Diese Erfahrung m√ľssen auch wir machen: so nach und nach sterben Sie alle, die MFM- und RLL-Festplatten der ersten Generation. Den IDE-Festplatten, die so ab 1992 auf den Markt dr√§ngten, geht es im √úbrigen auch nicht besser. Entweder versagen elektronische Bauteile oder die Mechanik ist einfach verschlissen. Bei Letzterem sind es abgebrochene Schreib-/Lesek√∂pfe, festgegangene Lager oder klebrige gewordene Gummipuffer der Parkposition. Wenn die Festplatten einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt waren, kann eine Oxidation der Magnetscheiben (Platter) die Platte unbrauchbar machen. Einige der vorgenannten Defekte sind reparabel, das meiste aber nicht. Wie auch immer, die noch funktionierenden Exemplare sind keinesfalls mehr f√ľr den t√§glichen Einsatz tauglich. Findige Bastler haben sich daran gemacht, Ersatz zu finden.

  • der MFM-Emulator (David Gesswein), der die Inhalte noch lauff√§higer MFM-Festplatten auslesen und auf moderne Medien √ľbertragen kann
  • der SCSI-Emulator (SCSI2SD), der entsprechend SCSI-Festplatten ersetzen kann
  • die XT-IDE Controller in Verbindung mit dem XTIDE Universal Bios (XUB), die den Einsatz von 16-Bit IDE Speichermedien auf 8-Bit Computern erm√∂glichen

Das sind mehrere M√∂glichkeiten und damit eigentlich gute Aussichten, seine alte Festplatte ersetzen zu k√∂nnen. Der preiswerteste Ersatz f√ľr MFM/RLL-Festplatten ist IDE, denn daf√ľr gibt¬†jede Menge unterschiedlichster Flash-Speichermedien (DiskOnModule, CF-Card, SD-Card), die direkt oder mit Adaptern an einen IDE-Controller angeschlossen werden k√∂nnen und eine defekte Festplatte ersetzen. F√ľr Computer mit 16-Bit Datenbus (286/386/486) und vorhandenem IDE-Controller die einfachste und kosteng√ľnstigste M√∂glichkeit, die gleichzeitig riesige Kapazit√§ten zur Verf√ľgung stellt. Doch wo bleiben dabei die PC’s und XT’s mit ihrem 8-Bit Datenbus? F√ľr die gibt es Hardware in Form von XT-IDE 8-Bit Controllern sowie Software in Form des XTIDE Universal Bios, das unter GNU Lizenz ver√∂ffentlicht wurde.

Integrated Drive Electronics (IDE)

Im Gegensatz zur MFM/RLL Festplatte befindet sich bei dem von Western Digital im Auftrag von Compaq entwickelten IDE (Protokoll ATA-1) der gr√∂√üte Teil der Logik auf der Festplatte selbst und nicht auf dem Controller, an dem sie angeschlossen ist. Dadurch entsteht eine Austauschbarkeit von bereits formatierten Festplatten zwischen verschiedenen PC’s mit IDE-Schnittstelle, da sie von Eigenheiten eines Festplatten-Controller’s unabh√§ngig sind. Der IDE-Host-Controller regelt nur noch Signale vom Systembus zur Festplattenelektronik und mu√ü diese puffern, um den Rest k√ľmmert sich die Festplatte selbst. IDE-Festplatten k√∂nnen sich selbst gegen√ľber dem BIOS anhand der Anzahl der Zylinder, K√∂pfe und Sektoren pro Spur (CHS) identifizieren. Diese Informationen speichert das Bios dann in seinem CMOS. Die CHS-Werte werden auch als Festplatten-Geometrie bezeichnet und variieren meistens aufgrund der unterschiedlichen Kapazit√§ten und Bauarten, aber auch weil deren Hersteller unterschiedliche Wege gehen. Nur die¬†Sektoren sind immer 512 Byte gro√ü. Keine Regel ohne Ausnahme: spezielle Ger√§te (z.B. MO-Laufwerke und ganz wenige Festplatten) arbeiteten mit Sektorgr√∂√üen von 1024 Bytes oder mehr.¬†Auf Basis der CHS-Werte kann leicht die Kapazit√§t eines Laufwerks errechnet werden, indem die Anzahl der Zylinder mit der Anzahl der Sektoren mit 512 multipliziert wird. Problematisch war, das die meisten BIOS dieser Zeit aber auf maximal 1024 Zylinder, 256 K√∂pfe und 63 Sektoren begrenzt sind.¬†

