, von der aus die einzelnen Programme gestartet werden.