Es z√§hlt der kleinste Wert der jeweiligen Beschr√§nkungen von BIOS und IDE. Nach Anwendung der bin√§ren Notation ergibt sich daraus eine maximale Festplattengr√∂√üe von 504 MiB.¬†Diese Begrenzung auf maximal 1024 Zylindern hatte Bestand bis ca. 1994. Mittels Software (EZ-Drive, OnTrack) lie√ü sich das Bios umgehen, allerdings mu√üte daf√ľr der Master Boot Record (MBR) einer Festplatte modifiziert werden. Das hatte zur Folge, das die Inhalte einer Festplatte nur lesbar waren, wenn von ihr gebootet und dadurch der spezielle Treiber geladen wurde. Im Zuge der Weiterentwicklung von IDE auf EIDE (Enhanced Integrated Drive Electronics, Protokoll ATA-2) und der¬†gleichzeitigen Standardisierung der Schnittstelle wurde das Problem mit der 1024er Begrenzung umgangen, indem die CHS-Adressierungstechnik zugunsten der logischen Blockadressierung (LBA, Int13h-Erweiterung) ersetzt wurde. Bei LBA √ľbersetzt das BIOS die Zylinder-, Kopf- und Sektorinformationen (CHS) in eine logische 28-Bit-Blockadresse, wodurch Betriebssysteme und Anwendungen mit auf viel gr√∂√üere Laufwerke (8 GiB) zugreifen k√∂nnen. Jetzt r√ľckten die Grenzen von DOS mit seinem FAT16-Dateisystem und der maximalen Partitionsgr√∂√üe von 2 GiB (ab DOS 4.0) in den Vordergrund.

Wir besitzen einige dieser XT-IDE Controller und wollen Sie auf Ihre Funktion auf einem PC/XT – f√ľr den sie vorrangig gedacht sind – testen. Zudem werden wir die Lauff√§higkeit von XT-IDE auf einem 386er- und einem Pentium II-Board ausprobieren. Zum Abschluss testen wir die Funktion von verschiedenen CF2IDE und SD2IDE Adaptern und die entsprechenden Medien auf Rechnern, die bereits √ľber IDE-Schnittstellen verf√ľgen. Daf√ľr haben wir drei Mainboard’s aus unserem Fundus geholt.

  • IBM PC Mainboard 64-256 mit Monochrom Adapter und Speichererweiterung auf 640KiB
  • Biostar MB-1333/40 mit 80386DX CPU 40MHz, AMI Bios und 16-Bit IDE-Controller Adapter
  • Giga-Byte GA-6BXE mit Pentium II 400MHz, AMI Bios und integrierter IDE-Schnittstelle

Die Festplattengeschwindigkeit testen wir beim IBM PC Board und dem Biostar mit Checkit 3.0. Beim Giga-Byte funktioniert CheckIt nicht mehr zuverlässig, daher verwenden wir hier SpeedDisk.

IDE Festplatten findet man ab den Rechnern der AT-Klasse, die ersten in Rechnern der Fa. Compaq. Der Grund ist, das IDE mindestens auf einem 16-Bit Datentransfer basiert und erst ein AT einen 16-Bit Datenbus bieten kann. Der Einsatz in einem PC oder XT mit seinem 8-Bit Datenbus ist damit eigentlich ausgeschlossen. Dabei mu√ü erw√§hnt werden, das es auch IDE-Adapter und -Laufwerke f√ľr den 8-Bit ISA Bus gab (XTA, z.B. in Commodore PC/XT’s), aber die sind – und waren immer schon – sehr selten. Einige findige Hardware-Entwickler haben sich jedoch eine M√∂glichkeit f√ľr den PC und PC/XT ausgedacht. Die ersten Entwicklungen stammen von JDR Microdevices (MCT-IDE-8), die bekanntere aber von¬†Mitgliedern der VCF (Vintage Computer Federation). Der Adapter nennt sich XT-IDE und basiert auf der speziellen Firmware XTIDE Universal Bios. Letzteres stellt die Bios-Erweiterung dar, die es erm√∂glicht, das ein Computer mit der XT-IDE Hardware kommunizieren kann.¬†Die Funktion der 8-Bit XT-IDE Controller beruht im Wesentlichen darauf, die √ľber den 8-Bit Datenbus zu √ľbertragenden 16-Bit Daten zu halbieren. Statt zwei Byte bei einem 16-Bit Datenbus schicken sie nur nur ein Byte nach dem anderen an den Bus. Trotz dieser Leistungseinschr√§nkung sind die √úbertragungsraten und Zugriffszeiten denen einer MFM/RLL-Festplatte dieser Zeit weit √ľberlegen.¬†Neben den Entwicklungen des VCF gibt es weitere erfolgreiche XT-IDE-Derivate (wie z.B. Lo-Tech).

Der nachfolgende Bericht soll Anfängern/Einsteigern einen Überblick geben, was an modernen Speichern als Festplattenersatz auf dem Markt vorhanden ist und was man problemlos zum Funktionieren bringt.

XT-IDE Controller

Die Vielzahl von Varianten der XT-IDE Controller einzuordnen gestaltet sich mittlerweile schwierig. Es gibt vier Entwicklungsstufen, die auf die Entwickler des VCF zur√ľckzuf√ľhren sind und u.a. von GlitchWorks vertrieben werden. Zus√§tzlich gibt es aktuell vier verschiedene Ausf√ľhrungen von Lo-Tech. Weitere Hersteller (z.B. BlueLavaSystems) bieten zudem eigene Nachbauten an. Eine grunds√§tzliche Empfehlung f√ľr den einen oder anderen Controller auszusprechen ist schwierig, da sie alle auf dem XUB basieren. Eher d√ľrften die verschiedenen Bauarten den Ausschlag geben, f√ľr was man sich entscheidet. Bei den ersten Revisionen der XT-IDE Controllern sollte man von der Einschr√§nkung ausgehen, das sie wirklich nur auf einem PC/XT laufen, auf einem AT oder neuer nicht.
In jedem Fall ist es ratsam, die neueste Version des XUB zu verwenden.
Eine wichtige H√ľrde bei den einigen XT-IDE-Adaptern ist, das man – wie bei LoTech – nur eine leere Platine kaufen kann. Die zur Best√ľckung notwendigen Komponenten mu√ü man selber besorgen und aufl√∂ten. Alle Lieferanten bieten auf ihren Webseiten entsprechende Bauteil-Bestelllisten von bekannten H√§ndlern (Mouser, Farnell) an. Aufgrund der i.d.R. guten PCB-Qualit√§t ist die L√∂tarbeit auch von weniger Ge√ľbten durchaus zu bewerkstelligen. Zudem mu√ü das XTIDE Universal Bios heruntergeladen und mittels Software auf ein EEPROM geflasht (z.B. ATMEL AT28C64B, AT29C512, SST SST39VF010) oder auf ein Eprom (27C64, 27C128…) gebrannt werden. F√ľr Letzteres wird ein Eprom-Brenner ben√∂tigt. texelec liefert auch fertig zusammen gel√∂tete, geflashte und somit sofort einbauf√§hige Adapter. Dieser Service mu√ü mit dem ca. dreifachen Preis bezahlt werden, die ein¬†PCB plus Bauteile kostet.

Wir haben drei Varianten des XT-IDE mit dem IBM PC Board getestet:

  • Lo-Tech XT-IDE Rev.3 (nur PCB erh√§ltlich, alle IDE-Speichermedien,¬†Slot-8 kompatibel mit zus√§tzlichen Komponenten)
  • Lo-Tech XT-CF Rev.3 (wahlweise nur PCB oder assembliert von texelec, nur CF- und SD-Speichermedien werden unterst√ľtzt, Slot-8 kompatibel)
  • GlitchWorks XT-IDE Rev.4A (wahlweise nur PCB oder assembliert von texelec, Hi-Speed Modus mit¬†XTIDE Universal BIOS 2.x.x, Slot-8 kompatibel)

Als Medien kommen DOM-, CF- und SD-Speichern zum Einsatz. Festplatten werden nicht getestet, denn noch käufliche neue SATA-Festplatten besitzen Kapazitäten, mit denen ein PC/XT, AT oder 386er nichts sinnvolles mehr anfangen kann.

Ein paar Tipps vorab:

  • Ein IBM PC 5150 ben√∂tigt die Bios Rev 3¬†(1501476). Die beiden vorherigen Revision ignorieren das Bios einer Erweiterungskarte. Das schwache 63V Netzteil des 5150 sollte ein XT-IDE verkraften.
  • Normalerweise verwendet man als Firmware f√ľr einen PC oder XT die Datei IDE_XT.BIN und f√ľr einen AT die Datei IDE_AT.BIN. Mit den erweiterten Versionen IDE_XTL.BIN bzw.IDE_ATL.BIN erh√§lt man zus√§tzlich ein umfangreicheres Boot-Men√ľ. Der Vorteil: man kann kann von beliebigen Diskettenlaufwerken und/oder Festplatten booten. Sehr n√ľtzlich, wenn z.B. noch andere IDE Ger√§te vorhanden oder zwei Speicher (Master/Slave) angeschlossen sind. Der Nachteil: diese Firmwareversionen sind gr√∂√üer und ben√∂tigen ein EPROM / EEPROM mit mehr als 8KiB.
  • Auf dem eigentlich unbenutzten Pin 20 der IDE-Anschlu√übuchse liegen bei den XT-IDE-Platinen 5V an (Rev.3, Rev.4). Diese werden √ľber den ISA-Bus bezogen. Der Pin ist mit wei√ü gekennzeichnet. Man mu√ü entscheiden, ob man diesen Pin mit einl√∂tet oder vor dem Einl√∂ten aus der Buchse zieht. Eingel√∂tet werden kann er bei Medien, die das unterst√ľtzen, wie z.B. das DOM. Aber dann darf auf keinen Fall zus√§tzlich eine externe Stromversorgung an das Speichermedium angeschlossen werden! Bei der Rev.4A Platine sollte der Pin eingel√∂tet sein, da die 5V Versorgung mittels Jumper ein- und ausgeschaltet werden kann, abh√§ngig davon, ob der verwendete Speicher dies unterst√ľtzt oder nicht.
  • DOM’s (DiskOnModule) als Speicher. Diese Flash-Speicher emulieren IDE-Festplatten und k√∂nnen direkt auf die XT-IDE Adapter gesteckt werden, die mit IDE-Festplatten arbeiten k√∂nnen. Alle von uns getesteten DOM’s unterst√ľtzen die 5V Versorgung √ľber Pin 20. Somit eine elegante L√∂sung, da kein zus√§tzliches Stromkabel mehr ben√∂tigt wird.
  • CF-Card als Speicher. Hier wird ein zus√§tzlicher CF-Adapter ben√∂tigt. Die gibt es auch als Slotblech-Variante. Im Falle unserer XT-CF Ref.3 wird der Adapter √ľber ein 40 pin IDE-Kabel mit dem XT-CF verbunden. Dadurch wird die CF-Card von aussen zug√§nglich und kann gewechselt werden ohne das Geh√§use des Rechners zu √∂ffnen. Da bei IDE-Kabeln bzw. Verl√§ngerungen Pin 20 i.d.R. nicht vorhanden ist, fehlt auch die 5V Versorgungsspannung des XT-IDE f√ľr das Medium bzw. f√ľr den Adapter. Daher wird hier eine externe 5V Versorgungsspannung ben√∂tigt. Es gibt auch eine Lo-Tech Variante des Adapters (XT-CF-Lite), bei der eine CF-Card ohne zus√§tzlichen Adapter direkt auf die Platine gesteckt werden kann.
  • Adapter ohne Slotblech wie das XT-CF werden oft verkehrt herum eingebaut. Wenn der Rechner mit den Slotblechen nach oben liegt mu√ü die Bauteilseite des Adapters immer nach rechts zeigen, i.d.R. zur Netzteilseite.
  • Was beim Einrichten zudem hilfreich ist sind HxC- oder Gotek-Laufwerke, die Diskettenlaufwerke emulieren k√∂nnen. Man kann Installationss√§tze in Form von Diskettenimages – je nach Ausf√ľhrung – auf SD- oder CF-Karte oder einem USB-Stick speichern und leicht Installationen ausf√ľhren. So erspart man sich den Durcheinander von Disketten. Wir haben f√ľr unsere Testreihe ein HxC2001 angeschlossen. Beim IBM PC/XT wird ein Shugart-Adapter ben√∂tigt, um das HxC mit dem originalen IBM Controller zu verbinden.
  • Die detaillierte Konfiguration des XTIDE Universal Bios kann man sich in mehreren YouTube-Tutorials ansehen. Eine Aufz√§hlung der einzelnen Schritte an dieser Stelle kann da nicht mithalten, daher dieser Hinweis. Ein gutes deutsches Tutorial findet man hier.

IBM PC/XT

Mit dem XTIDE Universal Bios (XUB) wird neben verschiedenen ROM-Versionen auch ein Konfigurationsprogramm (XTIDECFG.COM) sowie eine Flash-Software f√ľr EEPROM’s (FLASH.COM) mitgeliefert, beide laufen auf Basis von MS-DOS. Ersteres dient der Konfiguration des ROM’s. Nachdem ein spezielles ROM ausgew√§hlt hat und alle Einstellungen getroffen wurden, kann es in das EEPROM √ľbertragen und dort dauerhaft gespeichert werden.

ROM-Bios Adresse: Die Defaulteinstellung ist D800. Wo das XUB eingeblendet werden soll h√§ngt davon ab, welche zus√§tzlichen Karten mit eigenem Bios im System zum Einsatz kommen sollen. Bei unserem Minimal-System mit Monochrom-Adapter (B000) gibt es keinerlei Konflikte, C800, D000, D800, alles w√§re m√∂glich. Sollen andere Festplattencontroller, SER/PAR Karten, Netzwerkkarten, CGA-, EGA- oder VGA-Karten zusammen mit XT-IDE betrieben werden, m√ľssen deren ROM-Bios Anspr√ľche im Adressraum oberhalb 0xA000 ber√ľcksichtigt werden. Tools wie QAPlus oder CheckIt 3.0 k√∂nnen hier sehr hilfreich sein. Nur die Einstellungen unterhalb von C800 sind nicht empfehlenswert. Ab C000 befindet das Grafikkarten-Bios und dessen Bildschirmspeicher.

I/O Port: Die Defaulteinstellung ist 300h. Auch diese Einstellung wird nur in Ausnahmefällen nicht funktionieren. Normale Festplattencontroller sind meisten auf 320h eingestellt. Lediglich CD-ROM Player benutzen standardmäßig auch gerne 300h.

Welche DOS Version f√ľr PC/XT verwenden?

Au√üer MS/PC-DOS 1.x k√∂nnen eigentlich alle Versionen verwendet werden. Das h√§ngt auch ma√ügeblich vom Speicherausbau des Rechners ab. Unter 512KiB sollte man es jedoch bei DOS 3.3 belassen. Auch die maximale Partitionsgr√∂√üen sind von Bedeutung: bei DOS 2.x sind es 16 MiB, bei DOS 3.x 32 MiB und ab DOS 4.x und h√∂her betr√§gt sie 2GiB. Allerdings ist zu beachten, das bei der maximalen Partitionsgr√∂√üe von 2GiB ein PC/XT mit 4.77 MHz dann schon mal 20 Sekunden braucht, um einen dir-Befehl auszuf√ľhren. Mehr als 512MiB/Partition sind bei dieser Rechnerklasse daher nicht ratsam, empfehlenswert sind mehrere 32MiB Partitionen. Au√üerdem ben√∂tigen die command.com der DOS-Versionen ab 5.x immer ein paar KiB mehr RAM als z.B. bei der Version 3.3. Ein PC/XT kann zwar bis 640 KiB ausgebaut werden, aber er besitzt keinen realen Speicher in der UMA (A0000 bis FFFFF). Die Speichermanager der DOS Versionen 5.x und 6.x funktionieren erst ab einer 80286 CPU, voll umf√§nglich sogar erst ab einem 80386. Nur diese k√∂nnen die UMA (Upper Memory Area) f√ľr DOS verf√ľgbar machen und die M√∂glichkeit er√∂ffnen, Treiber und TSR-Programme auszulagern und so wertvollen Speicher unter 640 KiB freihalten. Aber diese Werkzeuge stehen bei einem 8088 eben nicht zur Verf√ľgung.

Lo-Tech XT-IDE Rev.3

Dieses XT-IDE wird als leere Platine geliefert und mu√ü selbst gel√∂tet werden. Als EEPROM haben wir ein SST39SF010A verwendet. Das ist mit 1MiB Flash Speicher zwar √ľber-dimensioniert, aber das hatten wir da. Normalerweise w√§re ein Atmel¬†AT28C64 ausreichend. Ein Slotblech wird nicht mitgeliefert, ein passendes¬†Keystone 9202 kann bei Mouser bezogen werden. Lo-Tech bietet ein vor-konfiguriertes Universal Bios und ein DOS-Programm namens FLASH.EXE auf seiner Webseite an. Das XT-IDE wurde auf die ROM-Adresse 0xD800 gejumpert. Es mu√üte nur eine Diskette pr√§pariert werden, da√ü das XUB und das Flash-Programm enth√§lt oder – im Falle der Verwendung mit dem HxC ein Diskettenimage. Nach dem Booten von DOS 3.3 von Diskette und dem Flashen des EEPROM’s (flash IDE_XT.BIN D800) wurde unser DOM mit 128MiB erkannt und konnte mit mehreren 32MiB Partitionen eingerichtet werden. Das Booten von der prim√§ren Partition erfolgte problemlos.

Jetzt sollten auch noch CompactFlash-Speicherkarten von SanDisk (256 MiB ) und STI (128 MiB) mit dem XT-IDE getestet werden. Beide wurden mittels eines herkömmlichen CF-Adapters und einem IDE-Kabel angeschlossen. Da bei IDE-Kabeln Рwie oben erwähnt Рder Pin 20 fehlt, ist eine externe Stromversorgung des Adapters notwendig. Beide CF-Speicher werden erkannt und können mit DOS 3.3 wie gehabt partitioniert werden. Nach Aktivierung der Partition und dem Formatieren weigert sich die CF von STI aber, von der primären Partition zu booten. Das kommt vor, normalerweise kann man hier oft mit dem Kommando fdisk /mbr Abhilfe schaffen. Aber diesen Parameter kennt DOS 3.3 noch nicht. In einem solchen Fall verwenden wir das leistungsfähigere fdisk aus FreeDOS. Danach bootet DOS 3.3 auch von dieser CF-Card reibungslos.

Transferrate und Zugriffszeiten sind bei DOM und den beiden getesteten CF-Speicherkarten absolut identisch. Alle drei Medien sind eigentlich f√ľr moderne Rechner konzipiert und erlauben nat√ľrlich eine schnellere √úbertragung, als es der XT-IDE Controller zul√§√üt. Bitte ebenfalls beachten, das durch Einsatz von smartdrv (oder anderen Cache-Programmen) die Transferrate sinken kann. Darauf wird in der Beschreibung des XTIDE Universal Bios explizit hingewiesen.

Die Bauart mit der seitlichen IDE-Anschlu√übuchse ist beim Lo-Tech XT-IDE Rev.3 nicht praktisch, da im Falle eines direkt eingesteckten DOM sehr viel Platz verbraucht wird. Das geht meistens auf Kosten eines weiteren Steckplatzes. Platz sparen kann man, wenn das Speichermedium √ľber ein IDE-Verl√§ngerungskabel verbunden ist oder man den ganz rechten Steckplatz benutzt. Bei einem XT (5155, 5160) ist das der ber√ľhmte Slot 8, der besondere Spezifikationen besitzt.

Lo-Tech XT-CF Rev.3

Diese sehr kompakte Karte ist auf die Verwendung einer CF- oder SD-Karte als Festplattenersatz in einem IBM PC/XT oder kompatiblen Computer ausgerichtet. Was die XT-CF definitiv nicht erkennt, sind DOM’s. Aber auch was CF-Speicher anbetrifft, stellte sich die kleine Lo-Tech als w√§hlerisch heraus. Sie bootet nur von der Sandisk, erkennt die STI zwar, aber weigert sich davon zu booten. Bei sp√§teren Tests mit dem 386er- und dem Pentium II-Board gab es mit Speicherkarten dieses Herstellers – direkt an deren IDE-Controller angeschlossen – keinerlei Probleme. Es handelt anscheinend um ein spezielles Problem des XT-IDE Controllers.

Es kann sein, das die 16 GiB SD Karte einfach zu groß ist und deshalb leistungsmäßig etwas abfällt. Allerdings ist die XT-CF auch mit der CF-Karte langsamer als die XT-IDE Rev.3 und die XT-IDE Rev.4A. Trotzdem soll der Test mit mit einer kleineren SD-Karte nochmal wiederholt werden.

GlitchWorks XT-IDE Rev.4A

Diesen XT-IDE Controller wurde vollst√§ndig montiert und getestet geliefert. Glitchworks wirbt damit, das der Controller getestet ist von IBM 5150-PC bis hin zu 1 GHz Pentium 3-Industriemaschinen. Tats√§chlich l√§uft er reibungslos im PC, ist platzsparend aufgrund der nach hinten versetzen IDE-Buchse und bietet viele Einstellungsm√∂glichkeiten √ľber zwei DIP-Schaltbl√∂cke.

Die Geschwindigkeitstest sind identisch mit der Lo-Tech XT-IDE Rev.3, daher keine Fotos. Alle Medien (DOM, CF, SD) wurden erkannt und konnten ohne Probleme mit DOS 3.3 bespielt werden.

Biostar MB-1333/40

Ob auf einem Rechner dieser Leistungsklasse noch ein 8-Bit XT-IDE Controller zum Einsatz kommt, mu√ü jeder selbst entscheiden. Nur die ersten Modelle der 386er Rechner wurden ab 1986 noch mit MFM/RLL-Controller und -Festplatten ausgeliefert. Ab ca. 1992 – als dieses Board entstand – ging der Trend schon in Richtung IDE-Festplatten. 16-Bit IDE Controller sind derzeit noch nicht rar und k√∂nnen f√ľr wenig Geld gebraucht erworben werden. Unabh√§ngig davon laufen alle XT-IDE Varianten auf dem Biostar, auch mit dem XT Bios. Und auch nicht unertr√§glich langsam, zumindest unter DOS kann man damit leben.

Unser Biostar-Board ist bereits mit einem 16-Bit IDE Controller ausgestattet, sein BIOS (auch in der letzten Version von 1992) unterliegt jedoch noch der 1024 Zylinder Grenze. Mit einem 512 MiB gro√üen DOM direkt am IDE-Controller angeschlossen erreicht man allerdings fast die doppelten Leistungswerte als mit dem XT-IDE. Die CHS-Werte von DOM’s und anderen Flash-Speichern m√ľssen im BIOS gesetzt werden (User-defined), wenn sie das BIOS nicht automatisch korrekt ermitteln kann. Hier die Tabellen f√ľr die DOM’s von PQI und von Hyperdisk.

Ein Rechner von 1992 ist mit einem 500MiB gro√üen Speicher jedenfalls schon √ľppig ausgestattet.

Wenn man die Unterschiede bez√ľglich des Datentransfers oben anschaut er√ľbrigen sich alle weiteren Versuche, an den XT-IDE-Controller andere Medien wie CF- oder SD-Karten anzuschlie√üen. Die Leistungsunterschiede sind zu deutlich. Lediglich die 1024 Zylinder Bios-Grenze lie√üe sich mit dem XT Universal Bios (z.B. in einem Netzwerkadapter) sicher umgehen, aber nachdem es sich dabei um eine Real Mode Int13 Anwendung handelt, macht das keinen Sinn. Weder ein Windows noch sonst ein OS im Protected Mode wird funktionieren, da diese den Int13 umgehen. Bereits bei diesem Board deutet es sich an: der sinnvolle Einsatzzweck von XT-IDE auf beschr√§nkt sich auf PC’s und AT’s unter MS-DOS.

Giga-Byte GA-6BXE

Wir haben an diesem Mainboard alles – wirklich alles was mit IDE m√∂glich ist – zum Laufen gebracht. SD-, CF-Karten, DOM’s und auch SSD’s. Sogar die XT-IDE Controller funktionierten einwandfrei. Allerdings unterirdisch langsam! Mit 8-Bit geht eben nicht mehr, eine reine Notl√∂sung, z.B. f√ľr Installationszwecke.

Leider konnte bisher kein Tool f√ľr natives DOS gefunden werden, das auf auf einem XT und dem Giga-Byte gleicherma√üen lauff√§hig w√§re. So w√§ren vergleichbare Geschwindigkeitstest m√∂glich. CheckIt 3.0 ist jedenfalls √ľberfordert. Folgendes haben wir mit SpeedSys gemessen:

SpeedSys (DOS 6.22, FAT16)

Flash Speicher Controller Datendurchsatz
128 MiB DOM (PQI) XT-IDE 2.8 MiB
128 MiB DOM (PQI) Mainboard IDE 7.8 MiB
2 GiB DOM (Hyperdisk) Mainboard IDE 25.6 MiB
1 GiB CF (Transcend 133x) Mainboard IDE 25.6 MiB
4 GiB CF (Sandisk Ultra) Mainboard IDE 25.6 MiB
64 GiB SD (Intenso Micro XC) Mainboard IDE 25.6 MiB

Die obigen Tests bei den Flash Medien sind deswegen identisch, weil der 16-Bit Datenzugriff unter DOS einfach nicht mehr hergibt. Interessant dabei ist nur, ob einer der Flash Speicher unter diesen Wert von 25.6 MiB/Sek. f√§llt. Ein Versuch wurde gestartet, ein Intenso SD mit FAT32 zu formatieren und unter DOS 7.1 zu messen. Das Ergebnis ist identisch, denn es ist weiterhin nur ein 16-Bit Datenzugriff. Erst unter Windows ergab sich ein anderer Wert. Da sich SpeedDisk unter 64-Bit Windows nicht ausf√ľhren lie√ü, gemessen mit CrystalDiskMark.

Ermutigt durch diese reibungslose Funktionalität wurde ein CD-ROM angeschlossen und Windows 98SE installiert. Dazu haben wir den 16-GiB SD-Speicher mit einer einzigen großen FAT32-Partition verwendet. Auch das verlief ohne irgendeine Auffälligkeit im Vergleich zu einer normalen Festplatte.

Fazit:

  • Der Einsatz der XT-IDE Controller unter PC/XT und AT ist sinnvoll und problemlos m√∂glich. Im Falle einer defekten Festplatte ein ad√§quater Ersatz.
  • Der Einsatz von XT-IDE Controllern auf 80386/80486 Rechnern funktioniert. Ist jedoch bereits eine IDE-Schnittstelle vorhanden, bieten sich in diesem Fall bereits wesentlich leistungsf√§higere M√∂glichkeiten √ľber verschiedene Flash-Speicher mit entsprechenden Adaptern an.
  • F√ľr Pentium Rechner gilt das Gleiche wie f√ľr die 80386/80486 Rechner. Nur die XT-IDE Controller scheiden hier definitiv aus, da die Transferleistung zu schlecht ist. Hier sollten als Festplattenersatz nur IDE-Flash-Speicher zum Einsatz kommen. Auch kleine SSD’s bis 120 GiB (oder was auch immer das BIOS/IDE/EIDE hergibt) w√§ren hier m√∂glich.